Böses Blut (Cormoran Strike #5) von Robert Galbraith [Werbung]

Keine Spoiler zu diesem Band, der Post setzt aber Wissen aus den Vorgängerteilen voraus!

Endlich brummt die Detektei von Strike und Robin und sie können sich sogar Angestellte leisten.
Da wird Strike nach Cornwell zu seiner Tante und Onkel gerufen, die ihn und seine Schwester quasi aufgezogen haben, weil bei seiner Tante Krebs diagnostiziert wurde.
Im örtlichen Pub wird Strike von einer Frau angeheuert, deren Mutter 1974 spurlos verschwand und die nie gefunden werden konnte.
Robin und Strike bekommen 12 Monate Zeit um das Verschwinden aufzuklären.
Wird es den Beiden gelingen, neben weiteren Fällen und einigen privaten Problemen herauszufinden, was mit Margot Bamborough passierte?

Endlich geht die Krimireihe rund um den ungewöhnlichen Ermittler Cormoran Strike und seiner Geschäftspartnerin Robin weiter.
Dieser Band ist mit knapp 1200 Seiten der bisher dickste der Reihe, für mich gab es beim Lesen allerdings keine Längen.
Galbraith schreibt gewohnt gut lesbar und findet hier eine ausgewogene Mischung aus Krimihandlung und privaten Entwicklungen rund um die beiden Hauptfiguren.
Durch die Erkrankung der Tante, erfährt man als Leser mehr über Strikes Kindheit und erhält tiefere Einblicke in sein Seelenleben. Außerdem tauchen ein paar Freunde aus der Kindheit auf und einige Begebenheiten, die erzählt werden, erklären, wieso Strike so ist, wie sie ist.
Und Strikes Geschwister und Vater finden in diesem band mal wieder Erwähnung, was für zusätzlichen Streß sorgt.
Robin muss sich mit ihrem Noch-Ehemann auseinandersetzen und es überrascht Liebhaber der Reihe wenig, dass sich dieser wie ein Idiot verhält.
Und sie setzt sich gedanklich viel mit ihrer Arbeit und dem Verhältnis zu Strike auseinander, was für die ein oder andere interessant Erkenntnis sorgt.
Insgesamt hat mir die Weiterentwicklung der Beiden wirklich gut gefallen. So darf es gerne weitergehen!
Der alte Kriminalfall, an dem Strike und Robin zusammen arbeiten, ist solide erzählt, konsequent bis zum Ende auserzählt und für mich gelungen aufgelöst.
Wie immer bei Galbraith sucht man nach geballter Spannung vergebens, aber wer eher ruhige Krimis mag, wird auch diese Geschichte mögen.
Die Auflösung des Geheimnisses kam für mich nicht ganz überraschend, war mir aber auch nicht schon nach 300 Seiten klar und so bin ich damit voll und ganz zufrieden.
Gelungen fand ich zudem die Einblicke in den normalen Detektei-Alltag und die eher alltäglichen Fälle, die Robin und Strike mit ihren Mitarbeitern erledigen.
Das alles macht ‚Böses Blut‘ für mich zum bisher rundesten Teil der Reihe, den ich wirklich unglaublich gerne gelesen habe und der das Warten auf den nächsten Teil besonders schwer macht.
Fans der Strike-Reihe kann ich jedenfalls nur empfehlen, auch dieses Buch zu lesen und Strike und Robin bei ihrem neuesten Fall zu begleiten.

Das Taschenbuch wurde mir vom RandomHouse-Bloggerportal als Belegexemplar zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Mein Eindruck zur Serienadaption ‚Strike‘

Die Bücher der Reihe in chronologischer Reihenfolge (Affiliate-Links):
Der Ruf des Kuckucks
Der Seidenspinner
Die Ernte des Bösen
Weisser Tod
Böses Blut

Die Homepage von Robert Galbraith
Robert Galbraith bei RandomHouse

Nun noch ein kurzer Nachsatz zum Autor.
Ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt thematisieren soll, weil ich JK Rowling nicht auf ihren SocialMedia-Kanälen folge und daher nicht mitbekommen habe, wie genau sie sich in Bezug auf Trans-Menschen geäußert hat.
Ich habe allerdings diverse Tweets von Leuten in die Timeline gespült bekommen, die sich darüber ärgerten und daher kann ich mir gut vorstellen, dass das auch berechtigt war. Auch kann ich verstehen, dass man einen Autor nicht mehr liest, wenn er mit seinen Meinungen eine persönliche Grenzen überschreitet.
Ich habe mich dazu entschieden ‚Böses Blut‘ zu lesen, auch wenn es ein Beweis für Rowlings Trans-Phobie sein soll, weil ich mir eine eigene Meinung bilden wollte und die Serie sehr mag.
Und ich muss sagen, dass ich persönlich aus der Handlung keinerlei Vorbehalte gegen eine spezielle Bevölkerungsgruppe wahrgenommen habe. Allerdings bin ich auch nicht betroffen. Dies nur als kleine Randnotiz für alle Interessierten.

