Die zwei Gesichter des Januars (Originalversion)

Griechenland, 1962:
Der Amerikaner Rydal (Oscar Isaac) spricht fließend Griechisch, arbeitet als Fremdenführer und betrügt Touristen, um über die Runden zu kommen.
Zufällig lernt er das amerikanische Ehepaar Chester (Viggo Mortensen) und Colette (Kirsten Dunst) MacFarland kennen. Während er Rydal an seinen Vater erinnert, ist er von ihrer Schönheit angezogen. Als er nach einem gemeinsamen Abendessen Chester mit einem bewußtlosen Mann (David Warshofsky) auf dem Hotelflur ertappt, der sich später als Detektiv entpuppt, der hinter den MacFarlands her ist, hilft Rydal dem Ehepaar bei der Flucht.
Wird es ihm gelingen unbeschadet aus dieser Geschichte herauszukommen?

Als ‚Die zwei Gesichter des Januars‘ 2014 in die Kinos kam, ist das vollkommen an mir vorbei gegangen und um ganz ehrlich zu sein, hätte ich ihn mir vermutlich damals auch nicht im Kino angeschaut, wenn ich ihn bemerkt hätte.
Nachdem ich ihn nun gesehen habe, bedaure ich das etwas, denn meine Güte ist dieser Film visuell ansprechend.
Ich liebe das sonnengeflutete Griechenland, dessen warme Farben sich so wunderbar im Filmplakat und in der Garderobe der Hauptfiguren spiegeln. Hier wird ein altmodisches Urlaubsgefühl zelebriert, das mich auf dem heimischen Sofa total abgeholt hat.
Als die Geschichte langsam an Fahrt aufnimmt, wechselt die Szenerie, die Reisenden begeben sich nach Kreta und die Farbgebung wird erdiger, das Licht wird schärfer und der Ton zwischen den Hauptfiguren wird rauer.
Der Showdown findet dann in einer lebhaften Großstadt statt und vom ehemaligen Urlaubsflair am Anfang ist nichts mehr übrig.
Das alles lenkt aber keineswegs von der eigentlichen Handlung und der Beziehung zwischen den drei zentralen Figuren ab, sondern liefert ganz im Gegenteil einen wunderbaren Rahmen für eine spannende, aber auch tragische Geschichte, die sich zu einem Katz-und-Maus-Spiel zuspitzt und von der man als Zuschauer schnell die Ahnung bekommt, dass da eigentlich nichts gut ausgehen kann.
Oscar Isaac hat mich als jüngerer Kontrapunkt zum großartigen Viggo Mortensen wirklich beeindruckt. Die Beiden liefern sich einen sehenswerten, schauspielerischen Schlagabtausch und ich habe wirklich gern während des Schauens gedanklich spekuliert, wer hier wohl am Ende die Oberhand behalten würde.
Kirsten Dunst hat eine etwas kleinere Rolle, als die beiden Herren, hat mir aber fast genauso gut gefallen. Sie wirkt jung genug, um für Isaacs Rydal eine glaubhafte Versuchung darzustellen, aber nicht zu jung, um die Beziehung zu Mortensen creepy wirken zu lassen. Und das obwohl die Beiden über zwanzig Jahre trennen.
Was mich wirklich überrascht hat, war die Tatsache, dass ich wirklich für alle Drei Sympathie aufbringen konnte und jedem gewünscht hätte, dass er beziehungsweise sie heil aus der ganzen Geschichte hervorgehen kann und das ist meiner Meinung nach voll dem tollen Schauspiel der Drei geschuldet.
Ich war von Anfang bis Ende gefesselt, wobei der Film mit 96 Minuten auch wirklich knackig inszeniert ist.
Insgesamt halte ich ‚Die zwei Gesichter des Januars‘ für ein gelungenes Spannungsdrama, das zeigt, dass Filme auch ohne ständige Action einiges an Spannung bieten können, wenn die Inszenierung stimmt und die Schauspieler so gut als Ensemble funktionieren, wie hier.
Diesen Film habe ich ganz sicher nicht zum letzten Mal gesehen, so viel steht fest!

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Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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5 Antworten zu Die zwei Gesichter des Januars (Originalversion)

  1. Michele Marsh schreibt:

    Herba this sounds good and I’m a sucker for Greece and any location in Europe ❤️

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Michele: It was really beautiful filmed and I really liked the movie.

    Gefällt 1 Person

  3. Michele Marsh schreibt:

    Cool Herba that’s a truly great ringing endorsement

    Gefällt mir

  4. Herba schreibt:

    Michele: Well, honor where honor is due 🙂

    Gefällt 1 Person

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