Trumbo (Originalversion)

USA, 1947:
Dalton Trumbo (Bryan Cranston) ist einer der besten und erfolgreichsten Drehbuchautoren in Hollywood und bekennender Kommunist.
Für seine politische Überzeugung wird er von vielen Angehörigen der Filmindustrie verachtet, darunter Filmgrößen wie John Wayne (David James Elliott).
Als Trumbo mit neun weiteren Kolleen, die später unter dem Namen ‚Hollywood Ten‚ bekannt wurde, vorgeladen wurde, um zum Thema ‚Kommunistische Propaganda in Hollywoodfilmen‘ und die direkte Aussage unter Berufung auf die Verfassung verweigert, wird er und seine Kollegen zum Gefängnis verurteilt.
Außerdem werden sie alle auf die sogenannte ‚Hollywood Blacklist‚ gesetzt, die Filmschaffende mit kommunistischer Überzeugung vom Arbeiten in Hollywood ausschließt…

Ich muss zugeben, daß ich den Namen Dalton Trumbo bis vor kurzem bewußt noch nie gehört hatte.
Ich bin zwar Film-interessiert, aber für Drehbuchautoren interessiere ich mich dabei bis jetzt kaum, was sicher ungerecht aber sicher keine Ausnahme unter Filmkonsumenten ist.
Auf ‚Trumbo‚ bin ich aufmerksam geworden, als bekannt wurde, daß Dean O’Gorman, den ich als Schauspieler schätze, die Rolle von Kirk Douglas übernimmt. Aber da mich Filme, die historische Ereignisse zu Grunde legen, immer interessieren, wäre ich früher oder später vermutlich sowieso aufmerksam geworden.
Die McCarthy-Ära ist für mich als Nicht-Amerikanerin eine spannende, aber auch verstörrende Zeit, die tiefe Gräben innerhalb des amerikanischen Volkes dieser Zeit hinterlassen haben muss.
Inwieweit diese Ära aufgearbeitet wurde, kann ich nicht beurteilen, aber ‚Trumbo‘ ist sicher ein guter Anfang, auch wenn der Film für seine historische Ungenauigkeit in manchen Szenen kritisiert wird.
Bryan Cranston ist als Trumbo charismatisch, witzig, warmherzig und sehr erfindungsreich, wenn es darum geht wieder zu arbeiten und dafür bezahlt zu werden.
Ich mochte besonders die Szenen mit seiner Familie, zu der seine Beziehung laut Film sehr liebevoll gewesen sein muss und diese Liebe spürte ich als Zuschauer sehr stark.
Gefallen hat mir Cranston auch im Zusammenspiel mit O’Gorman, der als Kirk Douglas zwar nur eine kleine Rolle hat, diese aber mit wahnsinnig viel Charisma, Charme und unglaublicher Ähnlichkeit zum richtigen Douglas umsetzt.
Wunderbar fand ich auch John Goodman als Filmproduzent Frank King und Christian Berkel als Regisseur Otto Preminger.
Das Lob für Helen Mirren als einflussreiche Kolumnistin Hedda Hopper kann ich hingegen nicht ganz nachvollziehen. Natürlich ist die Mirren immer gut, aber überragend fand ich sie in dieser Rolle nicht, sondern eher Teil eines hervorragenden Ensembles, das als Einheit einen guten Job gemacht hat.
‚Trumbo‘ gehört in die Riege der Filme, die eine Geschichte ohne special effects, großes Spektakel und viel Lärm erzählen.
Stattdessen sprechen Dialoge und die zu erzählende Geschichte für sich selbst und verstehen es doch Gefühle zu erzeugen, ohne dem Zuschauer per Holzhammer mitzuteilen, was man gerade fühlen oder denken sollte.
Filmmaterial aus der Zeit wird immer wieder kurz in die fiktiven Filmszenen eingeflochten und war definitiv gut gemacht.
Gerade durch dieses historische Filmmaterial wurde mir als Zuschauer ins Gedächtnis gerufen, dass es sich eben um keine fiktive Geschichte handelt und leider bin ich von einigen Hollywoodgrößen der Zeit im Nachhinein auch ein bißchen enttäuscht, weil sie die Ungerechtigkeiten gegen die Kommunisten unterstützt und mit gehetzt haben.
Und auch wenn ‚Trumbo‘ meiner Meinung nach eher auf Unterhaltung denn auf politische Messagge ausgelegt ist, ist es für mich dennoch ein wichtiger Film, der mich gut unterhalten, aber auch nachdenklich gemacht hat.

Der englische Trailer:

Der deutsche Trailer:

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Filme und Serien, Spielfilm abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Trumbo (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    I haven’t seen it yet, but I will definitely see it sooner or later.

    re: American processing of the McCarthy era — I would say it really hasn’t happened. Or only on the level that we say „McCarthyism is bad“ because we learned that in school — but then repeat the same mistakes in the political spectrum anyway.

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Serv: I would love to hear what you think about it, when you watched it!
    That’s what I would have guessed, but I wasn’t sure…

    Gefällt mir

  3. linnetmoss schreibt:

    I loved this film. Cranston was amazing as Trumbo, and I liked it that they focused on his relationship with his daughter. Also, Helen Mirren was gloriously bitchy as Hedda Hopper. Great fun.

    Gefällt mir

  4. Herba schreibt:

    @linnetmoss: Glad you loved it too!
    Cranston and Fanning were great as father and daughter, weren’t they?! What a great chemistry

    Gefällt 1 Person

  5. linnetmoss schreibt:

    Yes, they were!

    Gefällt 1 Person

  6. Die Poe schreibt:

    Der Film klingt sehr interessant, das muss ich mir gleich mal notieren. Danke für den Tipp!

    Gefällt mir

  7. Herba schreibt:

    @Poe: Gerne! Mir hat das Anschauen wirklich Spaß gemacht!

    Gefällt mir

  8. Pingback: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #26 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s