Mare of Easttown (Originalversion)

Seit Mare Sheehan (Kate Winslet) 25 Jahre zuvor den entscheidenden Korb für ein wichtiges Basketballspiel warf, ist sie so etwas wie eine lokale Größe in ihrer Kleinstadt Easttown.
Doch die daraus resultierende Aufmerksamkeit war ihr schon immer unangenehm und wendet sich außerdem gegen sie, als sie den Vermisstenfall eines jungen Mädchens nicht lösen kann.
Als ein Jahr später die junge Mutter Erin (Cailee Spaeny) ermordet aufgefunden wird, bekommt Mare Detective Colin Zabel (Evan Peters) als Partner aufs Auge gedrückt, der bei den Ermittlungen helfen soll.
Doch die Kleinstadtbewohner schweigen eisern und so muss sich Mare nicht nur mit ihren privaten Problemen, die ihr über den Kopf wachsen auseinandersetzen, sondern auch an einem quasi unlösbaren Fall arbeiten…

‚Mare of Easttown‘ ist relativ früh auf meinem Radar gelandet, weil James McArdle (als Diakon Mark Burton) mitwirkt, den ich wirklich gerne sehe.
Und natürlich ist für mich auch Kate Winslet in der Hauptrolle ein absoluter Pluspunkt.
Als dann HBO mit der Ausstrahlung der sieben Folgen begann, waren die vielen positiven Reaktionen im Netz kaum zu überlesen und die Freude auf die Krimiserie wuchs bei mir noch einmal.
Zum Glück hat in Deutschland Sky für eine recht schnelle Ausstrahlung gesorgt und ich konnte die Miniserie mehr oder weniger am Stück bingen.
‚Mare of Easttown‘ wirkt grundsätzlich eher düster. Umso überraschender sind daher Szenen, die Humor zeigen, denn es wird bei allen Problemen, die es in der Gemeinschaft gibt, auch immer wieder miteinander (und auch mal übereinander) gelacht.
Besonders amüsant fand ich dabei die verbalen Schlagabtausche, die sich Mare mit ihrer Mutter Helen (Jean Smart) liefert.
Und hier wären wir dann auch schon bei einer weiteren Stärke der Serie: die starken Frauenrollen.
Nicht nur Mare ist eine starke Frau, die in ihrem Leben einiges mitgemacht hat, sondern auch Helen und Mare’s Tochter Siobhan (Angourie Rice) oder Mare’s Freundin Lori (Julianne Nicholson).
Analog dazu liefern alle genannten Schauspielerinnen eine großartige Leistung ab, wobei für mich Winslet noch einmal zwischen ihnen herausragt, denn sie gibt als Mare wirklich alles.
Diese Figur ist so vielschichtig und interessant, dass Winslet alle Register ziehen kann. Sie ist mit Leib und Seele Polizistin, aber eben auch Tochter, Mutter, Oma, Exfrau, Freundin, Geliebte und bekanntes Gesicht einer Kleinstadt, wo man sich kennt und viele wissen, was hinter der Fassade los ist.
All diese Beziehungen verlangen Mare einiges ab, jede bringt eigene Konflikte mit sich und mit dem was Mare früher durchgemacht hat, scheint das alles fast nicht ertragbar.
Daher ist Mare zwischendurch auch mal extrem unhöflich und es scheint, als würde sie gefühllos und ohne Rücksicht auf Verluste ihren Weg gehen.
So erscheint sie nicht immer sympathisch, aber eben immer zutiefst menschlich und ich habe sowohl mit ihr bei den Ermittlungen mitgefiebert, als auch mit ihr mitgelitten, als ihr so langsam vieles entgleitet.
Und besonders schön fand ich, dass Mare nicht wie viele anderen Ermittler total abdriftet, sondern zumindest daran arbeitet, Dinge zu verbessern.
Winslet spielt all die Facetten der Figur glaubhaft und unglaublich intensiv. Da ist jedes Lob wirklich verdient und auch das Prädikat ‚Rolle ihres Lebens‘ (zumindest bisher) für mich absolut verdient.
Ich bewundere Winslet für ihren Mut, diese Rolle angenommen und völlig uneitel ausgefüllt zu haben, sehr.
Natürlich kommt auch diese Serie nicht ohne Männer aus und der männliche Cast liefert genauso ab, wie die weiblichen Kollegen. Allerdings bekommen die Männer meiner Meinung nach weit weniger zu tun, wenn es ums Schauspielerische geht.
Und bei manchen Figuren habe ich mich ehrlich gesagt am Ende gefragt, wieso sie überhaupt da waren. Zum Beispiel Richard Ryan (Guy Pearce) fand ich nicht störend, aber auch nicht wirklich sinnvoll, wenn es um die Handlung geht.
Für mein Dafürhalten ist ‚Mare of Easttown‘ so eine fesselnde Produktion, weil einem unweigerlich die zwischenmenschlichen Handlungsstränge in ihren Bann ziehen, aber auch die Kriminalhandlung weiß durchaus zu überzeugen und Spannung zu generieren.
Am Ende kam die Auflösung für mich nicht ganz so überraschend, wie von anderen Zuschauern beschrieben. Denn auch wenn ich insgeheim jemand anderen als Täter im Sinn hatte, hatte ich den Täter doch auch im Auge.
Insgesamt halte ich ‚Mare of Easttown‘ für eine Miniserie, die auf den meisten Ebenen zu überzeugen weiß, mit einer Hauptdarstellerin aufwarten kann, die ihre Kunst auf höchstem Niveau zeigt und in der auch der restliche Cast mithalten kann.
Außerdem überzeugen Ausstattung und Soundtrack, genau wie die Handlung. Prädikat: sehenswert und für mich dieses Jahr auf jeden Fall ein Highlight!

