Ein perfekter Mord (Originalversion)

Die junge, reiche, unsympathische Emily Bradford Taylor (Gwyneth Paltrow) ist mit dem alten, reichen, unsympathischen Steven Taylor (Michael Douglas) verheiratet, betrügt ihren kontrollsüchtigen Mann jedoch mit dem älteren, unsympathischen Maler David Shaw (Viggo Mortensen).
Da Taylor in Geldschwierigkeiten steckt, weil er sich an der Börse verzockt hat und seine Frau 100 Millionen Dollar besitzt, die er im Fall ihres Todes erbt, erpreßt er den vorbestraften Shaw zu einem Deal: 500.000 Dollar, wenn Shaw Emily ermordet und es wie einen Einbruch aussehen läßt.
Wird Taylors Plan aufgehen und Shaw Emily wirklich umbringen, ohne dass die Beiden vom ermittelnden Polizist Mohamed Karaman (David Suchet) überführt werden?

Heute wäre mein Post zum Rewatch-Sonntag fast ausgefallen. Zum einen habe ich für meine Verhältnisse ziemlich lange geschlafen und bin mit schlechter Laune aufgestanden.
Dann konnte ich die DVD, die ich heute eigentlich schauen wollte nicht finden und da die Amazöner den geplanten Film nur auf Deutsch streamen und ich den mitwirkenden Schauspieler nur schwer synchronisiert ertrage, wuchs die schlechte Laune.
Nachdem ich dann nach dem Mittagessen einen halben Liter stilles Wasser über meinem Couchtisch ausgekippt und die Wahl hatte, entweder zum Schreien in den Wald zu gehen und mich abzureagieren oder einen Film anzuschauen, bei dem ich die Hälfte der Mitwirkenden nicht leiden kann, habe ich mich für Option Zwei entschieden.
Bei meinem Glück hätte es nämlich vermutlich junge Hunde geregnet, sobald ich im Wald angekommen wäre und dann wäre ich heute zum Axtmörder mutiert…

Wenigstens war die DVD zu nem Film mit fast nur Unsympathen schnell gefunden und so wanderte ‚Ein perfekter Mord‘ in den DVD-Player.
Michael Douglas ist für mich nämlich schon immer eher am unsympathischen Rand der Beliebtheitsskala angesiedelt und die Paltrow ertrage ich in dem meisten Fällen nur, wenn es sein muss, oder wenn eh schon alles egal ist, wie heute.
Will man mich zum Würgen und Schimpfen bringen, muss man mir nur ihre Oscar-Dankesrede zeigen und schon geht’s los.
Auch als Emily beweißt sie mir mal wieder, dass ich mit ihren großen, aufgerissenen Augen und der atemlosen Spielweise wenig bis gar nichts anfangen kann.
Da kommt einfach kein Mitleid auf, ich sehe ihre Figur nur als verwöhntes Gör, das schon immer von allen verhätschelt wurde und nicht den Hintern in der Designerhose hat, um ihren passiv-aggressiven Ehemann zu verlassen, den sie vermutlich gegen jeden Rat geheiratet hat.
Douglas Taylor paßt mit seiner Großkotzigkeit und der unterschwelligen Aggression perfekt zu dieser Emily und ich habe mich öfter bei dem Gedanken ‚Hoffentlich landet er im Knast, wenn der Maler seine Olle erledigt hat‘ ertappt.
Viggo Mortensens Shaw wirkt erst wie der schweigsame Künstler, der dann aber sein wahres Gesicht zeigt, als seine unschöne Vergangenheit zu Tage kommt.
Es spricht durchaus für Mortensens Darstellung, dass ich bis zum Schluss nicht genau sagen kann, ob er Emily nur ausnutzen wollte, oder ob er sie wirklich geliebt hat, aber langhaarige Typen (in meiner Kante sagt man dazu im Übrigen ‚langhaarische Bombelescher‘) sind einfach in der Regel nicht mein Ding.
Daher kann ich auch für ihn kein Mitleid empfinden, auch wenn ich den Hut davor ziehe, dass Mortensen die im Film gezeigten Bilder von Shaw alle selber gemalt hat.
Über das Auftauchen von Suchet habe ich mich sehr gefreut, dass er bei dem Film mitmacht, hatte ich nämlich so gar nicht mehr auf dem Schirm.
Es war zwar merkwürdig ihn als amerikanischen Polizist in modernen Klamotten zu sehen, aber er ist auch der Einzige, den ich in dieser Figurenriege halbwegs leiden kann.
Mehr ist zum Cast dann auch nicht zu sagen. Es gibt zwar noch ein paar Nebenfiguren, mit ganz kleinen Parts, aber auch die sind überschaubar.
Da macht sich bemerkbar, dass der Film frei auf einem Theaterstück basiert.
Der Look des Ganzen ist stimmig, verrät aber gleichzeitig auch, dass er aus den Neunzigern kommt, was ja per se nichts Schlechtes ist. Es ist mir nur hier sehr stark aufgefallen.
Lustigerweise ist meine Laune, nachdem ich 107 vor mich hin gegrummelt und über die Paltrow und den DOuglas geärgert habe, wieder etwas besser, also hat der Film seinen Auftrag für heute voll erfüllt.
Insgesamt halte ich ihn für solide, muss ihn aber auch so schnell nicht wieder anschauen.

