Anna (Originalversion)

Moskau, 1985:
Eine ganze Reihe von amerikanischen Spionen wird enttarnt…zwei Jahre später erhält Anna (Sasha Luss), eine drogensüchtige, junge Frau, die immer wieder das Opfer von häuslicher Gewalt wird, das Angebot für den KGB zu arbeiten.
Widerstrebend ergreift Anna die Chance und wird ein Jahr lang zur Agentin ausgebildet, die danach vier Jahre lang unter der Führung der erfahrenen Olga (Helen Mirren) und ihres Anwerbers Alex (Luke Evans) arbeiten soll.
Iht erster Auftrag führt sie als Model nach Paris. Dort gerät sie ins Visier des CIA-Agenten Lenny (Cillian Murphy).
Wird es ihr trotzdem gelingen, ihren Auftrag auszuführen und zu überleben?

Als ich zu ‚Anna‘ griff, war ich auf der Suche nach leichter Actionunterhaltung, die mich hoffentlich gut unterhalten würde, auch wenn die Kritiken zum Film nicht gerade euphorisch ausgefallen waren.
Und da der Cast für mich hier sehr stimmig aussah, lagen die Chancen auf gute Unterhaltung auch gar nicht so schlecht, was das angeht bin ich ja manchmal recht einfach gestrickt.
Zudem kenne ich frühere Actionstreifen mit Heldinnen des Regisseurs Luc Besson nicht (oder kann mich nicht mehr daran erinnern, sie gesehen zu haben), also legte auch das die Latte für ‚Anna‘ nicht höher.
Sasha Luss wirkt als Anna sehr kontrolliert und unterkühlt, was ich aber für ihre Rolle als sehr passend empfand.
Großartig amüsiert hat mich Helen Mirren als erfahrene KGB-Agentin Olga, die mit der Betonfönwelle, den dicken Brillengläsern und dem vielen Rauchen stellenweise fast wie eine Charikatur wirkt und mich vom Aussehen her ein wenig an die Oma von Fran Fine aus ‚Die Nanny‚ erinnert hat. Zum Glück darf sie ein paar Mal beweisen, was für ein harter Hund sie ist, was den Karikaturvorwurf für mich vom Tisch wischt. Ich fand sie jedenfalls herrlich.
Gewöhnungsbedürftig war für mich Luke Evans breiter, russischer Akzent, der seine Rolle gut unterstützt, mich aber auch irritiert hat.
Man könnte in diesem Licht nun darüber diskutieren, dass es ja genug osteuropäische Schauspieler geben dürfte, die diesen Akzent gar nicht spielen müßten, aber da für mich Luke Evans ein Punkt war, diesen Film überhaupt anzusehen, spare ich mir das an dieser Stelle.
Dass er eben kein Russe und KGB-Agent ist, habe ich beim Anschauen nie vergessen, aber da Luke Evans eben Luke Evans ist und auch im dicken Wollpullover nicht ganz unnett aussieht, konnte ich damit leben.
Den Rang definitiv abgelaufen, was das prädikat ‚Hottie des Films‘ angeht, hat Evans aber definitiv Cillian Murphy, der in meinen Augen mit ein bißchen Farbe im Gesicht und ohne Peaky-Blinders-Frisur definitiv einiges hermacht. Von der bettkante hätte ich seinen Lenny jedenfalls nicht geschubst.
Ein wenig geschauspielert wurde neben dem ‚gut aussehen‘ zum Glück aber auch noch.
Die Geschichte wird nicht-linear erzählt, was mich ein wenig genervt hat, was dem Film aber durchaus gut getan und für den ein oder anderen Twist gesorgt hat.
Die Actionszenen waren für mich gut choreografiert, wenn im Fall der Kneipenschlägerei vielleicht auch ein wenig zu lang ausgefallen.
Die Handlung ist nicht sonderlich innovativ, konnte aber, wie gesagt durch den ein oder anderen Twist Spannung schaffen und zwischendurch gab es (für mich und meinen manchmal merkwürdigen Humor?) auch die ein oder andere Szene zum Schmunzeln. Dabei dürfte die Parkszene und die Schlußszene von Olga zu meinen Lieblingen gehören.
Insgesamt habe ich von ‚Anna‘ genau das bekommen, was ich wollte.
Nämlich relativ anspruchlose, aber kurzweilige Unterhaltung, die mich aus dem Alltag entführt.
Und genau das habe ich bekommen, von daher hat der Film für mich alles richtig gemacht, wenngleich die Messlatte dafür zugegebenermaßen an diesem Tag auch ziemlich niedrig lag.

