21 Bridges (Originalversion)

Andre Davis (Chadwick Boseman) ist ein erfolgreicher New Yorker Polizist, der allerdings einen Ruf hat, Kriminelle zu erschießen, die Gewalt gegen Polizisten ausgeübt haben.
Dies hängt verutlich damit zusammen, dass sein Vater, der ebenfalls Polizist war, während seines Diensts erschossen wurde, als Andre dreizehn Jahre alt war.
Als eines Nachts zwei Männer (Stephan James, Taylor Kitsch) einen Weinladen überfallen, dort mehrere Kilogramm unverschnittenes Kokain stehlen und mehrere uniformierte Polizisten erschießen, tut Andre alles, um die Beiden zu erwischen…

’21 Bridges‘ kam mir, nachdem ich den Trailer gesehen hatte, als relativ klassischer Krimi vor und sollte somit genau mein Ding sein.
Allerdings lockte mich der Trailer nicht genug, um Anfang letzten Jahres ins Kino zu gehen. Dann starb der Hauptdarsteller Chadwick Boseman viel zu jung an Krebs und ich beschloss, die Filme aus seiner Werkliste, die mich interessieren in chronologischer Reihenfolge anzuschauen und zwar von ‚älter nach jünger‘.
Leider will mir das in Zeiten von Corona nicht so recht gelingen, denn der Gedanke, dass Boseman nie wieder einen Film drehen wird, macht mich unglaublich traurig.
Nun war mir vor Kurzem aber nach einem klassisch anmutenden Krimi und ich habe ohne groß zu überlegen zu ’21 Bridges‘ gegriffen.

Der Film, der über weite Strecken – zumindest gefühlt – nachts inszeniert ist, hat mich optisch voll überzeugt. Der Schauplatz New York hat mich angesprochen, obwohl ich nicht wirklich beurteilen kann, ob auch wirklich im Big Apple gedreht wurde, oder ob man andere Straßenzüge benutzt hat.
Bei mir wurde jedenfalls das passende Feeling erzeugt und mehr Anspruch habe ich in diesem Punkt dann auch gar nicht.
Bei der Jagd nach den Dieben hat man als Zuschauer kurzzeitig die Nase vorn und weiß schon sehr früh, wer da am Drücker war. Allerdings holt Davis schnell auf und es geht nur noch darum, die Beiden auch zu schnappen.
Die Verfolgungsjagd ist rasant inszeniert, es rumst, scheppert und kracht zwischendurch am laufenden Band und für Spannung ist gesorgt.
Im zweiten Drittel der Handlung gibt es dann einen Twist, den ich persönlich nur bedingt gelungen fand, weil mir das insgesamt zu zufällig und konstruiert vorkam.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich vielleicht auch nicht jeden kleinen Hinweis darauf in der handlung mitbekommen habe.
Dazu war ich viel zu sehr davon abgelenkt, wie ausgezehrt Boseman aussah. Seine Kleidung wirkt oft eine Nummer zu groß, das Gesicht ist hager, die Augen sehen müde aus.
Ist das wirklich niemandem aufgefallen? Was muss das für eine Kraft gekostet haben, so krank zu sein und doch noch voll zu arbeiten und dann niemandem etwas davon zu erzählen?
Trotzdem wirkt Boseman durchaus überzeugend als getriebener Polizist, für den sein Job wichtig ist.
Überzeugend fand ich auch James und Kitsch als Ganoven. Sienna Miller als Drogenfahnderin Frankie hat mir hingegen eher weniger gefallen, weil ich ihr den harten Cop nicht abnehmen konnte. Allerdings mag ich sie auch nicht sonderlich als Schauspielerin, sie hat es zugegebenermaßen daher bei mir auch immer schwer zu überzeugen.
J.K. Simmons als Captain McKenna gab mir das Gefühl, dass ich ihn so oder so ähnlich schon zig Mal gesehen habe.
Insgesamt bekommt in diesem Film eigentlich niemand die Chance groß zu glänzen, das liegt aber definitiv am Drehbuch und nicht am Cast.
Insgesamt ist ’21 Bridges‘ ein netter, aber beliebiger Polizeifilm, der für kurzweilige Unterhaltung sorgt, den man aber danach vermutlich schnell wieder vergißt und den man allein wegen der Story sicher nicht sehen muss.

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Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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6 Antworten zu 21 Bridges (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    This is what I said about the trailer: „Movie for a cheap day when nothing else is on, primarily b/c Chadwick Boseman is really talented.“ I did see it for that reason and that was my main reaction to the film, too — it was fine and he was really great. I think this was an attempt on his part to start building a powerhouse producing career (I remember reading that somewhere — him wanting to build up the possibilities specifically for African Americans). The other thing i remember about this was him giving up part of his salary to Siena Miller to get her on board. I remember thinking he looked thin, but to me most actors look unnaturally thin.

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Servetus: I am sure he could have been a great producer too and made a real difference.
    Yeah, read that story about the salary of Miller too and how moved she was.

    Maybe I am reading too much into it because I know that he was gravely ill at the time…
    But his gaunt face really remembers me of my father in the early nineties before he got his celiac disease diagnosis when his doctors thought he had cancer and he only weighted 36 kilos :/

    Gefällt 1 Person

  3. Servetus schreibt:

    It would be totally understandable for you to make that association. I think it’s hard now to look at pictures of him and not wonder in retrospect how ill he might have been at any particular moment.

    Gefällt mir

  4. Herba schreibt:

    @Servetus: The mere will to work on a film is astonishing to me. I sure couldn’t have done it…

    Gefällt 1 Person

  5. Servetus schreibt:

    me neither.

    Gefällt 1 Person

  6. Pingback: Krimis und ich | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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