A Christmas Carol (BBC, 2019 – Originalversion)

London, Weihnachten 1843:
Der Menschenfeindliche Geldverleiher und Geschäftsmann Ebenezer Scrooge (Guy Pearce) wird in der Nacht vor Heiligabend vom Geist seines verstorbenen Partners Jacob Marley (Stephen Graham) heimgesucht.
Dieser bereitet Scrooge darauf vor, dass ihn noch weitere Geister heimsuchen werden, die ihm dabei helfen sollen, seine Menschlichkeit wiederzufinden und Vergebung zu erlangen.
Scrooge zeigt sich wenig beeindruckt, hält an seinem Gebahren fest und tyrannisiert weiterhin seinen Gehilfen Bob Cratchit (Joe Alwyn).
Ob die Geister der Weihnacht ihn doch noch erreichen können?

Für heute habe ich keinen Post zu einer erneuten Sichtung anzubieten. Stattdessen habe ich mir die neueste Version eines bekannten Stoffes angesehen und zwar ‚Die Weihnachtsgeschichte‘ von Charles Dickens, die die BBC 2019 als Dreiteiler veröffentlicht hat.
Ich bin kein uneingeschränkter Fan dieser Geschichte, auch wenn ich vor ewigen Zeiten schon selbst in einer Theaterversion auf der Bühne gestanden habe, aber die Version mit Patrick Stewart als Scrooge zum Beispiel schaue ich ab und an mal ganz gerne wieder.

Bei dieser Version fand ich den Cast ganz spannend und auch der düstere Trailer hat mich bei Veröffentlichung letztes Jahr durchaus angesprochen.
Nun habe ich alle drei Teile gesehen und weiß ehrlich gesagt auch mit ein paar Tagen Abstand noch nicht, was ich davon halten soll.
Der Cast hält dabei durchaus, was er versprochen hat. Vor allem Pearce als Scrooge fand ich ausgesprochen gut. Aber auch Graham und Alwyn haben mir gefallen, ebenso wie Andy Serkis, Charlotte Riley und Jason Flemyng als die drei Geister.
Auch die Ausstattung kann sich sehen lassen und hat mich sehr an die aus ‚Taboo‚ erinnert, was auch daran liegen mag, dass Tom Hardy als einer der Produzenten fungiert hat.
Die Geschichte an sich wurde an manchen Stellen verändert, wobei die Kernpunkte doch beibehalten wurden.
Dickens-Puristen dürften dadurch an der ein oder anderen Stelle aber durchaus Probleme haben.
Ich fand die Erklärung für Scrooges Haltung, die in seiner Kindheit angesiedelt wird, eigentlich gelungen.
Für mich war Scrooge immer ein alter Knotterer, der schon auch andere gern mal ausnutzt und seine Macht ausspielt, aber als abgrundtief böse habe ich ihn nie eingeordnet.
Hier wird der erwachsene Scrooge allerdings so kalt und auch wirklich böse gezeichnet, dass ich finde, dass er keine Vergebung verdient hat.
Seine Verlobte (Emma Caraman) und sein Neffe (Adam Nagaitis) spielen so gut wie gar keine Rolle, dafür bekommt seine Schwester (Carmel Laniado) eine größere Bedeutung für die ganze Geschichte.
Und auch Mary (Vinette Robinson), die Frau von Bob Cratchit spielt eine größere Bedeutung. Auch beibehalten wurde Tiny Tim (Lenny Rush) als Wendepunkt für Scrooges Haltung, wobei ich hier in dieser Version nicht ganz nachvollziehen konnte, wieso ihn ausgerechnet dieses Schicksal so mitgenommen hat, dass er sich ändern will.
Da haben mich persönlich die Opfer von Scrooges ausbeuterischen Geschäftspraktiken ehrlich mehr mitgenommen.
Insgesamt ist diese Version sehr, sehr düster und stellenweise auch echt erschreckend, wenn es um Scrooges Charakter geht.
Außerdem geht mir zu viel der positiven Botschaft von Weihnachten verloren und das ist es doch, was diese Geschichte eigentlich ausmacht, oder?
Falls jemand diese Version schon kennt oder sie sich anschaut, wäre ich wirklich mal sehr an Eurer Meinung dazu interessiert!
Ich fand das Anschauen durchaus lohnenswert, muss diese Versin allerdings vermutlich nicht mehr anschauen und bleibe zukünftig bei Stewart oder den Muppets, wenn mir nach Weihnachten frei nach Dickesn zu Mute ist.

‚A Christmas Carol‘ bei Sky Deutschland
‚A Christmas Carol‘ bei der BBC
Die Serie im deutschen Fernsehen – Termine

Ein englischer Trailer

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12 Antworten zu A Christmas Carol (BBC, 2019 – Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    I haven’t seen it. I think Joe Alwyn is quite talented, though. (Apart from his taste in women.)

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  2. Nicole Kirchdorfer schreibt:

    Ich mag die Muppet Variante und auch „Die Geister, die ich rief“ mit Bill Murray.
    Schönen 3. Advent für Dich.

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  3. Herba schreibt:

    @Servetus: I think I saw him only in ‚Mary Stuart‘ and liked him in both. Sounds like you’re not a Swift fan 🙂

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  4. Herba schreibt:

    @Nicole: Oh ja, das ist auch eine nette Adaption.
    Danke, Dir eine gute Woche!

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  5. Servetus schreibt:

    Oddly, I’ve seen most of his films and I appreciate his work in all of them, notably, however, The Favourite (which I loved in general).

    Swift: I’m sure there’s a real person there …. somewhere …

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  6. Herba schreibt:

    @Servetus: Right, that and ‚Boy erased‘ I have seen too. But I can’t remember him….odd!
    Under the seven layers of fake music personality you mean 😉

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  7. Servetus schreibt:

    He’s one of the mean people in the „clinic,“ I think maybe a former „patient“ — plays a small „enforcer“ role where he beats up on Lucas Hedges. Then he’s the slaveowner’s son in „Harriet,“ and Eichmann’s son in „Operation Finale.“ It’s one of those „wait is that him?“ situations for the viewer.

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  8. Servetus schreibt:

    oh, Swift: yeah. Everything we see is product. Very unappealing. I’m sure he sees the „real“ her.

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  9. Herba schreibt:

    @Servetus: Haven’t seen ‚Harriet‘ and ‚Operation Finale‘ yet, but plan to in the near future

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  10. Herba schreibt:

    @Servetus: If there is something like that there I am sure he is.

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  11. Servetus schreibt:

    I thought „Operation Finale“ was not very good (review on blog; Alwyn’s role is minor). „Harriet,“ however, is really worthwhile — I liked a lot of things about that film once I got over that yet again a British actor was playing an American hero. That’s more of a legitimate supporting role for Alwyn and he’s very intense.

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  12. Herba schreibt:

    @Servetus: That’s good to know. I can’t wait to watch this movie.

    Gefällt 1 Person

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