Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe

1477, ‚Europa‘:
Burgunds Herrscher Karl der Kühne fällt auf dem Schlachtfeld und hinterläßt nur seine Tochter Maria (Christa Théret), die allerdings alleine nicht regieren darf.
Schnell schmieden alle möglichen Parteien Ränke, um das reiche Burgund an sich zu reißen und Maria muss sich zwischen Maximilian (Jannis Niewöhner), dem Sohn des deutschen Kaisers (Tobias Moretti) und dem minderjährigen Thronfolger (Max Baissette) des französischen Königs entscheiden und möchte doch am liebsten selbst über das Schicksal ihres Landes bestimmen…

Wenn es um historische Stoffe geht, würde ich mich als regelmäßiger BBC-Kucker mittlerweile selbst als ziemlich verwöhnt bezeichnen.
Daß heißt nicht, daß ich genau erkenne, ob ein Kostüm oder eine Frisur historische korrekt ist oder ob jede Szene historisch korrekt wiedergegeben wird, sondern einfach nur, daß ich einige Serien und Filme gesehen habe, die bei mir als Zuschauer den Eindruck erweckt haben, daß das was da gezeigt wird Hand und Fuß hat.
Was deutsche Produktionen angeht, hege ich ja von Haus aus eine ziemlich große Skepsis, die sich um ein Vielfaches potenziert, wenn es um Historienverfilmungen geht.

Von daher hätte ich mir ‚Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe‚ vermutlich nie angeschaut, wenn ich am vergangen langen Wochenende nicht krank im Bett gelegen und nach sinnfreier Beschallung gesucht hätte – frei nach dem Motto: Jetzt ist eh schon alles egal!
Umso überraschter war ich über die Erkenntnis, daß es so übel gar nicht war.
Die Kostüme wirken halbwegs gut getroffen, Kulissen sind stimmungsvoll und auch die Außendrehorte haben mir gefallen, auch wenn das ein oder andere Mal eine zu auffällige Hintergrundtapete als Landschaft getarnt durchblitzte.
Erzählerisch hätte ich mir teilweise ein wenig mehr Aufklärung erwartet, gerade am Anfang, als es um die familiären und historischen Verbindungen und Verwicklungen ging und einige der Dialoge wirken einfach schwach und/oder viel zu trivial, schmalzig, gewollt.

Die beiden Hauptdarsteller Theret und Niewöhner machen ihre Sache ordentlich, sind dazu in der Lage die Handlung über weite Strecken zu tragen und die Chemie zwischen ihnen stimmt zum Glück auch halbwegs, auch wenn in der Inszenierung zum Beispiel solche Kleinigkeiten verloren gehen, daß Maria und Maximilian sich am Anfang kaum verständigen konnten, weil sie kein Deutsch und er nur wenig Französisch sprach.
Da ich Niewöhner kurze Zeit vorher in einer Rolle gesehen hatte, bei der er sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, war ich seinetwegen etwas besorgt, aber zum Glück schien er sich als Maximilian wohl zu fühlen und das merkt man ihm an.
Ansonsten sieht man in der deutsch-österreichischen Coproduktion viele bekannte deutsche Gesichter, aber zum Glück auch viele unverbrauchte Schauspieler und so kam nie das Gefühl auf, daß nur noch das Auftauchen von Christiane Neubauer und Veronica Ferres zum allgemeinen Glück fehlten!

Ob man Artikel, die ‚Maximilian‘ mit GoT und damit Äpfel mit Backpflaumen vergleichen, ernst nehmen kann/sollte, muss jeder selbst entscheiden, aber ich bin auf jeden Fall nicht einer Meinung mit dem deutschen Feuilletons, der das Ganze ziemlich zerrissen hat.
Sicher hat die Miniserie einige Schwächen, aber es wurde schon sehr viel mehr Unsinn produziert und ich habe schon wesentlich schlechtere deutsche Produktionen gesehen.
Mitten in der Nacht aufstehen würde ich dafür nun auch nicht, aber wenn Frau erkältet im bett liegt, gibt es auf jeden Fall schlimmeres!

‚Maximilian‘ beim ZDF – mit Trailer und weiteren Infos (man kan sich die drei Teile über den Link in der Mediathek noch bis Anfang 2018 anschauen)

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