Captain America: The First Avenger (Originalversion)

New York, 1943:
Der schwächliche Steve Rogers (Chris Evans) ist gerade zum wiederholten Mal durch die Musterung für die US Army gefallen. Um ihn aufzuheitern und Abschied zu feiern, läd ihn sein bester Freund Sergeant James ‚Bucky‘ Barnes (Sebastian Stan), der gerade seinen Marschbefehl nach England bekommen hat, zu einem Doppeldate auf eine Zukunftsausstellung ein.
Dort erregt Steve die Aufmerksamkeit von Dr. Abraham Erskine (Stanley Tucci), der auf der Suche nach einem Kandidaten für ein geheimes, militärisches Experiment ist.
Erskine ermöglicht Steve die Einberufung und wählt ihn schließlich auch für das Experiment aus. Durch ein spezielles Serum wird Steve zum Supersoldaten Captain America, der die freie Welt schon bald vor der deutschen Geheimgesellschaft Hydra und deren Chef Johann Schmidt (Hugo Weaving) retten muss…

Es ist Sonntag, also musste ein weiterer Film für mein Rewatch-Projekt her und da mir beim Aufräumen des DVD-Schranks ‚Captain America: The First Avenger‘ in die Hände fiel, dachte ich mir, dass ich damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann.
Nämlich erstens eine Rewatch und zweitens endlich mal mit meiner schon lange geplanten Marvel-Film-und-Seriensichtung anfangen.

Ich bin ziemlich sicher, dass ich den Film damals als Originalversion im Kino gesehen habe.
Allerdings habe ich bei dieser Rewatch festgestellt, dass ich mich außer an die drei, vier Szenen mit Heinz Kruger (Richard Armitage) alias Scheitel-Heinzi an quasi nichts mehr erinnern konnte, was ja schon ein bißchen peinlich ist. Was soll ich sagen, außer vielleicht: ich bin alt 😉
Auch das Nachlesen in meinem alten Fanforum, das sich während und nach der Dreharbeiten stark mit Scheitel-Heinzi dem Film auseinandergesetzt hat, brachte keine Erinnerungen zurück, aber ich habe über viele Einträge von damals zumindest sehr geschmunzelt.

Aber zurück zum Film. Gleich in der ersten richtigen Szene, in der die Hydra-Brigade in einem Dorf in Norwegen einfällt, habe ich gestaunt was David Bradley bei Captain America zu suchen hat.
Überhaupt war mir nicht bewußt, wie toll der Cast dieses Films eigentlich ist.
Die nächste willkommene Überraschung war Stanley Tucci als Dr. Erskine, den ich freue mich einfach immer, wenn Tucci mal nicht fies, sondern nett spielen darf und man seinen sanften, verständnisvollen Blick zu Gesicht bekommt.
Als väterlicher Freund von Steve hat er eine wirklich gute Figur gemacht, auch wenn die Freundschaft jäh von den Umständen und Scheitel Heinzi unterbrochen wird.
Chris Evans, der vor seiner Verwandlung zum Captain ja sehr, sehr CGI-geschädigt aussieht, gefällt mir gut in der Rolle.
Ich mag sein Engagement, seine Klugheit – die Szene mit dem Fahnenmast war einfach großartig – und sein großes Herz.
Nach seiner Verwandlung sieht er dann auch gleich mal viel besser aus. Allerdings wirken die Muckis nun, als könnte man die Luft rauslassen, wenn man ihn mit einer NAdel piekst. Aber da die Figur selbst ja überlebensgroß beschrieben wird, muss das wohl so sein.
Sehr gern mochte ich auch Sebastian Stan als Bucky. Zum Glück weiß ich ja, dass er – wie auch immer – wiederkommt, daher hielt sich meine Bestürzung über seinen Freiflug in Grenzen. James Bond wäre das nicht passiert!
Ebenso sympathisch finde ich auch Agent Carter, auch wenn Hayley Atwell hier durchaus noch Luft nach oben läßt, was ihre Darstellung angeht. Gerade wenn es aufs Ende zugeht, wirkt sie eher gekünstelt, als mitgenommen.
Weaving als Oberschurke hat mich mit seinem roten Schädel etwas irritiert, liefert aber durchaus einen glaubhaften Ober-Nazi mit irren Tendenzen ab.
Seine schwarze Leder (oder Gummi?)Armee hat mich persönlich dann ja eher erheitert.
Wer hat nur die ganzen Uniformen sauber gehalten? Wenn’s da mal regnet und matschig wird….
Aber gut, in Superheldenfilmen spielt sowas vermutlich eher eine untergeordnete Rolle.
Taucht Toby Jones, dessen Mitwirken bei diesem Film ich auch vollkommen verdrängt hatte, eigentlich später nochmal auf? Sein Dr. Zola liefert ja eigentlich schon noch genug Stoff, um noch ein wenig im Marveluniversum weiterexistieren zu dürfen, oder? Ich bin gespannt.
Komplettiert wird der Cast, der mir wirklich viel Spaß gemacht hat durch Kollegen wie Tommy Lee Jones (bärbeißig gut wie meistens), Neal McDonough (Baddie aus der Serie ‚Legends of Tomorrow‘), JJ Feild (was ist denn eigentlich aus dem geworden?), Natalie Dormer (Margaery Tyrell aus GoT oder Irene Adler aus ‚Elementary‘), Anatole Taubman (was macht denn dem Bond sein Elvis da?), Dominic Cooper (sehr überzeugend als Tony Starks Vater) und viele andere.
Die Geschichte des Films ist so einfach, wie unterhaltsam, wenn man sich auf viel Action und einen ziemlich amerikanischen Superhelden einlassen kann.
Ich finde ja schon das Kostüm von Captain America etwas schwierig, musste hier aber so über die Szenen lachen, wenn er nach der Verwandlung kalt gestellt wurde und nun Geld für den Krieg einwerben soll. Da ist eine große Schippe Selbstironie dabei und das mag ich dann wiederum sehr.
Insgesamt habe ich mich bei dieser Sichtung (es war die Dritte nach Kino und DVD-Premiere) erstaunlich gut unterhalten gefühlt und habe nun wirklich Lust drauf, tiefer ins Marvel-Universum abzutauchen.
Ein wirklich schöner Auftakt, der viel Raum für Entwicklungen und Luft nach oben läßt.

