Major Crimes, Staffel 1 – 6

Nachdem Brenda Lee Johnson (Kyra Sedgwick), die Hauptfigur aus der Urserie ‚The Closer‚, das LAPD verlassen hat, übernimmt die ehemalige Chefin der internen Ermittler Captain Sharon Raydor (Mary McDonnell) Major Crimes.
Das stößt bei den meisten Mitgliedern des Teams auf Ablehnung, weil Captain Raydor als ehemalige interne Ermittlerin nicht gerade beliebt ist und außerdem auf die EInhaltung sämtlicher Vorschriften und Regeln pocht.
Auch die neue Richtlinie, die versucht Absprachen mit Überführten zu treffen, um einen Prozess zu vermeiden und der Stadt geld zu sparen, trifft bei Major Crimes nicht auf besonders viel Gegenliebe…

Als das Ende von ‚The Closer‘ bekannt gegeben wurde, war ich einerseits traurig, weil ich diese urige Krimiserie gern mochte. Andererseits schien die Geschichte rund um Brenda Leigh Johnson aber auch langsam aber sicher auserzählt. Daher machte das Ende der Serie durchaus Sinn.
An das Spin-Off ‚Major Crimes‘ habe ich mich dann nur zögerlich herangetraut, denn Sharon Raydor, die ja schon aus ‚The Closer‘ bekannt war, fand ich einfach schrecklich.
Aber weil ich die anderen Figuren so gern mag, habe ich der Serie dann doch irgendwann eine Chance gegeben, bin aber nie ganz durch alle Staffeln durch gekommen.
Nun sind gerade alle sechs Staffeln für Prime-Kunden im Abo enthalten, also habe ich mich seit Anfang des Jahres nach und nach durch die 105 Folgen geschaut.
Und ich kann gleich sagen, dass sich das für mich absolut gelohnt hat. ‚Major Crimes‘ ist ein typisches ‚Fall-der-Woche‘-Format, das aber immer wieder Handlungsstränge einbaut, die sich durch mehrere Folgen oder sogar Staffeln ziehen.
Zum Glück beweisen die Serienmacher dabei ein gutes Händchen und ziehen diese übergreifenden Handlungen nicht zu lange hin.
Für mich sind die schrulligen Figuren das absolute Highlight der Serie.
Da ist der knottrige Lieutenant Provenza (G.W. Bailey), der partout nicht in Rente gehen will, einige gescheiterte Ehen hinter sich hat und trotz seines Grantlertums das Herz am rechten Fleck hat.
Und wer ihn nicht spätestens beim Kauf des hochmodernen Druckers fürs Büro ins Herz geschlossen hat, bei dessen Gebrauch er die Kollegen gnadenlos abkassiert, mit dem stimmt etwas nicht 😉
Mit Provenza am längsten bei der Truppe ist Lieutenant Flynn (Anthony John Denison), ein trockener Alkoholiker, der sich gern selbst mal mit irgendwelchen Aktionen in die Bredouille bringt und ein Herz für Sharon hat.
Detective Sanchez (Raymond Cruz) hat ein Problem mit seinem Temperament, auch wenn er seinen Vorgesetzten gegenüber immer besonders höflich und respektvoll auftritt. Seine Entwicklung in ‚Major Crimes‘ fand ich besonders schön, denn er hatte sich seine Art des Happy Ends definitiv verdient.
Lieutenant Tao (Michael Paul Chan) kennt sich am besten mit Technik und Forensik auf, arbeitet nebenbei als Berater bei einer Krimiserie und nervt vor allem Flynn damit, dass er das öfter mal erwähnt und richtig gut Geld damit verdient.
Tao sagt oft mehr mit Mimik und Gestik als mit Sprache, was ihn als Figur für mich als Zuschauer spannend gemacht hat. Da darf man keine Regung verpassen.
Buzz (Phillip P. Keene) ist Zivilangestellter und im Team für das Filmen von Tatorten und Verhören zuständig. Nebenbei läßt er sich als Reservist bei der Polizei ausbilden – was habe ich gelacht als er mit Provenza und Flynn im hochmodernen Polizeiauto auf Probestreifenfahrt ging.
Detective Sykes (Kearran Giovanni) kommt am Anfang der Serie neu zum Team dazu und kriecht Raydor furchtbar in den Hintern, was zu allerlei Spott vor allem von Provenza führt, aber mit der Zeit wird sie zu einem festen Bestandteil des Teams und wurde mir mit der Zeit sympathisch.
Als Verbindungsglied zu Brenda Leigh Johnson ist ‚Fritzi‘ alias FBI-Agent Fritz Howard (Jon Tenney) übrig geblieben, der immer mal wieder auftaucht. Leider wird Brenda dabei wenig bis gar nicht erwähnt, aber ihr ‚Fritzi‘ klingelte mir eigentlich immer in den Ohren, sobald der erfahrene Agent auftauchte.
Stellenweise echt genervt haben mich Rusty (Graham Patrick Martin), der Pflegesohn von Sharon, der nebenbei auch als Kronzeuge gegen einen Serienmörder auftreten soll und dadurch immer wieder in Gefahr gerät.
Auch Gus (Rene Rosado), der Bruder eines Mordopfers un Freund von Rusty und die zickige Staatsanwältin Rios (Nadine Velazquez) haben teilweise meine Nerven ziemlich strapaziert. Ich muss aber zugeben, dass das durchaus auch damit zu tun hat, dass ich oft mehrere Folgen am Stück geschaut habe und die ‚Dosis‘ dadurch manchmal etwas hoch wurde.
Gaststars mit unterschiedlich großen bzw. kleinen Rollen sind unter anderem Doris Roberts, Malcolm-Jamal Warner, Enver Gjokaj, Daniel Di Tomasso, Billy Burke, Jason Gedrick, Tom Berenger, Jamie Bamber, Luke Perry und Michael Weatherly.
Der Schauplatz Los Angeles sorgt für eine nette Kulisse und ziemlich schräge Mordfälle, die mich allesamt gut unterhalten haben.
Außerdem ist die Serie erstaunlich divers, in einer Zeit, wo man sich in LaLaLand noch nicht so viele Gedanken über Repräsentation von Minderheiten gemacht hat und dabei wirken hier PoC, Angehörige der Lgtbq-Community, Alleinerziehende, Süchte und viele mehr vollkommen natürlich, wie es auch sein sollte.
Zum Ende der Serie möchte ich nicht viel sagen, um nicht zu spoilern. Nur so viel: mir persönlich wäre ein anderer Abschluss lieber gewesen, auch wenn das so durchaus rund war und alle offenen Fragen beantwortet werden.
Insgesamt hat mir ‚Major Crimes‘ viele unterhaltsame Stunden beschert, mich wunderbar vom Alltag abgelenkt und mich auch immer wieder mit dem ganz speziellen Humor der Serie überzeugt.
Von daher würde ich nicht ausschließen, dass es irgendwann mal wieder einen Major Crimes Marathon gibt und ich zu diesem wunderbaren Ermittlerhaufen zurückkehre.