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22 Antworten zu Böses Blut (Cormoran Strike #5) von Robert Galbraith [Werbung]

  1. Ich habe mir das Hörbuch über Weihnachten und zwischen den Jahren angehört. Und habe es geliebt! Ganz abgesehen davon, dass sich die Beziehung zwischen Strike und Robin glaubwürdig weiterentwickelt, fand ich auch all die Gedanken zu den unterschiedlichen Lebensbildern von Frauen sehr interessant.

    @Nachtrag: Ich hatte diesen Gedanken auch immer im Hinterkopf und muss sagen, dass ich da nichts Trans-Phobisches finden konnte. Der Begründung, warum der historische Serienmörder Frauenbekleidung trug, war völlig nachvollziehbar.

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  2. nettebuecherkiste schreibt:

    Auf Goodreads gab es einen vielgelikten Kommentar zu dem Buch, dass die jeweilige Person alle entfreunden würde, die sie (wörtlich) beim Lesen des Buches erwischt. Ich stimme ja zu, dass Rowling sich, was Trans-Menschen angeht, abwegig verhält, aber es sollte sich doch jeder seine Meinung über ein Buch selbst bilden dürfen. Wie viele Autoren dürfte man sonst nicht mehr lesen? Z. B. Brandon Sanderson, der gelebte Homosexualität falsch findet… Ich kann Autor und Werk trennen. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Ich würde es ja auch niemandem verbieten, Handke zu lesen. Was ich mir vorgenommen habe: Rowlings Bücher gebraucht kaufen. Ihre Bücher auf Goodreads nicht mehr bewerten. Ihr so meine Unterstützung unterziehen. Aber lesen werde ich die Bücher wohl.

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  3. Herba schreibt:

    @AequitasEtVeritas: Ja, die Weiterentwicklung und Robins Gedankengänge zu den verschiedenen Lebensmodellen fand ich auch echt gelungen.

    Danke für die Bestätigung. Ich konnte auch nichts finden, was sich außerhalb eines Krimitwists bewegt und als Phobie durchgeht.

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  4. Herba schreibt:

    @Nette: Ooookaaaaaaay. Na ja, jeder wie er mag…
    Den Ansatz mit gebraucht kaufen und nicht bewerten finde ich gar nicht schlecht, das muss ich mir merken.

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  5. Na, wenn man unbedingt was finden will, wird man sich sicher allein an der Tatsache aufhängen, dass der Serienmörder Frauenkleidung getragen hat. Völlig unsinnig.

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  6. Herba schreibt:

    @AequitasEtVeritas: Absolut. Zumal das ja nichtmal ständig erwähnt oder besonders herausgestellt wurde…

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  7. Stimmt. Bloß in dem Sinne: Dadurch wirkt er auf seine Opfer vertrauenswürdiger.

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  8. Herba schreibt:

    @AequitasEtVeritas: Eben und nach dem Boykott-Aufruf hatte ich mindestens mit sowas wie ‚kranker Typ, der Frauenkleider trägt‘ und das alle 5 Sätze gerechnet.

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  9. Genau. Der Täter ist eine durchgeknallte Transe oder seine Taten gehen auf eine gestörte geschlechtliche Identität zurück. Oder so.

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  10. Herba schreibt:

    @AequitasEtVeritas: Viel Lärm um nichts…

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  11. JA! Aber wo kämen wir denn hin, wenn man ein Buch erst mal liest, bevor man es verreißt.

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  12. Herba schreibt:

    @AequitasEtVeritas: Was wäre denn das für ein merkwürdiges Konzept ;P

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  13. Stimmt. Ein unbegründeter Verriss ist doch viel einfacher – am besten zu einem Zeitpunkt, zu dem das Buch noch gar nicht erschienen ist!

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  14. Herba schreibt:

    @AequitasEtVeritas: Kann man das Produkt gleich in die Tonne kloppen – ist doch praktisch 😉
    Aber mal Spaß beiseite. Mir ist sowas schonmal mit einer Serienstaffel passiert, wo dann ganz militant Meinung gemacht wurde, obwohl man noch keine Minute selbst gesehen hatte. Seitdem reagiere ich auf sowas allergisch, selbst wenn es begründet wäre, was es ja oft nichtmal ist.

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  15. nettebuecherkiste schreibt:

    Ich bin auch einfach enttäuscht von J. K. Rowling. Ich dachte so lange, sie wäre eine Gute. 😦

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  16. Herba schreibt:

    @Nette: Ich wundere mich immer, wie so jemand eine so tolle Jugendbuchreihe schreien konnte :/

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  17. Pingback: Strike, Staffel 4 (Originalversion) | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  18. nettebuecherkiste schreibt:

    Wobei heute manche die Harry Potter-Bücher auch durchaus kritisch sehen (z.B. die Geschichte mit den Hauselfen und dass Hermiones Bemühungen für diese belächelt werden.)

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  19. Herba schreibt:

    @Nette: Nach einigen ihrer Aussagen kann man sicher manches in anderem Licht sehen und sollte das vermutlich sogar. Trotzdem hat sie eben auch Generationen von Kindern zum Lesen gebracht…..wirklich schwierig!

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  20. Pingback: Krimis und ich | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  21. nettebuecherkiste schreibt:

    Ich glaube auch, dass sie ansonsten echt in Ordnung in ist. Nur bei diesem einen Thema spinnt sie.

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  22. Herba schreibt:

    @Nette: Doof! 😦

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