Meine Lieder – meine Träume aka The Sound of Music (Originalversion)

Salzburg, 1938:
Maria (Julie Andrews) ist Novizin in Benediktinerinnenabtei Nonnberg und tut sich mit der erforderlichen Disziplin im Kloster schwer.
Daher entscheidet die Mutter Oberin (Peggy Wood), Maria als Kindermädchen zu Kapitän Georg von Trapp (Christopher Plummer), einem Witwer mit sieben Kindern zu schicken, damit die junge Frau herausfinden kann, ob ein Leben im Kloster wirklich das richtige für sie ist.
Als Marie auf dem Anwesen von Trapp ankommt, ist sie entsetzt. Der Marineoffizier a.D. erzieht seine Kinder mit strikter militärischer Disziplin, Kind sein zu dürfen ist in diesem Konzept nicht vorgesehen. Als Marie Zweifel an dieser Erziehungsmethode äußert, reagiert der Kapitän wenig verständnisvoll und auch die Kinder sind nicht begeistert von der neuen Erzieherin.
Doch Maria kann mit viel Freundlichkeit und Güte die Kinderherzen erobern und auch von Trapp beginnt langsam aufzutauen…

Eigentlich war für heute eine andere Rewatch geplant, aber als am Freitag die Nachricht vom Tod Christopher Plummers verbreitet wurde, habe ich umdisponiert und mir ‚Meine Lieder – meine Träume‘ angeschaut.

Mit der Geschichte der Familie von Trapp bin ich relativ gut vertraut, weil ich die Autobiagraphie von Maria von Trapp mehrfach gelesen habe.
Das Buch stand nämlich im Bücherschrank meiner Eltern, wo ich es als lesehungriger Teenie zu einer Zeit entdeckt habe, in der ich eigentlich nie genug Lesenachschub bekommen konnte und Bücher, die ich gut fand, auch mehrfach gelesen habe.
Ich denke die Geschichte von Maria hat mich damals angesprochen, weil sie ihren Platz im Leben noch finden mußte und vermutlich auch, weil das ja durchaus auch romantisch ist, auch wenn ich mich nicht daran erinnern kann, dass das Buch sonderlich schmalzig war.
Danach habe ich dann irgendwann den deutschen Film von 1956 mit Ruth Leuwerik und Hans Holt gesehen, den ich durchaus gelungen fand.
Aber auch er trägt jetzt nicht gerade dazu bei, dass man Kapitän von Trapp anschmachten möchte, denn Hans Holt ist zwar symathisch genau wie der Trapp im Buch, aber sexy fand ich die Beiden nun wirklich nicht.

Wann genau ich dann ‚Meine Lieder – meine Täume‘ gesehen habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, aber ich bin sicher, dass das sehr viel später gewesen sein muss (mit Mitte/Anfang Zwanzig?).
Wer mich kennt weiß, dass ich zu Musicals ja eher eine schwierige Beziehung habe und so ist von dieser ersten Sichtung damals vor allem hängen geblieben, dass in dem Film wirklich viel gesungen wird.
Aber auch das Gefühl, dass Julie Andrews gut besetzt war und viel Erstaunen darüber, dass von Trapp plötzlich dieser gut aussehende Herr mit glutvollem Blick ist, der Maria anschmachtet.
Damals muss ich übrigens auch die stark gekürzte Version gesehen haben, bei der Bezüge zum Nationalsozialismus bewußt weggelassen wurden und die mit der Hochzeit von Maria endet.
Daher ist diese Sichtung auch nur bedingt eine Rewatch, weil ich alles was nach der Hochzeit kommt, in dieser Besetzung noch nie gesehen habe.

