Ein Buchwurm in seinem Element

Heute gibts mal keinen Post zu einem bestimmten Buch, das ich gerade beendet habe, sondern zu meiner allgemeinen Lesestimmung, weil ich gemerkt habe, dass mich diese gerade gedanklich sehr beschäftigt.

Ich glaube, ich habe hier auf dem Blog schon zur Genüge geschildert, wie ich mich als Kind und Jugendliche durch sämtliche Bücher, die ich irgendwie auftreiben konnte, gelesen habe.
Das beschränkte sich zwar auch damals schon zumeist auf Unterhaltungsliteratur – so verzweifelt, dass ich Lexika oder ähnliches gelesen habe, war ich nie – aber dabei war ich dann nicht immer besonders wählerisch.

Als Erwachsene hat sich das natürlich etwas eingependelt, die Anzahl der gelesenen Bücher schwankte stark, je nachdem was sonst noch so los war, aber das Gefühl, dass ohne kontinuierliches Lesen etwas fehlen würde, blieb immer.

Blöd wird es, wenn es Zeiten gibt, wo man einfach zu müde oder abgelenkt oder beides ist, um zu lesen, wie es bei mir in den letzten Jahren öfter der Fall ist.
Immer längere Leseflauten schlichen sich ein, vor allem wenn ich ein Buch erwischte, das nicht ganz meinen Geschmack traf.
Beim Pendeln in der Bahn war ich morgens noch und abends dann schon wieder zu müde, um zum Buch in meiner Tasche zu greifen und daheim war es einfacher sich vom Fernseher berieseln zu lassen, als sich zu konzentrieren und zu lesen.
Gelesen habe ich trotzdem weiterhin, aber irgendwie war mir scheinbar diese unbedingte Neugier und Vorfreude auf das nächste Buch verloren gegangen und je bewußter mir das wurde, desto ‚trauriger‘ machte mich das. Denn Bücher bzw. das Lesen gehören einfach zu meinem Leben dazu.

Schließlich ist es ein tolles Gefühl sich in einem Buch zu verlieren, abends im Bett noch ein paar Seiten lesen zu wollen und dann festzustellen, dass man die halbe Nacht durchgelesen hat…

Erzwingen kann man das alles nicht, das ist mir sehr bewußt. Aber dieser Lesefluss fehlte mir sehr.
Wie sehr, habe ich erst gemerkt, nachdem er nun zurückgekehrt zu sein scheint. Genauso unerklärlich, wie er verschwunden ist, ist er nämlich seit ein paar Wochen wieder da.

Auf meinem Instagram-Profil (siehe auch rechts hier auf dem Blog) kann man sehen, dass Bilder von Büchern, die ich grade lese oder gelesen habe, zugenommen haben.
Auch weil ich wieder regelmäßig vor dem Schlafen gehen lese und wenn es nur ein Kapitel ist. Aber meist bleibt es nicht dabei – yay!
Und ich freue mich wieder viel mehr auf die Bücher, die auf mich warten. Freue mich, wenn ich neue Bücher kaufe, wie zuletzt diesen Stapel hier, der aus Büchern besteht, die ich schon länger auf der Wunschliste hatte.
Demnächst wird dann sicher auch mal wieder in meiner Buchhandlung vor Ort gestöbert und im Urlaub, der demnächst endlich ansteht, habe ich dann auch mal wieder Zeit ohne Rücksicht auf Verluste auch mal eine Nacht durchzulesen und komplett im betreffenden Buch, welches es auch immer sein wird, abzutauchen.

Darauf freue ich mich schon sehr. Denn ich merke, wie mir das Lesen gut tut, als kleine Flucht aus dem Alltag, als Entspannung, als Anregung Neues zu entdecken bzw. zu lernen und meinen Horizont zu erweitern.
Aber auch als emotionales Hilfsmittel, um zu lachen, zu schimpfen oder vielleicht auch einfach mal loszuheulen, wenn es das Buch und meine Stimmung erfordert.

Bei all dem geht es mir übrigens aber nicht um die Menge der gelesenen Bücher. Ich dokumentiere das zwar über meinen Goodreads-Account, aber nur, damit ich weiß, WAS ich gelesen habe, die Statistik spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Hauptsache Lesen, wie viele Stunden, Seiten, Bücher ist mir schnurzpiepegal!