‚Mare of Easttown‘ bei Sky Deutschland
‚Mare of Easttown‘ bei HBO
Die Serie im deutschen Fernsehen – Termine
‚Mare of Easttown‘ als Stream bei Amazon Video (Affiliate-Link)
‚Mare of Easttown‘ als deutscher und englischer Stream bei Amazon Video (Affiliate-Links)

Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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19 Antworten zu Mare of Easttown (Originalversion)

  1. Wortman schreibt:

    Sieht ja nicht uninteressant aus.

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  2. nellindreams schreibt:

    Das hast Du wunderbar beschrieben! Ich empfand gerade die Beziehung zwischen Mare und ihrer Mutter sehr stark – und richtig toll gespielt!

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  3. Herba schreibt:

    @Nell: Das stimmt. Das wurde auch richtig schön weiterentwickelt und dei Beiden haben das, wie DU schon sagst, toll gespielt

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  4. Herba schreibt:

    @Wortman: Ist halt nicht skandinavisch 😉

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  5. Wortman schreibt:

    Ich kenne auch gute englische Serien 😉

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  6. Herba schreibt:

    @Wortman: ‚Mare of Easttown‘ ist amerikanisch, auch wenn Winslet Britin ist. Sie hat aber den US-Akzent hervorragend hinbekommen

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  7. Carly Quinn schreibt:

    I too enjoyed this show very much. It wasn’t what I expected and that was a bit uncomfortable but it was so very well made. I loved the cast (I agree with you re. Guy Pearce) I love Jean Smart. The story was great and had all the twists and turns I like in investigations. The thing that really had me squirming in my seat was the depiction of small town America. I lived in Pennsylvania for ten years and the familiarity of the locations, the weather, the very neighborhoods made me question the reality of it. The drinking and drugs, the personal problems and extremely poor choices of just about everyone in the town had me thinking ’surely not?‘. I haven’t yet decided if I’m irrepressibly naive or patently unaware of the lives of the people around me. That said, loved the show, heard rumors of season 2, can’t wait.

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  8. Wortman schreibt:

    Grade die erste Folge gesehen….
    Ich kann die ganzen Kinder/Jugendlichen noch nicht so einordnen aber das werde ich weiterschauen.

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  9. Wortman schreibt:

    Bin durch. Das war einme sehr gute Serie und Winslet hat gezeigt was sie kann.

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  10. Herba schreibt:

    @CarlyQuinn: Jean Smart is great isn’t she?! She was on fire in the scenes with Winslet, great acting.

    Maybe it’s a bit of both? Naivety/unawareness re the surroundings and artistic freedom/exaggeration to tell a gripping, eciting story. I always compare it to the Miss Marple or similar crime stories. It’s really unlikely that there really is a village with so much death and crime like St. Mary Mead 🙂

    I too read the rumors about a season two. Kate Winslet would love to come back but we’ll have to wait and see if the creators will be able to come up with another story for Mare.

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  11. Herba schreibt:

    @Wortman: Das muss so sein 😉

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  12. Herba schreibt:

    @Wortman: Hey, das freut mich!

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  13. Wortman schreibt:

    Bin ja inzwischen durch.

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  14. Herba schreibt:

    @Wortman: Hab ich gelesen 🙂

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  15. Wortman schreibt:

    Mich auch 🙂

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  16. Esther schreibt:

    Das steht definitiv auch auf meiner Need-To-Watch Liste. Schön zu lesen, dass es Dir so gefallen hat.

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  17. Herba schreibt:

    @Esther: Ich war ganz überrascht, wie gut es mir gefallen hat, auch wenn ich Kate Winslet eigentlich immer mag. Aber das war so anders und richtig, richtig gut gespielt von ihr

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  18. Pingback: Medienjournal: Media Monday #534 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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