The garden of angels von David Hewson, gelesen von Richard Armitage

Die Uccello Familie webt seit dreihundert Jahren Stoffe in Venedig.
Als das aktuelle Familienoberhaupt Nonno Paolo spürt, dass er bald sterben wird, erzählt er seinem Enkel Nico einen wichtigen Teil seiner Lebensgeschichte, die sich 1943 im besetzten Venedig abspielte…

‚The garden of angels‘ ist ein (Hör)Buch, das ich wirklich gerne mögen wollte. Leider hat das nicht so wirklich geklappt und ausnahmsweise lag das nicht so sehr am Buch selber, sondern an der Art wie es vorgelesen wurde.
Richard Armitage ist ja nun wirklich ein versierter und normalerweise großartiger Vorleser, aber hier hat mich die Art und Weise, wie er die italienischen Namen liest und betont, so dermassen irritiert, dass ich mehrfach kurz davor war, das Buch abzubrechen und nur weitergehört habe, weil ich irgendwann wissen wollte, wie es ausgeht.
Denn durch die, meiner Meinung nach, merkwürdige Überbetonung, kommt überhaupt kein Hörgenuss bei mir auf und dass das der Pudels Kern ist, habe ich beim Hören der letzten Stunde des Hörbuchs festgestellt, die in Nicos Gegenwart spielt und in der kaum noch Namen vorkommen, was meinen Ohren wirklich gut getan hat.
Die Geschichte an sich würde ich als typischen Roman, der in der NS-Zeit spielt, bezeichnen.
Ich halte diese Art der Unterhaltungsliteratur nach wie vor für wichtig, weil sich so sicher auch Menschen mit einem wichtigen Teil unserer Geschichte beschäftigen, zu der sie ansonsten vielleicht keinen oder nur schweren Zugang hätten.
Mir ist allerdings auch bewußt, dass diese Art der Erzählung nicht ganz unproblematisch sein kann und man sich als Konsument immer ins Gedächtnis rufen sollte, dass man eben kein Sachbuch liest, sondern einen Roman.
Für mich war diese Geschichte insofern interessant, weil ich gefühlt recht wenig über das besetzte Italien und die dort ansässigen Juden weiß und ich glaube, dass der Roman ausnahmsweise mal zugänglicher gewesen wäre, wenn ich ihn selbst gelesen hätte, statt ihn mir von Armitage vorlesen zu lassen.
Atmosphärisch merkt man der Geschichte für mein Dafürhalten an, dass sich Hewson recht gut in Vendig auskennt und seine Schauplätze für einen Venedig-Laien wie mich authentisch beschreibt.
Mit den vielen Figuren kam ich hier ausnahmsweise eher schlecht zurecht, was aber sicher an den weiter oben geschilderten Hörproblemen und der daraus resultierenden Konzentrationsschwäche lag.
Insgesamt ist ‚The garden of angels‘ für mich daher ein Hörbuch, dass ich sicher nicht noch einmal anhören muss, das aber am Ende auch keine totale Zeitverschwendung war.

‚The garden of angels‘ als Hörbuch bei Amazon.de (Affiliate-Link) und bei Audible Deutschland

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4 Antworten zu The garden of angels von David Hewson, gelesen von Richard Armitage

  1. Guylty schreibt:

    Da kann ich dir wieder mal in allen Punkten nur zustimmen. Mir ging es sehr ähnlich. Da ich aber ja generell kein Fan von dem Autor bin (obwohl ich seine Nic Costa-Serie sogar sehr mag), habe ich mich gefragt, ob das nur an mir lag. Tatsächlich hat mich aber die Aussprache der Namen auch jedesmal irritiert. Mir war die Geschichte also solche auch etwas zu klischeehaft, zudem sich schon ganz früh für mich abzeichnete, was denn da nun in der Vergangenheit passiert war. Die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen ist natürlich immer lohnenswert (gerade die Geschichte, die *nicht* in D’land passiert ist), aber mir war hier einiges einfach zu plakativ. Muss ich auch nicht nochmal hören.

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  2. Servetus schreibt:

    This is another one I am skipping; I heard negative things about the story itself as a historical representation and not even Richard Armitage can save bad history for me. So I guess I’ll get to miss his annoying reading of the Italian names. I wonder if someone hassled him about his Italian pronunciation in „Juliet and Romeo“ (or whatever that was called).

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  3. Herba schreibt:

    @Guylty: Ich kenne bisher nur Hamlet, glaube ich und das habe ich nie zu Ende gehört, von daher habe ich keine vergleichswerte, was Hewson angeht und bin relativ neutral herangegangen.
    Keine Ahnung, wieso RA das so merkwürdig gelesen hat. Wollte er es besonders gut machen und die Namen besonders sorgfältig aussprechen? Ich weiß es nicht und wir werden es wohl auch nie erfahren 🙂

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  4. Herba schreibt:

    @Servetus: I never heard R&J so far, so I can’t say if it was as bad. And I am not sure if I am willing to give it a try atm or if it would be more promising to give RA as an narrator a break and listen to something (and someone) else entirely

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