Ich merke, wie gut mir der wiedergefundene Buchwurm-Modus gerade tut.
Und ich hoffe sehr, dass er nicht einfach wieder so verschwindet, sondern mir in der ein oder anderen Form erhalten bleibt, auch wenn sich nach Corona die Welt mehr und mehr wieder auf den Status Quo zubewegt und ich bald wieder im altbekannten Pendler-Hamsterrad angekommen sein werde.
Mit einem Buch in der Hand läßt sich das alles viel leichter händeln, finde ich…

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21 Antworten zu Ein Buchwurm in seinem Element

  1. freiedenkerin schreibt:

    Wie schön, dass du deinen Bücherwurm-Modus wiedergefunden hast. 🙂 Meiner begleitet mich nun schon seit ungefähr sechzig Jahren. Es gibt viele Dinge, auf die ich locker verzichten könnte, aber niemals auf Bücher, auf das Lesen abends im Bett, oder während einer Zugfahrt, beim Warten auf den Arzttermin etc….
    Liebe Grüße!

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  2. Esther schreibt:

    Oh, das ist schön zu lesen! Hoffentlich bleibt es auch so für Dich!

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  3. Rina schreibt:

    Zum Glück hast du deinen Lese-Flow wieder – ich hatte auch eine kurze Phase, weil ich einige Bücher erwischte, die mich nicht fesselten – aber jetzt geht es und ich bin froh – ohne Lesen fehlt einfach was…

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  4. Herba schreibt:

    @freidenkerin: das finde ich auch. Ein Leben ohne Bücher ist möglich, aber sinnlos 🙂
    Liebe Grüße zurück!

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  5. Herba schreibt:

    @Esther: Danke, das hoffe ich auch.

    Gefällt 1 Person

  6. Herba schreibt:

    @Rina: Ja, wirklich. Das hat mir total gefehlt. WIe bei Dir gehts ohne Lesen einfach nicht.

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  7. Rina schreibt:

    Nein, wirklich nicht – wenn es nur wenigstens paar Zeilen sind mit denen ich den Tag abschliessen kann, dann bin ich schon zufrieden.
    📖📖

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  8. Kate schreibt:

    Das klingt super. Bei mir ist es gerade umgekehrt. Während ich generell und noch verstärkt seit Beginn der Pandemie sehr viel und regelmäßig lese, hänge ich lesetechnisch gerade etwas durch. Ich hoffe, das legt sich bald wieder, eben weil das so eine super Möglichkeit ist, der Realität mal kurz zu entkommen.

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  9. Herba schreibt:

    @Rina: Das geht mir auch so. AUch wenn immer die Gefahr besteht, dass ich mich festlese und dann viiiiiiel zu lange wach bin 🙂

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  10. Herba schreibt:

    @Kate: Das tut mir leid. Liegt’s vielleicht am aktuellen Buch?

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  11. Rina schreibt:

    Ach ja – das habe ich nicht mehr so oft…die Augen sind zu schwer….Aber im Urlaub – da geniesse ich es…

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  12. Kate schreibt:

    Helfen tut es nicht. 😂 Aber das hab ich jetzt auch kurzerhand zurück auf den “zu Lesen” Stapel geschmissen. Das pack ich so schnell nicht mehr an.

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  13. Herba schreibt:

    @Kate: So schlecht???

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  14. Kate schreibt:

    Ja, echt grotte. Nicht vom Schreibstil, sondern von der Story. Ich bastle jetzt noch ein bisschen für die Auktion weiter und höre dabei Joy Ellis. Das mag mein Hirn. 😁

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  15. Herba schreibt:

    @Kate: Klingt nach einem guten Plan. Aber sag mal, wie oft hast Du die Ellis-Bücher nun schon gehört? 🙂

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  16. Servetus schreibt:

    This is such a positive development! i can very much identify. I’m reading again too after about six months where not much happened.

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  17. Kate schreibt:

    Öfter. 🙄 Aber ich höre gerade die andere Reihe von ihr mit Nikki Galena. (Nicht von RA gelesen—verrat’s nicht weiter.)

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  18. Herba schreibt:

    @Servetus: Absolutely and I am glad for both of us 🙂

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  19. Herba schreibt:

    @Kate: Da lohnt sich dann auch die Anschaffung 🙂 Ich schweige 😉 Wer ist da der Vorleser?

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  20. Kate schreibt:

    Henrietta Meire. Britische Schauspielerin und Sprecherin. Ich kenne sie sonst nicht. Hat eine Weile gedauert, bis ich mich an ihren Lesestil gewöhnt hatte, vor allem, weil manche Figuren aus J&E hier auch auftauchen und die bei RA natürlich ganz anders klingen. Aber inzwischen kann ich das ganz gut trennen. Und die Bücher in Audio sind einfach zurzeit etwas, das ich gut mit meiner Bastelei verbinden kann.

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  21. Herba schreibt:

    @Kate: Ich hab sie mal gegoogelt, das gesicht sagt mir sogar was, allerdings weiß ich nicht, wo iich sie hinstecken soll.
    Ja, für sowas sind Hörbücher echt praktisch. Ich denke mal, dass ich beim Grundreinigen des Hauses, nachdem die Fensterbauer weg sind, auch ein bißchen bei meinem aktuellen Buch weiterkommen werde.

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