RTL2 zeigt ab 10.2. die erste Staffel der englischen Dramaserie „Taboo“

London, 1814:
James Keziah Delaney (Tom Hardy) galt als tot, weil er für mehrere Jahre in Afrika verschollen war.
Als er nach Hause zurückkehrt, findet er nur seinen toten Vater vor und kann nur noch an dessen Beerdigung teilnehmen und sein Erbe antreten. Doch außer James Elternhaus und Schulden hat ihm sein Vater nichts hinterlassen, wenn man von Nootka Sound, einem Fjord im Nordwesten von Nordamerika absieht.
Dieser Fjord spielt eine wichtige Rolle zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten, die im Krieg miteinander liegen.
Mit James Weigerung das Land zu verkaufen, macht er sich nicht nur die beiden Länder, sondern auch die Ostindien-Handelskompanie zum Feind.
Wird sich Delaney gegen diese mächtigen Feinde durchsetzten können?

Taboo‚ gehört zu den Serien, denen ich mich erstmal nicht genähert habe.
Auf der einen Seite fand ich den Gedanken, Tom Hardy in einer zentralen Hauptrolle zusehen zu dürfen, sehr verlockend.
Auf der anderen Seite konnte ich mit den Trailern im Vorfeld nicht ganz so viel anfangen, weil sie leicht abgedreht aussahen und ‚abgedreht‘ steht seit Monaten (oder überhaupt?) nicht wirklich hoch in meinem Kurs.
Nun hatte ich aber vor kurzem beim Anschauen der letzten Staffel ‚Peaky Blinders‘ mal wieder festgestellt, dass ich Hardy gerne sehe und als die Ankündigung kam, daß RTL2 die Serie im Free TV zeigen würde, war es endlich an der Zeit für ‚Taboo‘!

Die Atmosphäre der Serie würde ich am ehesten mit düster-dreckig beschreiben, was für eine Stadt wie London 1814 relativ authentisch sein dürfte und hier zur erzählten Geschichte sehr gut paßt.
Der Soundtrack verdichtet unaufdringlich die Atmosphäre und Kostüme und Kulisse tun dann noch ein übriges, um ein stimmiges Gesamtbild abzuliefern.

Tom Hardy spielt den undurchsichtigen Protagonisten Delaney großartig und für mich macht das Miträtseln darüber was Delaney nun eigentlich plant, den großen Reiz der Serie aus.
Denn als Zuschauer merkt man schnell, daß seine Taten zwar manchmal unüberlegt oder irrational wirken, er aber doch einen Plan zu haben scheint.
Dabei ist dann auch schwer zu durchschauen, wer Freund und wer Feind ist, denn auch die anderen Figuren scheinen verschiedene Ziele zu verfolgen, unglaubwürdig scheinende Allianzen werden geschmiedet und irgendwann wußte ich wirklich nicht mehr, wem man denn nun eigentlich trauen kann.
Die Grenzen zwischen Gut und Böse werden sehr schnell sehr stark verwischt, eigentlich alle Figuren wirken irgendwie skrupellos und jeder ist sich selbst der Nächste.
Den mystischen Anstrich, den Hardys Figur durch den Aufenthalt in Afrika und die Tatsache, daß seine Mutter eine Indianerprinzessin war, die der Vater geraubt hat, hätte ich persönlich nicht wirklich gebraucht und stellenweise habe ich auch nicht ganz verstanden, inwiefern es die Handlung voranbringt, aber übermäßig gestört hat es mich nun auch nicht.
Und Hardy sieht einfach toll in vollem Kostüm, samt Hut und Mantel, aus und darf immer genau im richtigen Moment eine etwas weichere Seite seiner Figur zeigen, damit ich trotz seiner rücksichtsloser Gewaltausübung noch mit Delaney mitfiebern und ihn auch irgendwie gern haben konnte.
Die Szenen, wo er nur im raffiniert geschnittenen Hemd durch sein Haus marschiert, hätte ich dagegen nicht gebraucht, auch wenn sie vielleicht die unkonventionelle Seite der Figur zeigen sollen.

Ganz stark neben Hardy spielt Jonathan Pryce als Kopf der Ostindien-Kompanie, dem es scheinbar nur um Macht geht und der vor nichts zurückschreckt.
Gut gefallen haben mir ebenfalls die wenigen Frauenrollen, vor allem Jessie Buckley und Franka Potente spielen stark und stehen ihren Mann in einer Welt, die eigentlich allein von Männern bestimmt wird.
Oona Chaplin muss ich da leider etwas ausnehmen. Sie spielt zwar durchaus stark, gehört aber leider zu den Schauspielerinnen, die mir persönlich leicht auf den Geist gehen und in ihrer Rolle als Delaney Halbschwester Zilpha ist ihr das mal wieder großartig gelungen.
Gut gefallen hat mir auch Tom Hollander, der seine Rolle mit diesem gewissen Augenzwinkern spielt, das ich so gerne mag.
Aber eigentlich ist es unfair einzelne Schauspieler aus dem großartigen Cast herauszugreifen, denn alle liefern wirklich gute Leistungen ab!