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Ein deutscher Trailer für Staffel 1

Ein englisches Recap für Staffel 1

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5 Antworten zu Major Crimes, Staffel 1 – 6

  1. connyx schreibt:

    Also ich hab auch Major Crimes dann recht gerne geschaut, als The Closer zu Ende war.

    Was das Ende betrifft, bin ich ganz deiner Meinung 🙂
    Jedoch muss man sagen, dass sich die Macher für dieses Serienende einigermaßen kurzfristig entscheiden MUSSTEN, weils wieder mal ein relativ „kurzfristiges – diese Staffel wird die letzte sein“ kam und dementsprechend…. hatten sie zumindest halbwegs die Möglichkeit irgendein Ende das nicht total offen bleibt, zu machen…

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  2. Herba schreibt:

    @connyx: Oh, das wußte ich nicht, aber ja, das macht dann Sinn und an sich war das Ende ja so auch durchaus gelungen, weil eigentlich jede der Hauptfiguren einen ‚passenden‘ Abschluss bekommt

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  3. Michele Marsh schreibt:

    Herba my dad loves the Closer which I’ve never seen so I’ll start from there
    It’s always good when a series brings you joy and you want to watch it again at some point 😁

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  4. Herba schreibt:

    @Michele: That’s a good start, even if the main character is very special and sometimes maybe a bit annoying too

    Gefällt 1 Person

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