Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie #1) von Richard Osman [Werbung]

Coopers Chase ist eine luxuriöse Seniorenresidenz im englischen Kent, der den Bewohnern neben vielen Annehmlichkeiten auch allerlei Aktivitäten bietet, damit keine Langeweile aufkommt.
Joyce, die fast achtzig Jahre alt ist und erst kürzlich nach Coopers Chase gezogen ist, lernt dort die Bewohner Elizabeth, Ron und Ibrahim kennen und wird schnell Teil ihres Clubs, der sich immer donnerstags im Puzzlezimmer der Residenz trifft, um alte Polizeiakten mit ungelösten Fällen durchzuackern und vielleicht den ein oder anderen zu lösen.
Doch dann geschieht ein echter Mord und der Donnerstagsmordclub tritt in Aktion, wobei selbst die ermittelnden Beamten ins Staunen geraten…

Ich bin schon vor einiger Zeit durch das Cover in einem Verlagsnewsletter auf das Buch aufmerksam geworden und dachte mir, nachden ich auch den Klappentext gelesen hatte, dass ich es unbedingt lesen muss.
Vor allem, weil Wohlfühlkrimis für mich gerade wunderbar als Flucht aus dem Alltag funktionieren.
Den Einstieg ins Buch fand ich erstmal schwierig, weil das erste Kapitel aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, was ja bekanntermassen nicht gerade meine Lieblingserzählperspektive ist, und weil man als Leser quasi mitten ins Geschehen hineinkatapultiert wird, ohne wirklich viele Informationen zu erhalten.
Aber da nur manche Kapitel aus der Sicht von Joyce in der Ich-Form geschrieben sind und die Geschichte mir schnell Spaß gemacht hat, legte sich das nach zwei, drei Kapiteln.
Der Schreibstil von Richard Osman ist für mich gut lesbar und seine Figuren machen einfach rundum Spaß.
Sie alle haben die ein oder andere Macke, egal ob es sich um Elizabeth, die Ex-Geheimagentin handelt, oder um Ibrahim, den Psychologen, der immer noch ab und zu Patienten behandelt.
Doch alle Mitgleider des Mordclubs wissen um ihre kleinen Schwächen und nehmen sie mit sehr viel Humor.
Außerdem hat mir gefallen, wie sie ausnutzen, dass jüngere Menschen sie ständig unterschätzen, weil sie alt und körperlich nicht mehr ganz fit sind.
Die Freundschaften, die hier geschildert werden, haben mich sehr berührt, genau wie die Thematisierung von Alt werden, Einsamkeit und dem Tod beziehungsweise dem Sterben. Diese liebevolle, aber ehrliche Beschäftigung mit Themen, die wir als Gesellschaft gern mal verdrängen, macht ‚Der Donnerstagsmordclub‘ für mich zu etwas ganz besonderem.
Vielleicht auch, weil ich bei dem vielen Humor, der im Buch vorkommt, nicht mit so viel Tiefe und Gefühl gerechnet hatte.
Ich habe jedenfalls beim Lesen geschmunzelt, gelacht und dann am Ende auch ein paar Tränen verdrückt.
Dabei konnte ich die ein oder andere Länge, die die Geschichte hier und da hat, vollkommen verschmerzen.
Die Stimmung des Buches ist, wie von mir erhofft, herrlich britisch, ohne steif zu wirken und macht sich meiner Meinung nach an der ein oder anderen Stelle auch mal gern über die Marotten der Briten lustig, ohne despektierlich zu werden.
Die Krimihandlung fand ich passend zum Drumherum und auch die beiden Polizisten sind mir, genau wie der Mordclub, sehr ans Herz gewachsen.
Daher war ich am Ende auch etwas enttäuscht Coopers Chase schon verlassen zu müssen. Zum Glück sind noch mindestens zwei weitere Bände geplant und ich verspreche hiermit feierlich: Ich komme wieder!

Die Bücher der Reihe in chronologischer Reihenfolge (Affiliate-Links):
Der Donnerstagsmordclub (The Thursday Murder Club)
The Man Who Died Twice

Richard Osman bei Ullstein
Richard Osman bei Penguin RandomHouse

Das ebook wurde mir von Netgalley bzw. vom Ullstein Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – vielen Dank! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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13 Antworten zu Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie #1) von Richard Osman [Werbung]

  1. *nein, nicht lesen … bloß nicht lesen …*

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  2. Herba schreibt:

    @Aequitas: Du darst wiederkommen, wenn du durch bist 😉

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  3. Ich werde sicher eine Rezi verfassen. Aber das kann ein paar … Wochen dauern. 😃

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  4. Guylty schreibt:

    Meine englische Ausgabe ist vor drei Tagen angekommen und ich bin etwa zwei Drittel durch, also habe ich deinen Beitrag nicht gelesen, werde aber darauf zurückkommen. Bis jetzt bin ich sehr angetan von allem.

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  5. Servetus schreibt:

    I’ve had this book in my hands via the public library queue twice this spring, and haven’t had the patience to read it, but it’s high on my list.

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  6. Herba schreibt:

    @Guylty: Das freut mich. Mir hat das Buch wirklich Spaß gemacht.

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  7. Herba schreibt:

    @Servetus: I wondered if you had read it already.
    There are quite a few forgetful people in it, so maybe it’s best to wait for the right mood to read it to avoid trigger

    Gefällt 1 Person

  8. Guylty schreibt:

    So, ich habe heute morgen das Buch zu Ende gelesen – und stehe ein bisschen auf dem Schlauch. Irgendwie ist mir da irgendwo ein Detail abhanden gekommen, jedenfalls hab ich nicht so richtig verstanden, warum denn nun eigentlich der Mörder des Archivfalls die junge Frau umgebracht hatte und was Person XY (will hier nicht spoilern, aber du weißt sicher, wen ich meine) abgesehen von Job und persönlicher Beziehung damit zu tun hatte. Weiß auch nicht, wo ich da den Aussetzer gehabt habe, aber das hat das Lesevergnügen nun irgendwie mit einem Fragezeichen stehengelassen. Meh. Vielleicht muss ich die letzten Kapitel noch mal lesen – aber da fehlt die Motivation, gerade wenn man die Auflösung des Krimis ja schon kennt.

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  9. Herba schreibt:

    @Guylty: Ich verstecke meine Antwort mal, damit ich niemanden spoilere, einfach markieren zum Sichtbar machen:
    Also, wenn ich es richtig verstanden habe, hat der Freund die junge Frau ermordet, wieso wurde nicht genau gesagt, aber ich habe das als häusliche Gewalt interpretiert. Und Penny, die Polizistin hat dann den Freund umgebracht, damit er nicht ungeschoren davonkommt und die Leiche in das Grab der Nonne gelegt.

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  10. Guylty schreibt:

    Ah, das macht jetzt irgendwie mehr Sinn.
    ACHTUNG, SPOILER! Ich hatte irgendwie falsch verstanden, dass Pennys eigener Mann da irgendwie impliziert war. Und das machte alles gar keinen Sinn. Allerdings verstehe ich dann auch nicht, warum der Mann dann am Ende Selbstmord begeht?

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  11. Herba schreibt:

    @Guylty: Weil er den Besitzer des Altenheims umgebracht hat, damit Penny nicht als Mörder entlarvt wird?

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  12. Guylty schreibt:

    Oh, klar, natürlich, er war das… Jetzt passt das alles zusammen. Danke!!!

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  13. Herba schreibt:

    @Guylty: Jederzeit gerne!

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