Trotzdem ist sofort dieses bekannte Gefühl da. Ich kenne Maria und ihre Geschichte, auch wenn Judi Andrews hier gleich mal gesanglich loslegt und ich in diesem Moment nicht weiß, ob ich wirklich fast drei Stunden durchhalten werde.
Ich mag Julie Andrews in dieser Rolle sehr, sie wirkt absolut natürlich und ich habe ihr sowohl ihren Glauben, als auch die Liebe und das Mitgefühl für die Trapp-Kinder abgenommen.
Außerdem wirkt sie nicht zu kindlich oder unreif, aber doch irgendwie auch unschuldig, was für Maria ja auch sehr wichtig ist.
Christopher Plummer ist als Georg von Trapp genauso gut. Er strahlt eine natürliche Autorität aus, schafft es im Verlauf der Handlung aber auch die warme und liebevolle Seite der Figur auf die Leinwand zu bringen. Ich habe ihm jedenfalls ziemlich schnell den Schwachsinn mit der Signalpfeife verziehen.
Singen kann er auch (ich hatte den Eindruck, dass er auf meiner DVD selber singt, auch wenn ich irgendwo gelesen habe, dass das synchronisiert worden ist) und dann diese Augen und diese Blicke, die er Maria zuwirft. Das ist echt Mr.-Darcy-Niveau!
Die sieben Kinder mochte ich recht gern, auch wenn nicht jedes Kind wirklich individuell erkennbar ist, dafür sind es vermutlich einfach zu viele für einen auch so schon langen Film.
Allgemein ist der Cast recht gut zusammengestellt und ausgewählt. Andrews und Plummer tragen zwar die Handlung, aber Kollegen wie Peggy Wood, Richard Haydn als Hausfreund Max und Eleanor Parker als Baronin Schrader (klingt im Film amüsanterweise eher nach ‚Schröder‘) tragen durchaus zum Gelingen bei.
Natürlich wird hier nicht mit Klischees gespart. Dirndl, Strudel und Kuckucksuhren dürfen keinesfalls fehlen, abre so weiß man dann wenigstens wo die teilweise etwas merkwürdige Sicht von Nordamerikaner auf Österreich/Deutschland herkommt.
Die Lieder mag ich teilweise wirklich gern (vor allem das beim Puppenspiel ist so knuffig), aber ich muss zugeben, dass ich teilweise auch gespult habe. Zuviel Gesang in Filmen ist einfach schwer ertragbar für mich.
Insgesamt kann ich jeden verstehen, der den Film als unsagbar kitschig abtut, aber ich mag ihn trotzdem wahnsinnig gern und auch wenn ich keinen Schimmer habe, wann und wieso die DVD in mein DVD-Regal eingezogen ist, habe ich ihn sicher nicht zum letzten Mal gesehen.
Dazu sind Julie Andrews und Christopher Plummer einfach zu schön anzuschauen. Und die in Teilen wahre Geschichte hinterläßt einfach ein so hoffnungsvolles, tröstendes Gefühl, das manchmal einfach nicht schaden kann.

Christopher Plummer sah den Film übrigens lange sehr kritisch. Erst viel später machte er seinen Frieden damit, erkannte an, dass der Film mittlerweile wohl zu Recht irgendwie Kult geworden ist und trat sogar mit Julie Andrews, mit der er befreundet war bei den Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum auf.
Hier kann man das zum Beispiel genauer nachlesen. Der Artikel enthält auch Videos.

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Sowas wie ein englischer Trailer

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6 Antworten zu Meine Lieder – meine Träume aka The Sound of Music (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    I think every American must know this musical by heart as this film is on tv all the time (it’s up there with The Wizard of Oz). My high school did it in my last year and I was the rehearsal accompanist and played clarinet in the pit orchestra, so I know it especially well; when I used to see it on screen I could almost recite it word for word. I wouldn’t watch it nowadays because it is sooooo kitschy; however, I can still say that Julie Andrews is really talented, and the music is really well done (even if the lyrics are hard to bear at times). My main associations with Plummer are from his later work.

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  2. Herba schreibt:

    @Servetus: Wow, that is definitely impressive.
    Kitschy is the right word 🙂 She is, I wish I had seen more of her work.
    Same here with Plummer, I have seen more of his later work and was always happy to see him. The fact that he still worked and was able to swipe in and film a part in only a few days (as it happened with the Getty movie where he took over from Spacey) leaves me in deep awe.

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  3. Servetus schreibt:

    the Getty film: me too.

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  4. Pingback: Medienjournal: Media Monday #502 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  5. Esther schreibt:

    Das ist so ein Film, den ich mir immer wieder ansehen kann! Bin sogar einmal zu einem „Sound of Music singalong“ gewesen, was sehr viel Spass gemacht hat. 🙂

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  6. Herba schreibt:

    @Esther: oh, das kann ich mir in einem gut gefüllten Kinosaal sehr gut vorstellen.

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