Beim Korrekturlesen fällt mir auf: Jetzt habe ich es geschafft einen ganzen Blogpost zu einem Film zu schreiben, ohne auf den näher einzugehen, der mich ursprünglich mal zu dem Film gebracht hat und das geht natürlich gar nicht.
Denn ich hätte ‚Captain America‘ weder im Kino gesehen, noch die DVD gekauft, wenn Richard Armitage als Heinz Kruger nicht gewesen wäre.
Als im September 2010 ganz unverhofft Bilder vom Filmset in Manchester mit Armitage auftauchten, ging fast sowas wie ein Beben durch das Fandom. Wobei die meisten mit Marvel und Superhelden gefühlt eher nichts anfangen konnten.
Ich dachte mir damals meinen Teil, war aber zugegebenermassen nicht sonderlich angetan vom fünften Nazi von links.
Dass die Rolle dann doch ein wenig größer wurde, hat mich ein wenig mit dem Look versöhnt, dem ich immer noch nichts abgewinnen kann und ich finde, dass er den Baddie wie immer gekonnt spielt. Aber das war’s dann auch schon, was mir zu Scheitel-Heinzi einfällt.
Und das diese Minirolle nicht der Anfang zu einer steilen Hollywoodkarriere war, die mit lauter Hauptrollen, zig Auszeichnungen und einem Stern auf dem Walk of Fame endete, wie es einige Fans 2010 prophezeiten, ist ja hinlänglich bekannt…

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Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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20 Antworten zu Captain America: The First Avenger (Originalversion)

  1. Die Pö schreibt:

    Die ersten Auftritte von Captain America finde ich ja alle furchtbar! Dieser Pathos, dieses Ohne-Nachdenken-Einfach-Machen. Aber da wir gerade Falcon und Wintersoldier bei Disney+ geguckt haben, droht mir demnächst scheinbar auch ein Gewachsen 😁

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  2. Herba schreibt:

    @Pö: Ich finde das Kostüm und diesen Hurra-Patriotismus auch ganz furchtbar, aber bei mir hat er in diesem Film mit seinen hölzernen Auftritten mit den Hupfdohlen gepunktet. Was war so herrlich selbst auf die Schippe genommen.
    Hat da Otto-Korrekt aus Rewatch ein Gewachsen gemacht???

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  3. Die Pö schreibt:

    Ahahaaaa, ja genau Rewatch nicht gewachsen

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  4. Herba schreibt:

    @Pö: Hihihi.
    Ich wollte ja eigentlich bis zur Loki-Serie alles geschaut haben, aber das wird wohl eher nichts.