Insgesamt hat mich die historische Dramaserie so gefesselt, daß ich die acht Folgen der ersten Staffel an einem Wochenende durchgeschaut habe, mich auf die angekündigte zweite Staffel freue und ich sie auf jeden Fall weiterempfehlen würde!
Allerdings sollte man mit einem gerüttelten Mass an Gewalt zurechtkommen, ansonsten dürfte das Anschauen vermutlich schwer fallen.

‚Taboo‘ bei RTL2
‚Taboo‘ bei der BBC
Die Serie im deutschen Fernsehen – Termine
‚Taboo‘ bei Amazon Video (zur Zeit in Prime enthalten)

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13 Antworten zu RTL2 zeigt ab 10.2. die erste Staffel der englischen Dramaserie „Taboo“

  1. Hariclea schreibt:

    ah ja, Taboo!! Bis zur Serie hatte ich mich dem Rummel um Hardy geweigert aber nach der Serie kann auch nicht nicht widerstehen 😉 Ich fand sie sehr gut gemacht und auch sehr spannend mit all ihren Grau – Zonen. Allerdings fand ich die Hemdszenen passend denn dass ist er ja, der Halb-Wilde der im Afrika gelebt hat und sich freier fuhlt als in dem polierten Ausseren dass er zur Schau tragt 🙂 Die Gewalt ist tatsachlich etwas uberwaltigender als Hardy im weissen Hemd ;-))) Viel Spass allem beim Zuschauen, mal was anderes als Netflix ;-)))

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  2. CraMERRY schreibt:

    Überzeugt. Das WE kann kommen 😊

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  3. Herba schreibt:

    @Hari: Wäre es dann nicht wirksamer gewesen ihn ganz nackt durchs Haus marschieren zu lassen? 😉
    Ich fand ja, daß sich die Gewalt durchaus noch im Rahmen des Erträglichen bewegt, wolte aber trotzdem warnen, weil mal eben auch nicht zu empfindlich sein darf, was das angeht.
    Weißt Du zufällig für wann die BBC die zweite Staffel plant?

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  4. Herba schreibt:

    @CraMERRY: Höhö, Auftrag erfüllt 😎

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  5. Hariclea schreibt:

    na weil’s die BBC ist wird er da nicht nackig rumlaufen ;-)))) ich nehme an nachstes Jahr falls seine anderen Sachen es erlauben, er und seine Bruder haben es ja auch produziert und ich denke auch geschrieben also sind wir von ihnen abhangig, aber ich hoffe bis 2019 schaffen sie das 🙂 Im Augenblick warte ich drauf das McMafia fertig ist um es mir anzusehen 😉

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  6. Herba schreibt:

    @Hari: DAS ist natürlich ein Argument. ich vergesse immer, daß die BBC ja sowas wie öffentlich-rechtlich ist.
    Na, da bin ich mal gespannt. Hoffentlich dauert’s nicht zu lange!
    Da kommt am Sonntag die letzte Folge, gelle? Auf die Serie bin ich ja auch gespannt und Norton geht eh immer 🙂

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  7. Hariclea schreibt:

    ja Sonntag ist die letzte und die Reaktionen bisher waren sehr gut also hoffe ich auch dass es mir gefallen wird Nachste Woche fangt ne neue Serie von Shetland an und die mag ich ganz bestimmt!

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  8. suzy schreibt:

    Danke für den Tip, hab´s verpasst, aber wenn ich es auf prime noch sehen kann dann werde ich das dort nachholen 🙂

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  9. Herba schreibt:

    @Hari: Shetland habe ich bisher immer verpaßt, aber ich mag den Hauptdarsteller sehr gern, daher wünsche ich ganz viel Spaß beim Ansehen!

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  10. Herba schreibt:

    @Suzy: Gerne! Gut, daß es mittlerweile so viele Streamingangebote gibt und man auch gut mal Dinge nachholen kann 🙂

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  11. Hariclea schreibt:

    danke, ich mag ihn auch, uberraschenderweise, weil ja kein klasisch gutaussehender Typ aber er hat halt was 😉

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  12. Herba schreibt:

    @Hari: Ich glaube, ich mag ihn vor allem wegen seinem spitzbübischen Lächeln. Und er ist halt auch einfach ein toller Schauspieler, wenn ich zum Beispiel an Happy Valley denke – das war ganz großes Kino!

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  13. Pingback: Serienmittwoch 152: Lieblingsschauspieler/ innen 2018? | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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