Im Eremitenmodus

Das vergangene WE war für mich vier Tage lang und extrem erholsam. Von daher bin ich gestern guter Dinge an den Arbeitsplatz zurückgekehrt.

Aber heute ist anders.

Heute habe ich schlecht geschlafen. Bin müde aufgestanden.
Habe mich über die Bahn geärgert, weil zwei Bahnen ausgefallen sind, die dritte dann 20 Minuten zu spät kam und ich nur gerade noch so rechtzeitig, um die neue Kollegin in Empfang zu nehmen.
Ohne Zeit, um meine Jacke und Tasche zu verräumen und kurz Luft zu holen.
Und seitdem bin ich nur im Dienst.
Neue Kollegen schulen, Absprachen treffen, Fragen von Kollegen und Kunden beantworten, Probleme lösen…
Und dabei halbwegs freundlich und professionell sein, lächeln, allen gut zureden.
‚Das wird schon!‘

All das, während mein innerer Eremit nur seine Ruhe will. Ins Bett, Decke über den Kopf!
Oder aufs Sofa, in eine warme, weiche Decke eingekuschelt die neuesten Serienfolgen schauen. Wo andere die Probleme lösen müssen.
Maximal ginge vielleicht noch ein Spaziergang im Sonnenschein mit dem Familienhund.
‚Aber nur da, wo keine Menschen sind!‘ fordert der innere Eremit genervt, während der Lichttechniker zum 389. Mal in den letzten zwei Stunden ‚Licht aus! Licht an!‘ spielt und trotzdem zu keinem befriedigenden Ergebnis kommt.

‚Das Licht geht ständig an und aus‘ erzählt mir ein Kunde an der Theke, während das Licht über uns ständig an und aus geht.
‚Ach, echt jetzt?!?!?!‘ kommentiert mein innerer Eremit genervt. ‚Wären wir nie von allein drauf gekommen!‘
‚Das tut mir sehr leid. Der Techniker muss noch letzte Einstellungen und Verbesserungen vornehmen. Das geht leider gerade nicht anders…‘ erkläre ich nun schon zum 10. Mal in den letzten zwei Stunden mit für mich bemüht freundlicher Stimme.
Zum Glück trage ich Maske, so sieht niemand den angespannten Zug um die Mundwinkel…

Und zum Glück ist bald der Feierabend da!
Dann muss ich es nur noch nach Hause schaffen, bevor ich vollkommen in den Eremitenmodus schalten kann. Zeit wirds!!!

Und morgen ist dann alles wieder gut und der Eremitenmodus abgeschaltet, versprochen!

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15 Antworten zu Im Eremitenmodus

  1. Wortman schreibt:

    „…Und dabei halbwegs freundlich und professionell sein, lächeln, allen gut zureden…“

    Da bin ich immer froh, dass ich im grunde null Passagierkontakt habe. 🙂

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  2. Die Pö schreibt:

    Tschagga!!! Bald ist wieder Wochenende

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  3. Rina schreibt:

    Da wird er herausgetrieben, der arme Eremit. Meiner hat auch nie Lust und verflucht mich wenn ich ihn raustreibe.

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  4. Herba schreibt:

    @Wortman: Im Normalfall mag ich das eigentlich schon ganz gern, aber an Tagen wie gestern war es definitiv zu viel Menschenkontakt, egal ob Kunde oder Kollege 🙂

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  5. Herba schreibt:

    @Die Pö: heut gehts auch schon wieder und jaaaaaaaa, WE ist immer gut 🙂

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  6. Herba schreibt:

    @Rina: Was will man machen, wenn man keine Millionen aufm Konto hat. Irgendwie will der Lebensunterhalt ja verdient werden, da muss dann auch der Eremit zurückstecken 😉

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  7. Wortman schreibt:

    Das glaub ich dir.
    Ich für meinen Teil bin froh, dass ich normal mit Passagieren und so nix zu tun habe.

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  8. Rina schreibt:

    Tja – leider. *schnief*

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  9. Servetus schreibt:

    I heard a news report from Florida today, where apparently people stop when they see an electrical crew working to report to them that there’s no electricity and they should work harder. *smh*

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  10. Esther schreibt:

    Oh, solche Eremitentage habe ich auch….

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  11. Herba schreibt:

    @Wortman: An Tagen wie diesen kann ich das durchaus nachvollziehen 🙂

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  12. Herba schreibt:

    @RIna: *seufz*

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  13. Herba schreibt:

    @Servetus: People are unbeliavable *lol*

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  14. Herba schreibt:

    @Esther: Da hilft eigentlich nur: ausleben und sich Ruhe gönnen – wenn man kann.

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  15. Wortman schreibt:

    Das glaube ich dir gerne. 🙂

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