Spy City (Originalversion)

Berlin, Anfang der Sechziger Jahre:
Der britische Mi6-Spion Fielding Scott (Dominic Cooper) trifft sich in einer öffentlichen Toilette mit einem britischen Kollegen, der ihn angreift. Scott tötet ihn daraufhin in Notwehr, wird daraufhin nach London zurückbeordert und kalt gestellt.
Ein Jahr später holt ihn sein Chef (Rupert Vansittart) zurück, weil ein deutscher Wissenschaftler (Wanja Mues) überlaufen und nur mit seinem alten Freund Scott zusammenarbeiten möchte.
Zurück in Berlin versucht Scott nicht nur eine sichere Flucht für den Freund zu organisieren, sondern auch herauszufinden, was hinter dem Angriff des Kollegen steckt und wer geheime Informationen an andere Geheimdienste weitergibt?

Ich bin vor Urzeiten, als Dominic Cooper als Hauptrolle für die Miniserie bekannt gegeben wurde, darauf aufmerksam geworden, habe die Serie danach dann aber schnell wieder aus den Augen verloren.
Nun hat mich ein Tweet von Poe vor kurzem erneut darauf gestoßen und da das Spionage-Thema eigentlich immer bei mir ankommt, habe ich mir die Serie in den letzten Tagen angeschaut. Sechs Folgen kann ich auch mit wenig Zeit ganz gut und mehr oder weniger zusammenhängend anschauen.
Und das war auch ganz gut so, denn es gibt wirklich einige Mitwirkenden und mit zu viel Zeit zwischen den einzelnen Folgen hätte ich mich unter Umständen öfter mal gefragt, wer das denn nun nochmal war.
Gedreht wurde die Miniserie nicht in Berlin, sondern in Prag, was mir allerdings nicht weiter negativ aufgefallen ist.
In jeder Folge werden authentische Berlin-Aufnahmen eingestreut, die neuralgische Punkte wie das Brandenburger Tor oder das Cafe Kranzler zeigen, außerdem wurde teilweise mit CGI gearbeitet, um zum beispiel Stadtansichten als Hintergrund zu liefern. Hier und da ist mir aufgefallen, aber da die Produktion sicher nicht das Budget einer Hollywoodproduktion für teure digitale Bearbeitungen zur Verfügung hatte und das ganze auch nicht zu oft vorkam, konnte ich das gut verschmerzen.
Da ist mir weit öfter aufgefallen, dass Cooper als Scott in mehr als einer Szene in seinem schicken Anzug und mit Sonnenbrille merkwürdig deplaziert wirkte. Als Spionage-Tarnung fand ich diese Garderobe ziemlich unpassend, aber gut, den beteiligten Berlinern ist das natürlich entgangen, so weit nichts anderes im Drehbuch stand.
Ansonsten hat mir Cooper als Agent aber gut gefallen, er kann sowohl glaubhaft smart, als auch hart agieren und sich auch mal prügeln – falls sich jetzt jemand fragt: als James Bond will ich ihn trotzdem nicht sehen.
Sehr positiv finde ich auch, dass die verschiedenen Nationalitäten zumindest in der OV nicht synchronisiert werden, sondern in ihren jeweiligen Muttersprachen miteinander reden dürfen und dann nur mit anderen Englisch sprechen. Denn obwohl ich Untertitel nicht besonders mag, tragen die verschiedenen Sprachen zur Atmosphäre bei, die ansonsten für das viergeteilte Berlin schwer zu erzeugen wäre.
Und natürlich sorgt das auch dafür, dass der Cast recht divers gehalten ist. In der deutsch-britisch-tschechischen Co-Produktion wirken unter anderem Briten, Deutsche, Amerikaner, Franzosen und Tchechen mit
Außerdem gut gefallen hat mir die Tatsache, dass mir erstaunlich wenig Klischees aufgefallen sind und niemand, außer der Stasi und den Nazis vielleicht, nur böse oder gut gezeichnet wurde.
Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, obwohl es nicht so wahnsinnig viele Actionszenen gibt und ich habe wirklich gern mitgerätselt, wer denn nun was verbrochen hat.
Von den deutschen Schauspielern sind mir besonders Johanna Wokalek als Fotografin Ulrike und Mark Zak als russischer General Kovrin positiv aufgefallen.
Leonie Benesch als Sekretärin Eliza hingegen fand ich viel zu atemlos und hölzern, obwohl die Rolle wirklich viel hergibt.
Insgesamt hat mich ‚Spy City‘ wirklich gut unterhalten und ich habe sie gern gesehen, auch wenn die Serie mir am Ende nicht ganz so gut wie zum Beispiel ‚Schatten der Mörder – Shadowplay‚ gefallen hat.

‚Spy City‘ beim ZDF, Links zur Mediathek inklusive. Dort ist die Serie noch bis zum 30.11.2021 verfügbar
Die Serie im deutschen Fernsehen – Termine
‚Spy City‘ bei Odeon Film
‚Spy City‘ als DVD bei Amazon.de (Affiliate-Link)

Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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10 Antworten zu Spy City (Originalversion)

  1. CraMERRY schreibt:

    Mir hat es auch gefallen und wie du habe ich es zügig weggesehen. Dann fällt allerdings auf, dass die reingeschnittenen Originalaufnahmen immer wieder die gleichen sind (Kino mit Via Mala -Plakat) und auch recht unoriginell in der selben Reihenfolge. Nun ja, hat ja auch keiner was von Kampf-Bingen gesagt 🤷🏻‍♀️

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  2. Herba schreibt:

    @CraMERRY: Siehste, ich hab höchstens zwei Folgen pro Tag geschaut, mir ist das gar nicht aufgefallen. Allerdings kam mir die Ansicht vom Cafe Kranzler irgendwann doch sehr bekannt vor *lol*

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  3. Michele Marsh schreibt:

    Herba was Dominic Cooper in the running for new Bond?

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  4. Herba schreibt:

    @Michele: I am not sure, if he was on one of the lists but I am pretty certain ‚Bond‘ was mentioned during the promo for ‚Spy City‘, so I wanted to state my opinion in the matter 🙂

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  5. Michele Marsh schreibt:

    Do you think Hiddles still has a shot or he’s past his prime ?

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  6. Herba schreibt:

    @Michele: Tough question! It will depend on how the producers want to reinvent the franchise I guess. We#LL have to wait and see.

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  7. Michele Marsh schreibt:

    Yup agree with you but I think Hiddles would be great! He’s charming debonair and funny ! He was Loki !!❤️❤️👏👏👏👏

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  8. Herba schreibt:

    @Michele: Not sure if his involvement in the Marvel franchise would allow him to do Bond but yes I could live with Hiddles as Bond

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  9. Michele Marsh schreibt:

    Ahh conflict of interest? I wouldn’t mind seeing Hiddles on stage either 😁

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  10. Herba schreibt:

    @Michele: I have no idea if this is a thing but it might be

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