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  5. Die Pö schreibt:

    Das wäre zumindest sehr sportlich

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  6. Servetus schreibt:

    This film is on TV a lot here and if I can watch the beginning I will — but I always turn it off after Kruger (sic!) dies. It’s true that it didn’t turn into the first step of a big Hollywood career — but it was plausible that it could, and in retrospect, this isn’t the puzzling moment. To me, that’s 2012. Why was there nothing going on after Armitage moved to the US and did the tornado film?

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  7. Herba schreibt:

    @Pö: Nee, also selbst wenn ich keinen Schlaf bräuchte und Superhelden rund um die Uhr ertragen könnte, würde das nicht klappen, nachdem sie den Starttermin für Loki vorverlegt haben 🙂
    Aber so bleibe ich wenigstens motiviert, wenn ich Loki aufschiebe, bis ich durch alles durch bin. Mal schauen, ob ich das durchhalte 😉

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  8. Herba schreibt:

    @Servetus: Yes, it was. I guess the discussion I have in mind got so heated at the time because a lot of the fans in question had no idea of superheros and Marvel in general (me included) plus showcasing Nazis like this seems wrong to a lot of Germans.

    I am with you on the question why the tornado movie did nothing for his american career. But for me his whole career is somehow puzzling and it will be interesting to see if his own production company will change that.

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  9. Servetus schreibt:

    I was never that interested in superheros / Marvel (and still am not) but I agree with you in general terms that particularly from the German perspective the depiction of Kruger (sic!) either makes no sense or is repellent. But / and part of the whole shtick of comic books as I understand it was to depict Nazis as ridiculous and exaggerated.

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  10. Herba schreibt:

    @Servetus: I had seen (and enjoyed) Ironman when RAs involvement got out, but couldn’t get why I should get excited about a role that as far as we knew at the time could be a 30 seconds stint as the ‚fifth Nazi from the left‘. Even if it was a big blockbuster movie.
    That I enjoyed the movie more than the fans who had insisted that it was a big deal for RA and we all should be happy about it, is a source of amusement for me till this day, as stupid and also a bit bitchy it might be…. 😉

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  11. Servetus schreibt:

    I think as a „survivor“ of RA fandom most of us can think of discussions like that. I feel like the pressure to be happy about everything he does has abated somewhat — but at that time he wasn’t doing all that much. There are times when I miss that overwhelming feeling of everyone going „YES!“ as at the time of the Hobbit, but I don’t miss the „Gruppenzwang“ at all.

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  12. Herba schreibt:

    @Servetus: And thank the heavans for it!
    I really would love for a project of his to happen where most of us would go YES, but I won’t hold my breath for it 😉
    Btw, in my part of the fandom at the time a lot of people weren’t all that happy about Thorin and would have preferd if he had done another season of Strike Back. Funny how things sometimes evolve.

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  13. Servetus schreibt:

    Maybe they were right — Strike Back would have brought him to US TV audiences. But who knows. I wouldn’t have minded more of it, but I never had the impression that he was all that excited about the role.

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  14. Herba schreibt:

    @Servetus: Have you ever seen it after the two new leads took over? Hard to imagine RA acting in something like that *giggle*
    It was a big budget tv show when this wasn’t all that common and it could/should also have provided more for his career, but once again it didn’t happen. Now big budget tv show productions with big movie names are happening on a regular basis….and he does Cobens for Netflix *sigh*

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  15. Servetus schreibt:

    I only saw the episode he was in, in the second season, and didn’t watch any more of it. I don’t generally watch that kind of thing (even the first season) anyway. And you’re right, his path is truly puzzling.

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  16. Herba schreibt:

    @Servetus: I wachted the whole season after JP got send off at the time and when Sullivan Stapleton fought naked with an enemy in his hotel room I thought: Good for RA he got out when he did 🙂

    Maybe he will be able to replicate Colin Firth career and will get all the great roles after he turns 50? A girl is allowd to dream I guess 😎

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  17. Servetus schreibt:

    Although I could have happily watched RA fight naked with an enemy in a hotel room … let’s hope for a turn!

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  18. Herba schreibt:

    @Serbetus: *Roflmao* not sure if RA had enjoyed that filming experience like you and me watching it 😉
    Yes, die Hoffnung stirbt eh zuletzt!

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