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Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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20 Antworten zu Anna (Originalversion)

  1. Wortman schreibt:

    Erinnert irgendwie an “ Codename: Nina“ oder an „Nikita“.
    Wenn ich dir einen herrlichen Film von Besson empfehlen darf: Angel – A 🙂

    Angel A

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  2. Servetus schreibt:

    Somehow, Luke Evans keeps getting cast …

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  3. Herba schreibt:

    @Wortman: An ‚Codename Nina‘ erinnere ich mich nicht, aber ja zu ‚Nikita‘ gibts einige Parallelen,
    Danke für den Tipp, aber das ist nicht so mein Ding, glaube ich.

    Gefällt 1 Person

  4. Herba schreibt:

    @Servetus: Do I hear a bit of lack of appreciation in that comment? 😉

    Gefällt 1 Person

  5. Servetus schreibt:

    LOL. Or a certain amount of jealousy on behalf of a third party 🙂

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  6. Wortman schreibt:

    Nina ist das gleiche wie Nikita. Weiß jetzt nur nicht, wer zuerst da war.

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  7. Herba schreibt:

    @Servetus: No idea what third party that might be 😉 :mrgreen:
    I mostly like the guy, follow him on Instagram and sometimes I catch myself while thinking ‚I wish the third party could be a little bit more like the Luke Evanses of this world!‘
    And then I tell myself that this is a bit unfair and that you can’t put a Rampensau into a sensitive plant like said third party. Tja, Augen auf bei der Wahl des OdB 😉

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  8. Herba schreibt:

    @Wortman: Nikita ist der Urfilm und war zuerst da, Codename Nina ist das Remake und kam drei Jahre später – hab das mal gegoogelt.

    Gefällt 1 Person

  9. Servetus schreibt:

    yeah, no one would ever accuse the third party of being a Rampensau! And you’re right. I just find it a bit bizarre that apparently to get cast as a detective on British tv (like almost every other Hobbit actor there was), third party has to produce his own series? Something is not right. But I will shut down my train of thought, as comparisons are odious.

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  10. Herba schreibt:

    @Servetus: After I read an interview with Mark Strong years ago in which he stated that he’d gotten the advice to decide wether he wanted to do movies or tv and refuse the other to build a solid career I always think in RAs case it might have happened something similar but without the intuition that tv shows would get big in the following years and that it would somewhat backfire.
    Or something happened during the time he quit Spooks and all bridges to british tv were burned?
    Or wasn’t he bold enough to go for the Hollywood Hills?
    It’s a total mystery to me and yes, comparisons are odious and not very helpful but I can’t help it and wonder if something went wrong (and if so what the heck happened) or if he likes his career the way it is.

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  11. Wortman schreibt:

    Ah ok. So herum war das. Danke dir 🙂

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  12. Herba schreibt:

    @Wortman: Gern. Sowas will ich dann immer ganz genau wissen 🙂

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  13. Wortman schreibt:

    Ist ja nichts schlechtes 🙂

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  14. Michele Marsh schreibt:

    Herba Cillian Murphy!!!!!! ❤️❤️❤️ Helen Mirren always fabulous to see imo

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  15. Herba schreibt:

    @Michele: Yes, I always like to see her and here with an thick russian accent she was great too (and a bit funny at times).

    Gefällt 1 Person

  16. Michele Marsh schreibt:

    She has a wicked sense of humor just like Judi Dench!

    Gefällt 2 Personen

  17. Servetus schreibt:

    Interesting speculations. I wish he’d decided for TV just because I would see him more often then.

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  18. Herba schreibt:

    @Servetus: Me too. Even if it’s something like ‚Berlin Station’…..okay, not really but you’ll get my drift 🙂

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  19. Servetus schreibt:

    I think that’s the issue — if he’s on TV every year, if some of what he does isn’t that great, oh, well. If it’s the only TV we see for six years (as was the case then, I believe) then the expectations are higher.

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  20. Herba schreibt:

    @Servetus: Yes, that’s true. And the producers of BS raised the bar even higher with all their talk about their approach and high standards. Thinking about their spiel still makes me angry

    Gefällt 1 Person

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