Der Sturm von Jane Harper [Werbung]

Kiernan wuchs mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder in der Kleinstadt Evelyn Bay auf Tasmanien auf, doch dann wurde sein Leben während eines heftigen Sturms zerstört.
Kiernans älterer Bruder und ein weiterer Freund sterben, ein Mädchen verschwindet spurlos und Kiernan gibt sich die Schuld am Tod seines Bruders.
Mehr als ein Jahrzehnt später kommt Kiernan mit seiner Freundin Mia und seiner kleinen Tochter zurück nach Evelyn Bay, um seiner Mutter beim Umzug mit seinem dementen Vater zu helfen.
Als eine junge Frau ermordet aufgefunden wird, brechen alte Wunden wieder auf und Kiernan muss sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen…

Ich bin durch den Klappentext neugierig auf ‚Der Sturm‘ geworden und zudem versprach Tasmanien als Schauplatz ein wenig Abwechlung zu meiner üblichen Leseroutine.
Die Geschichte, die ich eher als Spannungsroman, denn als Thriller bezeichnen würde, wird aus Sicht von Kiernan erzählt.
Der junge Mann ist mittlerweile Ende Zwanzig und kämpft immer noch mit seiner Schuld am Tod des älteren Bruders, die ihn immer wieder in ärztlicher Behandlung gebracht und das Verhältnis zu seinen Eltern für immer verändert hat.
Außerdem hat er seinen Heimatort, wo quasi jeder weiß, was passiert ist, gemieden und seinen Lebensmittelpunkt in Sydney aufgebaut.
Doch nun muss sein dementer Vater in eine betreute Wohneinrichtung umziehen, seine Mutter gibt das Haus der Familie in Evelyn Bay auf und Kiernans Anwesenheit ist nötig.
Jane Harper hat einen gut lesbaren Schreibstil, mit dem sie ihre Leser an Kiernans Gedankenwelt teilhaben läßt.
Mir war Kiernan sehr schnell sympathisch, auch wenn er den Tod von zwei Menschen verursacht hat.Vielleicht auch, weil er sehr stark darunter leidet und trotzdem daran arbeitet sein Leben irgendwie zu meistern.
Harpers Stärke als Autorin liegt für mich ganz klar auf Beschreibungen des Schauplatzes der Geschichte, den Menschen, die dort leben und deren Gefühle.
Und auch der Wechsel zwischen verschiedenen Zeitebenen gelingt der Autorin relativ mühelos und für den Leser gut nachvollziehbar.
All das hat mich in die Geschichte gezogen, obwohl ich aktuell wenig Zeit zum Lesen habe und nur dazu komme, ein paar Seiten am Stück zu lesen.
Vielleicht hat die Geschichte aber auch gerade deswegen so eine Sogwirkung auf mich gehabt und mich stark beschäftigt, ohne wirklich große Spannung aufzubauen.
Kiernans Suche nach Wahrheit, Klarheit und Vergebung funktioniert trotzdem. Auch weil es so viele lose Enden und Einzelschicksale gibt, die alle durch das Zusammenleben in Evelyn Bay und durch den schlimmen Sturm irgendwie miteinander verwoben sind.
Leider kommen die anderen Figuren durch die Fokusierung auf Kiernan ein wenig zu kurz und gerade über Mia, Kiernans Freundin und seine Eltern hätte ich gern ein wenig mehr erfahren.
Aber vielleicht hätte das die Geschichte auch nur unnötig aufgebläht und noch weiter entschleunigt.
Die Auflösung am Ende war für mich nicht in allen Punken zu hundert Prozent befriedigend, weil sie hier und da vielleicht auch ein wenig überhastet daherkommt, aber im Großen und Ganzen hat sie mir doch gefallen und bietet eine halbwegs stimmige Auflösung.
Insgesamt habe ich ‚Der Sturm‘ von Jane Harper wirklich gerne gelesen und würde sie an Leser weiterempfehlen, die einen ruhigen Krimi ohne großes Blutvergießen suchen, der sich sehr stark auf Gefühle und Stimmungen fokusiert.

Jane Harper beim Aufbau Verlag
Die Homepage der Autorin
‚Der Sturm‘ bei Amazon.de (Affiliate-Link)

Das ebook wurde mir von Netgalley bzw. vom Lübbe Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – vielen Dank! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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2 Antworten zu Der Sturm von Jane Harper [Werbung]

  1. aleshanee75 schreibt:

    Schönen guten Morgen!

    Der Sturm war mein erstes Buch der Autorin und auch ich hab mich in den Sog mit hineinziehen lassen. Als Thriller hat mir zwar schon etwas die Spannung gefehlt, also ein bisschen Dramatik, aber auch dieser ruhige Aufbau hat was für sich.
    Die Aufklärung war für mich eigentlich schon stimmig, aber etwas unspektakulär, irgendwie hatte ich mir da noch etwas „mehr“ erwartet.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Herba schreibt:

    Hallo Aleshanee und danke für Deinen Kommentar!
    Ja, ich hatte mir fürs Ende auch mehr erwartet, aber wie Du fand ich es dann auch schon stimmig.
    Liebe Grüße
    Herba

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