‚Ein perfekter Mord‘ als DVD bei Amazon.de und als Stream bei Amazon Video

Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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11 Antworten zu Ein perfekter Mord (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    I saw it in the theatres at the time and I didn’t like it although I couldn’t tell you why now.

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  2. M schreibt:

    Was bin ich froh, dass ich nie Filme gucke, in denen mir der Hauptcast unsympathisch ist. *g*

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  3. Herba schreibt:

    @Servetus: My wild guess? A lot of unpleasant characters 🙂

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  4. Herba schreibt:

    @M: Och, das kann auch mal herrlich befreiend wirken. Mir hat es heute jedenfalls geholfen mal ausgiebig zu schimpfen :mrgreen:

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  5. Esther schreibt:

    Oh, das habe ich mir vor langer Zeit auch mal angeschaut, wegen Viggo. War OK, wie ich mich noch erinnere, aber nicht wirklich sehr bemerkenswert.
    Wenn man die 1999 Best Actress Nominees sieht (Meryl Streep, Emily Watson, Cate Blanchett), dann ist es um so unverständlicher, dass Gwyneth Paltrow den Oscar gewonnen hat. Und Paltrow und ihren Goop-Scheiß ärgeren mich noch mehr als ihre Schauspielkünste.

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  6. nettebuecherkiste schreibt:

    Hab mich damals auch ziemlich aufgeregt, ich war ja in Edinburgh ohne Ende im Kino, hatte so viele Filme gesehen und dann bekommt die den Oscar für diese total überdrehte, unglaubwürdige Darstellung…

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  7. Herba schreibt:

    @Esther: Ich habe zwar den Film, für den sie gewonnen hat, nur einmal gesehen, aber ich verstehe den Gewinn auch nicht. Und zu ihrem Business sag ich besser gleich gar nichts, sonst reg ich mich nur auf 😉

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  8. Herba schreibt:

    @Nette: Ich versteh das auch nicht, aber ich finde sie sowieso allgemein als Schauspielerin komplett überbewertet.

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  9. Michele Marsh schreibt:

    Herba I didn’t know Viggo actually painted those pictures! To me he’s the saving grace here
    I second Esther on Paltrow especially her Goop crap
    Kudos to you for rewatching this movie. Option 1 would be my choice and Sam would be a definite mood booster ❤️😊

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  10. Herba schreibt:

    @Michele: He sure is, but his character was such a douchebag *sigh*

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