Crisis (Originalversion)

 
Was haben ein DEA-Agent (Armie Hammer), eine ex-Schmerzmittel-süchtige Mutter (Evangeline Lilly) und ein Wissenschaftler (Gary Oldman) gemeinsam?
Sie alle sind auf die ein oder anderen Weise von der Opioidkrise in den USA betroffen und ihr Leben hat sich für immer verändert…

‚Crisis‘ ist nicht der erste Film, der sich mit der Opioidkrise in den USA auseinandersetzt und er wird sicher nicht der letzte sein.
Ich wurde durch den interessanten Cast auf den Film aufmerksam und fand auch den Trailer ganz ansprechend.
In der Geschichte werden drei verschiedene Handlungsstränge nebeneinander erzählt, die alle auf die ein oder andere Art mit dem Missbrauch von Schmerzmitteln in Zusammenhang stehen.
Ich fand jeden Handlungsstrang für sich genommen spannend und auch halbwegs glaubhaft erzählt.
Allerdings konnte ich nicht zu jeder der drei Hauptfiguren eine emotionale Bindung aufnehmen.
Am leichtesten fällt das noch bei der Mutter, die unbedingt die Wahrheit über ihren Sohn herausfinden möchte. Bei ihrer Geschichte stellte sich unweigerlich Mitleid ein und ich fand ihren Teil des Films allgemein auch am besten und rundesten erzählt.
Vielleicht auch, weil er nicht so überfrachtet mit Personen ist und sich ganz stark auf Evangeline Lilly als Mutter konzentriert. Lilly spielt das überzeugend und ich konnte den Schmerz ihrer Figur gut nachvollziehen.
Gut gefallen hat mir eigentlich auch der Handlungsstrang rund um den DEA-Agenten, der undercover arbeitet und um sein Leben fürchtet.
Hammer, der den Agent spielt, liefert eine solide Leistung ab, trägt allerdings in der ein oder anderen Szene für meinen Geschmack ein bißchen dick auf.
Was mich an seinem Teil der Geschichte nicht ganz überzeugt hat, war die Involvierung seiner Schwester (Lily-Rose Depp), die wohl unterstreichen soll, wieso er so hartnäckig an den Drogendealern dran bleibt, auch wenn er um sein Leben fürchtet.
Das funktioniert, war mir aber einfach zu viel des Guten und auch ein wenig klischeehaft. Wobei der Film sowieso allgemein einige Klischees verarbeitet.
Am wenigsten konnte ich wohl mit dem Handlungsstrang des Wissenschaftlers anfangen, der sich mit einer großen Pharmafirma anlegt.
Das lag nicht am Spiel von Oldman, der macht seine Sache gut. Nein, mir waren da viel zu viele Personen involviert, die, wie im Fall von Luke Evans, übertrieben gesagt in vier Szenen auftauchen, drei Sätze sagen und ansonsten nur formschön herumstehen.
Das wäre an sich ja nicht schlimm, bringt aber in der Arzt und Weise wie das hier gemacht wird, die Geschichte nicht weiter und hat mich daher ein wenig genervt.
Auch Indira Varma als Oldmans Ehefrau hat für mich keinerlei sittlichen Nährwert für die Geschichte, auch wenn ich sie, genau wie Evans immer gern sehe.
Da wäre vielleicht allgemein weniger mehr gewesen.
Und auf Veronica Ferres als CEO der Pharmafirma, die sich durch ihre Szenen nunschelt, hätte ich persönlich gant verzichten können.
Auch wenn die große Blondine durchaus eindrucksvoll wirkt, wie sie da im Privatjet hockt und gegen Oldman intrigiert.
Das Ende für alle drei Figuren war stimmig, wenn auch ein bißchen dick aufgetragen.
Visuell hat mir die Inszenierung gut gefallen und die Farbgebungen der verschiedenen Handlungsstränge habe ich als sehr stimmig empfunden.
Der Soundrack ging mir zuerst ein bißchen auf den Keks, weil er zu aufdringlich Gefühle bzw. Spannung transportiert hat, fiel mir im Verlauf des Films dann aber nicht mehr negativ auf.
Insgesamt halte ich ‚Crisis‘ für einen soliden Vertreter seines Genres, der mich gut unterhalten hat und den ich, trotz seiner fast zwei Stunden Länge, nicht als langatmig oder zu lang empfunden habe.

‚Crisis‘ als DVD bei Amazon.de und als Stream bei Prime Video (Affiliate-Links)

Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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4 Antworten zu Crisis (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    I imagine, given Hammer’s current problems, this film will be politely ignored. Maybe I am wrong.

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  2. Herba schreibt:

    @Servetus: I think it had an early enough release in the US that it did okay despite Hammer’s problems.
    Wikipedia says:
    ‚…Crisis was the highest-grossing independent film at the US box office in its opening weekend, earning $202,489 across a total of 216 screens. It had the second-highest per-screen average of all films playing that weekend with an average of $883 per screen. It was also the highest-grossing film playing in limited release…‘
    and
    ‚…Crisis was released on home streaming platforms in the US on March 6, 2021. It quickly climbed the iTunes charts where it reached No. 1 in the drama, thriller, and independent categories as well as #2 in overall rentals within its first 24 hours…‘
    but also
    ‚…Jeffrey Wells of Hollywood Elsewhere suggested that critics were attacking the film as „easy pickings“ because of Hammer’s personal controversy…‘

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  3. Servetus schreibt:

    Interesting. I’m fairly certain it didn’t come here at all.

    Gefällt mir

  4. Herba schreibt:

    @Servetus: I think it is labeled as an indie movie, so maybe it was only an restricted release

    Gefällt 1 Person

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