The Handmaid’s Tale, Staffel 2

Kurze Vorbemerkung:
Da ich die Serie im Original schaue, habe ich mich an die Originalnamen gewöhnt und werde diese hier auch benutzen. Ich hoffe, es wird trotzdem klar, wen oder was ich meine!
Außerdem enthält der Post keine Spoiler zu Staffel Zwei, setzt aber Wissen aus der ersten Staffel voraus.

Offred (Elisabeth Moss) muss sich den Konsequenzen stellen, die sich aus ihrer ‚Befehlsverweigerung‘ bei der Steinigung ergeben.
Doch da sie schwanger ist, fällt ihre Bestrafung recht mild aus, was Aunt Lydia (Ann Dowd) benutzt, um ihr Schuldgefühle einzureden und ihren Willen zu brechen.
Kann Offred sich damit abfinden irgendwann ihr Kind Commander Waterford (Joseph Fiennes) und seiner Frau Serena (Yvonne Strahovski) kampflos zu übergeben und in das Haus eines anderen Commanders umzuziehen, um sich dort wieder missbrauchen und schwängern zu lassen?

Nachdem ich im Herbst 2019 die erste Staffel der Serie geschaut hatte, war ich zwar neugierig darauf, wie das alles weitergehen würde, aber ich brauchte definitiv eine Pause von dieser kranken Zukunftsvision.
Letztes Jahr habe ich irgendwie nie die richtige Stimmung gehabt, um weiterzuschauen, aber vor circa zwei Wochen hatte ich einfach Lust darauf, wieder nach Gilead zu ‚reisen‘ und zu erfahren, wie es weitergeht.

Nun schon vertraut mit dieser dystopischen Welt habe ich festgestellt, dass mich die Gewalt und Unterdrückung weit weniger schockt, als noch in der ersten Staffel.
Ich bin davon immer noch abgestoßen, aber ich wundere mich weniger und weiß, dass man hier den Machthabern alles zutrauen muss.
Das hat meiner Stimmung beim Schauen definitiv gut getan. Auch wenn ich die Serie nach wie vor nicht bingen kann und für die dreizehn Folgen der zweiten Staffel gut zwei Wochen gebraucht habe. Mehr als eine Folge pro Tag ist definitiv nicht drin.

Gut gefallen hat mir in dieser Staffel, dass man sehr viel mehr über einzelne Figuren erfährt. Man lernt zum Beispiel Offreds Mutter (Cherry Jones) und Moiras (Samira Wiley) Verlobte (Rebecca Rittenhouse) kennen.
Und auch die Hintergrundgeschichte von Emily (Alexis Bledel) bekommt genug Raum, um ihr Verhalten verständlicher zu machen.

Natürlich steht trotzdem June alias Offred im Zentrum der Handlung. Ich fand, dass sie in dieser Staffel noch tiefschichtiger wird, weil ihr altes Leben dem neuen gegenübergestellt wird und man als Zuschauer sehen kann, wie Altes Gefühle und Handlungen im neuen Leben beeinflussen.
Leider ist sie mir nicht unbedingt sympathischer geworden, auch wenn ich viele ihrer Handlungen durchaus nachvollziehen kann. Ich finde Moss wirklich wie gemacht für Offred, allerdings habe ich nun wieder mein altes Problem mit ihr als Schauspielerin und das ist dieser starre Blick, der mich so nervt und den ich oft null einordnen kann.
Das wird in dieser Staffel wirklich überstrapaziert und ein bißchen mehr Vielfalt in ihrem schauspielerischen Repertoire wäre wirklich wünschenswert.
Vielleicht ist das aber auch einfach so gewünscht, dann auch Bledel hat als Emily so einen starren Blick drauf, den sie ganz oft benutzt.

Gut gefallen hat mir auch die Entwicklung von Fred und Serena. Habe ich in Staffel Eins noch ab und an daran gezweifelt, dass beide gleich böse sind, kann ich nun für mich sagen, dass sie sich meiner Meinung nach nichts schenken. Allerdings erlebt Serena zum Ende der Staffel, was es heißt eine Frau in Gilead zu sein – mein Mitleid hält sich in Grenzen. Dazu weiß ich nun zu viel über sie und ihre Rolle im Aufbau on Gilead.

Immer augenfälliger werden im Übrigen die Probleme, die die meisten totalitären Staaten haben dürften. Im Inneren formt sich irgendwann Widerstand, der sich über kurz oder lang Bahn bricht und von außen vergrößert sich der Druck, je mehr über die totalitären Unterdrückungsmethoden des jeweiligen Staats bekannt wird.
Dass das thematisiert wird, finde gut gelungen, weil die Geschichte der Mägde nicht durch Politik zugedeckt wird, es aber durchaus wichtig zu wissen ist. Gerade die Außenpolitik wird hier ganz gut aufgezeigt. Nach innen hätte man meiner Meinung nach durchaus die ein oder andere Besprechung der Commander mehr zeigen dürfen.

Spannend fand ich außerdem die Handlungsteile, die in Kanada spielen, auch wenn diese nur wohldosiert eingesetzt werden. Dafür nahmen aber nun auch die Kolonien einigen Raum ein und darüber würde ich wirklich gern mehr erfahren.
Genau wie über Joseph Lawrence (Bradley Whitford) einen der Architekten von Gilead, der hier neu eingeführt wurde und der wohl in der dritten Staffel eine größere Rolle bekommen wird.

Allgemein bin ich gespannt, wie das nun alles weitergehen soll, denn die zweite Staffel endet mit einem ziemlichen Kracher, der definitiv Lust auf mehr macht. Auch wenn ich mir sicher bin, dass es genauso krank weitergehen und das Zuschauen wieder eine Herausforderung sein wird.

‚The Handmaid’s Tale‘ bei Tele5
‚The Handmaid’s Tale‘ bei RTL Passion
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Ein englischer Trailer

Ein deutscher Trailer

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