State of Terror von Louise Penny und Hillary Clinton

Als innerhalb kürzester Zeit sowohl in London als auch in Paris und Frankfurt Bomben explodieren, die mehrere hundert Menschenleben fordern, gerät die westliche Welt in Aufruhr und in den USA versucht man fieberhaft herauszufinden, wer hinter den Anschlägen steckt und ob noch mehr zu erwarten sind.
Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig und Ellen Adams, ungeliebte Außenministerin des neu gewälten US-Präsidenten, muss alles geben, um Freund und Feind bei Laune zu halten und Schlimmeres zu verhindern…

Nach ihrem Ehemann Bill Clinton, der mit James Patterson 2018 den Thriller ‚The President Is Missing‘ veröffentlichte (meinen Leseeindruck kann man bei Interesse hier nachlesen), hat sich nun auch Hillary Clinton mit einer Bestsellerautorin zusammengetan und einen Thriller geschrieben.
Und nachdem das Buch der Herren ganz annehmbar geraten ist, war ich natürlich nun auch gespannt, was Hillary zusammen mit Louise Penny, der Autorin der Inspektor-Gamache-Krimis, zustande gebracht hatte.
Da der Thriller gerade erst vor ein paar Wochen erschienen ist und es noch keine wirklich günstigen, gebrauchten Ausgaben gibt, ich aber einfach Lust auf einen Thriller hatte, habe ich mir ausnahmsweise die ebook-Version gegönnt.
Zum Glück hat sich das auch wirklich gelohnt, denn Penny und Clinton haben einen absolut spannenden und am Ende runden Thriller abgeliefert, den ich am liebsten am Stück weg gelesen hätte.
Der Schreibstil der beiden ist gut lesbar und wer nun welche Teile der Handlung geschrieben hat, war für mich nicht erkenntbar, da alles wie von einer Hand geschrieben wirkt.
Ellen Adams ist eine recht sympathische Hauptfigur, mit der ich sehr gerne in die verschiedenen Länder gereist bin, wo sie versucht Antworten und Lösungen für die Krise zu finden, die sich gerade abspielt.
Wohl am meisten Spaß hatte ich aber vermutlich an Betsy, der besten Freundin und Beraterin von Ellen, die viel flucht und der auch mal in unpassenden Momenten Schimpfworte herausrutschen. Andererseits habe ich bei ihr wohl auch am meisten darüber nachgedacht, wie realistisch sie als Charakter ist.
Ansonsten habe ich die spannende Handlung einfach genoßen, über so manches, was ich als Anspielung auf lebende Personen oder wahre Begebenheiten verstanden habe, gegrinst und mich darüber gefreut, das ich beim Lesen komplett in die fiktive Machtzentrale der USA und das Wirken einer Außenministerin, die gerade erst in ihr Amt berufen wurde, abtauchen konnte.
Über das ein oder andere Klischee konnte ich hier erstaunlich gut hinwegsehen, auch wenn ich sie natürlich durchaus wahrgenommen habe, gerade wenn es um ‚die Bösen‘ geht.
Politische Zusammenhänge werden für mein Dafürhalten gut, aber auch nicht zu ausführlich erklärt, was der Thrillerhandlung gut tut.
Der Plot springt immer wieder zwischen den verschiedenen Personen und auch Orten hin und her und der Spannungsbogen bleibt von Anfang an konstant hoch.
Begeistert hat mich außerdem, dass die Auflösung zwar nicht ganz unvorhergesehen aber dafür nicht sonderlich überhastet daherkommt, das kennt man als Krimi- und Thriller-Leser ja nun wirklich anders.
Auch die verschiedenen Schauplätze fand ich gut genug ausgeschmückt, um mir als Leser die Möglichkeit zu geben, eigene Bilder im Kopf zu entwickeln, aber auch hier wird es nach meinem Dafürhalten nie so ausschweifend, dass Langeweile aufkommen kann.
Etwas überrascht hat mich, dass Penny ihren kanadischen Inspektor eingeflochten hat, was für Leser der Gamache-Reihe sicher ein nettes Gimmick ist.
Da ich die Bücher nie gelesen habe und Gamache nur dem Namen nach kenne, kann ich nicht sagen, wie gut er bei seinem Kurzauftritt beschrieben ist, aber sein Auftauchen hat mich auch nicht weiter gestört und die Figur wirkt innerhalb des Plots durchaus gut in das Geschehen eingewebt.
Insgesamt bin ich froh, dass ich nach meiner Stimmung gegangen bin und ‚State of Terror‘ gelesen habe, denn der Thriller hat mich wirklich gut unterhalten und ich würde ihn sogar als runder und spannender beschreiben, als ‚The President Is Missing‘, vielleicht auch, weil er aktuelle Probleme unserer Zeit aufgreift.
Ich mochte diesen Thriller, wie man merken kann, jedenfalls sehr und würde ihn auch definitiv weiterempfehlen.
Ich kann allerdings nicht beurteilen, wie er sich für jemanden liest, der eine Abneigung gegen Hillary Clinton hat und Fan des ‚alten‘ Amerikas oder des 45. amerikanischen Präsidenten ist.

Louise Penny bei HarperCollins Deutschland
Die Homepage von Louise Penny
Hillary Clinton bei HarperCollins Deutschland
‚State of Terror‘ bei Amazon.de (Affiliate-Link)

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3 Antworten zu State of Terror von Louise Penny und Hillary Clinton

  1. Servetus schreibt:

    Thanks for this. I’m not surprised about the clichés — HRC is a real child of the Cold War who thinks very much in black / white categories like that. But I’m even more interested to read it now.

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Servetus: My pleasure.

    Yes, she sure is a woman of her time. On the other hand had I noticed how often I nodded while reading descriptions of the leaders in this book because I thought I recognised some of them as actual leaders of the world, so maybe our current powerful politicians are very cliched?

    I would love to hear your thoughts about the book when you’ve read it.

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Montagsfrage: Jahreshighlight(s)? | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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