Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit (Originalversion)

USA, 1956:
Ruth Bader Ginsburg (Felicity Jones) ist eine von 9 Frauen, die an der juristischen Fakultät von Havard angenommen wurden, um Jura zu studieren.
Die jung verheiratete Frau meistert nicht nur das Studium und die Betreuung ihrer kleinen Tochter, sondern auch die Krebserkrankung ihres Mannes Marty (Armie Hammer), der selbst noch Jura studiert, sondern muss sich auch noch mit der typischen Diskriminierung Frauen gegenüber herumschlagen.
Trotzdem schliesst sie ihr Studium sehr erfolgreich ab. Als sie danach keine Anwaltskanzlei anstellen will, wird sie Jura-Professorin und beschäftigt sich weiterhin mit Gender-Diskriminierung.
Als Marty, der mittlerweile als erfolgreicher Steueranwalt praktiziert, ihr einen Fall bringt, in dem ein Mann diskriminiert wird, wittert Ruth ihre Chance, um endlich etwas bewegen zu können…

Nachdem ich leider den Dokumentarfilm ‚RBG‚ im Kino verpasst hatte, wollte ich wenigstens die Filmbiographie ‚Die Berufung‘ auf der großen Leinwand erwischen.
Felicity Jones hat mir in der Rolle der kleinen Frau, die mittlerweile für so viele Menschen ein Vorbild und eine echte Ikone geworden ist, gut gefallen, auch wenn sie ganz oft fast ein wenig zu lieb und brav wirkt.
Da fiel es mir dann doch öfter schwer, ihre Ruth mit der Richterin des Supreme Court der USA, wie ich Bader Ginsberg kenne, in Verbindung zu bringen.
Aber da man sich ja quasi alles schönreden kann, wenn man will, habe ich das eben auf ihr junges Alter geschoben, mich in meinem Kinosessel zurückgelehnt und die Geschichte genossen.
Die Entwicklung von Ginsberg von der Jurastudentin zur Kämpferin für Genderdiskriminierung hätte an manchen Stellen vielleicht mit ein paar mehr Ecken und Kanten erzäglt werden können, aber mir persönlich hat der Fokus so, wie er gelegt wurde durchaus gefallen.
Der Film lebt ganz, ganz stark von der stimmigen Chemie zwischen Jones und Hammer, der den liebevollen Ehemann Marty Ginsberg spielt.
Marty unterstützt seine Frau wirklich, was in dieser Form und zu dieser Zeit wohl eher selten gewesen sein dürfte.
Die Liebe und Achtung, die die beiden für einander empfinden, ist deutlich spürbar und für mich das Fundament, auf dem Ruth sicher stehen und sich ihrem Kampf für Gleichbehandlung von Mann und Frau kämpfen kann.
Von daher haben für mich sowohl Jones als auch Hammer einen wirklich guten Job in ihren jeweiligen Rollen gemacht.
Aber auch Cailee Spaeny als Jane Ginsburg, die sich schwer damit tut, ihre Mutter zu verstehen, hat mir wirklich gut gefallen.
Ein wenig traurig war ich über die nur kleine Rolle, die Kathy Bates spielt, denn ich hätte gerne noch mehr Szenen mit ihr und Jones gesehen.
Nervig fand ich Justin Theroux und ich weiß immer noch nicht so genau, ob das an ihm selbst oder an seiner Rolle lag.
Visuell und auch von der Ausstattung her, ist ‚Die Berufung‘ ebenfalls gelungen und auch der Soundtrack paßt sich gut ins Gesamtkonzept ein.
Vielleicht ist dieser Film insgesamt zu glatt für die kleine, große Ruth Bader Ginsberg und ich weiß auch nicht, ob ich mich in einem Jahr noch detailiert daran erinnern werde, aber der Kinobesuch hat mir definitiv Spaß gemacht, ich habe ein wenig mehr über eine beeindruckende Frau erfahren und daher ist ‚Die Berufung‘ für mich durchaus gelungen und sehenswert, wenn das Thema interessiert.

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Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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4 Antworten zu Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    Armie Hammer is just not remotely credible to me as Marty Ginsburg. I’ll give it to him that he didn’t even risk trying to sound or appear like a member of the Jewish / Long Island elite, so at least he didn’t raise some objectionable stereotypes, but he’s one of those people where I realize how important privilege and looks are in Hollywood.

    I thought the film was „meh.“ But I am not a member of the cult of St RBG. I think we can respect, admire and honor people without having to turn them into saints.

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  2. Herba schreibt:

    @Servetus: Now I am glad I haven’t watched the docu before the other movie. Sounds like too much ‚reality‘ would have ruined it. My knowledge of her is very, very limited and I knew nothing about her husband so I had not much to comare the movie with.
    I think you’re right about privilege and looks in Hollywood! This made me think about Melissa McCarthy again for example.

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  3. Servetus schreibt:

    Her husband was an important individual in his own right. I guess I get a bit tired of hearing what a saint he was, insofar as we’re praising him to the skies for something that should be normal. Her story is starting ot have these tropes / commonplaces in it that often annoy me. (The „she can’t cook“ thing is another one. So what?)

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  4. Herba schreibt:

    @Servetus: I agree that supporting your wife and caring for a family should be normal, but in the context of the time it sadly wasn’t so I think he should get some credit for being ‚modern‘. But I think the sainthood is a bit much for that.

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