Schach mit dem Tod von Steffen Jacobsen [Werbung]

Nachdem sein Schiff torpediert und der Elektroingenieur David Adler verletzt wurde, kuriert er sich in einem britischen Krankenhaus aus.
Dort macht man ihm das Angebot, seinen berühmten Cousin Niels Bohr als Sekretär zu unterstützen.
David stimmt zu und schon bald ist er mit Bohr auf dem Weg nach Los Alamos, wo das Manhattan-Projekt vor dem Durchbruch steht und die Welt für immer verändern wird…

Wer mich kennt weiß, dass Physik nicht unbedingt zu meinen Lieblingsdisziplinen gehört, aber die Historie rund um die Entwicklung der Atombombe hat mich dann doch interessiert und gepaart mit Spionage als Thema konnte ich daher Steffen Jacobsens ‚Schach mit dem Tod‘ auch nicht widerstehen.
Der Roman beginnt Ende der Vierziger Jahre mit einem totkranken, russischen General, der mit einem Unbekannten per Telegram Schach spielt und springt dann in die Zeit des 2. Weltkriegs zurück.
Zum Glück bleibt es bei wenigen Kapiteln, in denen in der Zeit hin und her gesprungen wird. Ansonsten erzählt Jacobsen seine Geschichte fortlaufen.
Sein Schreibstil ist gut lesbar und zudem schafft er eine gute Atmosphäre, die mich an die Schauplätze der Geschichte versetzt hat.
Gerade die Beschreibungen rund um Los Alamos und das Camp der Wissenschaftler fand ich sehr ansprechend.
Mit David Adler schafft der Autor zudem eine sympathische Hauptfigur, durch dessen Augen man der Handlung folgt und immer wieder Teile des wissenschaftlichen Prozesses, der schließlich zur Atombombe führt, erklärt bekommt.
Das ist für mich vielleicht auch die größte Leistung Jacobsens. Er erklärt physikalische Zusammenhänge so, dass auch ein Laie wie ich sie verstehen kann und ohne langweilig oder langatmig zu werden.
Spannend fand ich auch, wie Jacobsen die historischen Figuren Bohr und Oppenheimer zeichnet.
Ich kenne mich zu wenig aus, um beurteilen zu können, wie nahe dran er an den wirklichen Menschen ist und auch das Nachwort gibt darüber keinen rechten Aufschluss.
Aber ich mochte beide sehr gern und fand sowohl den inneren Konflikt Bohrs was sein Mitwirken an der Entwicklung der Atombombe angeht, als auch die Getriebenheit von Oppenheimer so spannend wie schlüssig.
Ein wenig klischeehaft ist in meinen Augen nur die weibliche Hauptfigur geraten und ihre Motive fand ich am Ende auch nicht ganz schüssig.
Alles in allem tat das dem Lesegenuss aber keinen Abbruch und so habe ich ‚Schach mit dem Tod‘ als unterhaltsamen, stellenweise auch spannenden historischen Roman erlebt, der beim Lesen die Ereignisse rund um das Manhattan-Projekt vor meinem inneren Auge hat auferstehen lassen.
Ich wurde gut unterhalten und weiß nun (vermeintlich?) ein wenig mehr über die historischen Ereignisse, die zu dem Bombenabwurfen über Hiroshima und Nagasaki führten. Von daher würde ich den Roman jederzeit wieder lesen und kann ihn Interessierten auch guten Gewissens weiterempfehlen, auch wenn man natürlich nicht vergessen darf, dass es sich hier um Unterhaltungsliteratur handelt und nicht um ein Sachbuch.

Steffen Jacobsen bei Penguin RandomHouse
‚Schach mit dem Tod‘ bei Amazon.de (Affiliate-Link)

Der Roman wurde mir vom RandomHouse-Bloggerportal als Belegexemplar zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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