10 Minutes gone (Originalversion)

Der Profi-Dieb Frank Sullivan (Michael Chiklis) ist in der Branche bekannt dafür, dass bei seinen Einbrüchen nie etwas schief geht.
Dafür ist sein Bruder Joe (Tyler Jon Olson), der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, als Unglücksrabe bekannt.
Als die beiden zusammen mit drei anderen Kriminellen für den Verbrecherkönig Rex (Bruce Willis) in eine Bank einbrechen, geht trotz akribischer Planung der Alarm los, die Polizei steht vor der Tür und die Bande muss fliehen.
Auf der Flucht wird Joe erschossen und Frank muss herausfinden, wer der Mörder ist und wer ihnen die Beute geklaut hat…

Als mir vor kurzem nach Feierabend nach sinnloser Aktionunterhaltung war, fiel mir ein Prime-Video-Gutschein ein, der in meinem mail-Postfach vor sich hin dümpelte und bei dem ich mir umsonst aus einer Film-Liste einen Film leihen durfte.
Irgendwas mit viel Krach und Bumm würde da schon dabei sein. Meine Wahl fiel ziemlich schnell auf ’10 Minutes gone‘, weil ich erstens nicht sonderlich viel Lust hatte, mich durch die ganze Liste zu klicken und weil zweitens Bruce Willis mitspielt und den mag ich.
Zudem klang ein schiefgelaufener Bankraub genau nach dem, was ich suchte.
Da machte es mir auch wenig, dass mir der restliche Cast bis auf Kyle Schmid, der hier den Hacker Griffin spielt, rein gar nichts sagte.
Muss ja nichts heißen, kann ja trotzdem ein unterhaltsamer Film sein…
Zuerst zum Positiven:
ich habe nichts für den Film bezahlt. Mehr fällt mir leider auch nach intensivem Nachdenken nicht ein.
Außer vielleicht noch, dass dieser Film so schlecht ist, dass es fast schon wieder amüsant war.
Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so schlechte Schauspieler gesehen haben, die sich vergeblich abmühen, eine vollkommen vorhersehbare Handlung halbwegs glaubhaft zu verkaufen und dabei scheitern.
Bruce Willis, dem man ja durchaus ein gewisses schauspielerisches Können zutrauen darf, steht einfach nur formschön in der Gegend rum, darf ab und an mal was sagen und streng beziehungsweise böse kucken.
Und zwei Mal erschießt er jemanden. Wenn er wenigstens jemanden verhauen hätte….
Der Hauptdarsteller hat ganze zwei Gesichtsausdrücke und wirkt in den Prügelszenen auf Grund seiner Motorik wie ein Bud Spencer ohne Haare auf mich. Hätten die Macher das alles eher slapstickhaft angelegt, hätte es vielleicht funktionieren können. Aber die meinten das alles total ernst…
Die Räubercrew übertrifft sich beim überzogenen Schauspielern und haben mich stellenweise an die Fünftklässler meiner Theater-AG erinnert, wenn die Leiterin der AG schrie ‚JETZT erschrocken kucken!‘ sahen die genauso aus, wirklich sehr subtil!
Schmid sticht da als einziger noch heraus, allerdings haben sie dem erstens einen Wyatt-Earp-Gedächtnis-Schnorres verpaßt und lassen ihn dann zweitens aus dem Bildausschnitt fallen und zeigen lieber den ausdruckslosen Hauptdarsteller, anstatt sich auf seine Sterbeszene zu konzentrieren.
Ups! Hab ich jetzt gespoilert?!? Tschuldigung!
Frauen dürfen auch mitmischen, wobei die eine als Auftragskillerin immer gleich ausdruckslos kuckt – soll wohl zeigen, wie cool sie ist – und die andere im Gesicht so übel verschlimmbessert wurde, dass ich kaum hinkucken konnte.
Solche Schlauchbootlippen gehen echt gar nicht für mich!
Am Ende sind dann quasi alle ausser dem Hauptdarsteller tot, der schiefgelaufenen Überfall und Mord sind so dermassen vorherhsehbar aufgeklärt, der Glatzenpeter reitet zufrieden in den Sonnenuntergang und ich kriege die 89 Minuten Lebenszeit, die ich mit dem Unsinn verplempert habe, nie wieder.
Also alles supi an der Filmschrott-Front. Herr Willis, was haben Sie sich nur dabei gedacht!!!

’10 Minutes gone‘ als DVD bei Amazon.de und als Stream bei Prime Video (Affiliate-Links)

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6 Antworten zu 10 Minutes gone (Originalversion)

  1. Michele Marsh schreibt:

    Herba Mr Willis was thinking money he has a young wife and two young daughters to support now! Isn’t he the same character over and over again after Moonlighting ( which I really loved) and Die Hard sagas ?

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  2. Pingback: Medienjournal: Media Monday #541 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  3. Herba schreibt:

    @Michele: You are most certainly right, but I doubt he got that much money for this.

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  4. Michele Marsh schreibt:

    Maybe dividends or a chunk of the profits. I remember reading long time ago James Spader when asked why he was in so many movies ( many that didn’t do well) he said for the money he had a family and was thinking of security for them. Stefanie Powers said never turn anything done because it could be an actors last job offer

    Gefällt mir

  5. Herba schreibt:

    @Michele: from the actors point of view totally understandable.

    Gefällt 1 Person

  6. Pingback: Cash Truck (Originalversion) | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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