The Undoing (Originalversion)

Die erfolgreiche Therapeutin Grace Fraser (Nicole Kidman) lebt mit ihrem Ehemann, dem renomierten Kinder-Onkologen Jonathan (Hugh Grant) und Sohn Henry (Noah Jupe) in New York und ist glücklich.
Doch dann wird die Mutter eines Mitschülers ihres Sohnes, der eine Elite-Privatschule besucht, ermordet und Grace Leben gerät aus den Fugen. Plötzlich hinterfragt sie ihr gesamtes Leben und alte Gewissheiten geraten ins Wanken.
Wird der Mord an Elena Alves (Matilda De Angelis) aufgeklärt werden und Grace in ihr normales Leben zurückkehren können?

Wer meinen Blog regelmäßig liest, hat vielleicht schon mitbekommen, dass ich von der späten Rollenauswahl eines Hugh Grant ziemlich beeindruckt und auch begeistert bin. Der Mann kann definitiv mehr, als seine Rollen in Filmen wie zum Beispiel ‚Notting Hill‘ vermuten ließen.
Das darf man nicht falsch verstehen, ich mag viele Filme, in denen Grant den leicht tollpatschigen Liebhaber spielt wirklich gern, hätte ihm aber eben nicht unbedingt andere Rollen zugetraut.
Nun ist es fast ein wenig Pflicht für mich anzuschauen, was er so fabriziert, weil das mittlerweile überraschend viel Tiefe hat, was er so macht.
Und so ist eben auch ‚The Undoing‘ auf meinem Radar gelandet, auch wenn ich zugegebenermaßen keiner großer Fan der nicht ganz natürlich gealterten Nicole Kidman bin. Die Frau kann spielen, umso trauriger finde ich, wie sie ihre Mimik mit zu viel Botox oder was auch immer zu einer starren Maske gemacht hat.
Womit ich auch schon beim Thema wäre. Kidman spielt in der Miniserie die Hauptfigur und ist, da die Macher gern und viel mit Nahaufnahmen arbeiten, oft groß und on nahe zu sehen.
Und bei diesen Aufnahmen stolpere ich immer wieder über die unnatürlichen Wangen, das allgemein recht starre Gesicht und die Lippen, die früher mal anders aussahen. Mehr als das bei den vielen Fältchen, die Grants Gesicht zieren und die man auch das ein oder andere Mal in Nahaufnahme präsentiert, je der Fall sein könnte.
Traurig, dass sich viele Frauen scheinbar genötigt sehen, ihr Alter mit diesen Massnahmen zu verbergen – wenn sie das selbst und ganz wahrhaftig schön findet, leiste ich Abbitte und behaupte das Gegenteil, auch wenn mich der unnatürliche Look trotzdem stört.
Davon mal abgesehen mag ich Grace eigentlich gern. Sie ist eine sympathische Figur, die sich zwar zur High Society von New York zählt, die manches aber durchaus kritisch sieht und ihre Bodenhaftung trotzdem nicht verloren hat.
So ist Grace auch die einzige Mutter, die das spätere Mordopfer Elena in ihrem Kreis wirklich willkommen heißt, auch wenn de junge Frau aus ganz anderen Kreisen stammt und mit ihrer Art nicht ganz zu den vielen Powerfrauen passen will.
Fast wirkt Grace in den ersten Teilen der Serie ein bißchen zu gut, um wahr zu sein. Zum Glück bekommt sie aber im Lauf der Handlung mehr Tiefe und zwischendurch habe ich mich dann auch mal gefragt, ob sie eventuell etwas mit dem Mord zu tun hat.
Auch Grant als Jonathan wirkt fast zu gut um wahr zu sein. Erfolgreicher Arzt, liebevoller Ehemann und Vater und charmanter Freund, was bei Grant aber sehr natürlich und nicht zu dick aufgetragen wirkt.
Aber auch diese Figur hat mehr zu bieten und seine Entwicklung sorgt für viele Spannungsmomente.
Gut gefallen haben mir auch Jupe als Henry und Donald Sutherland als Grace Vater Franklin.
De Angelis als Elena wirkte sehr geheimnisvoll, aber leider hat sie nicht so viele Szenen, daher kann ich mir keine wirkliche Meinung über ihr Schauspieltalent erlauben.
Nicht ganz warm geworden bin ich mit Ismael Cruz Córdova als Elenas Ehemann Fernando und Édgar Ramírez als leitender Ermittler Detective Mendoza.
Der eine hat für mich zu wenig Emotionen transportiert, obwohl da doch einiges für ihn im Drehbuch stand. Der andere war mir einfach unsympathisch, weil er scheinbar ständig versuchte Grace in die Pfanne zu hauen, hat aber zugegebenermassen wenig Raum, um sich als Figur irgendwie zu profilieren, weil der Fokus ganz stark auf Grace selbst liegt.
Optisch ist die Miniserie ein Fest, die Bildsprache ist ganz wunderbar komponiert, die Ausstattung kann sich sehen lassen und die Mischung aus Groß- bzw. Nahaufnahmen und dem Spiel mit Raum hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Der Soundtrack ist mir nicht negativ aufgefallen, was meiner Meinung nach immer ein gutes Zeichen ist und die Handlung an sich war spannend und wunderbar zum Miträtseln, wer denn wohl nun Elena umgebracht hat.
Auf die Aufnahmen von ihrem verprügelten und ziemlich zermatschten Gesicht hätte ich verzichten können, aber sie kommen zum Glück nicht so oft vor und sind auch nicht zu blutig oder plakativ.
Insgesamt habe ich ‚The Undoing‘ wirklich gern geschaut, mich dabei immer gut unterhalten gefühlt und fand auch die Auflösung beziehungsweise das Ende stimmig. Eine stimmige und kurzweilige Miniserie, die ich an einem faulen Wochenende komplett und mehr oder weniger am Stück durchgebingt habe und die ich auch jederzeit wieder schauen würde.

‚The Undoing‘ bei Sky Deutschland
‚The Undoing‘ bei Amazon Video auf Deutsch und Englisch (Affiliate-Links)
‚The Undoing‘ bei HBO (mit Behind the scenes Videos)
Die Serie im deutschen Fernsehen – Termine

Ein englischer Trailer

Ein deutscher Trailer

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5 Antworten zu The Undoing (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    Rafael Torres from Berlin Station resurfaces!

    I think I won’t watch this, so was interested to read your review. I agree HG has more on the ball than he typically shows.

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  2. Herba schreibt:

    @Servetus: Yeah, as a father of two and the husband of the murdered woman.
    It’s really something to see what he is able to do. And as Jonathan his charming self as we have seen it so many times in movies like ‚Bridget Jones‘ is there, but also something deeper – really impressive.

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  3. Wissenstagebuch schreibt:

    Die Serie hatte ich gar nicht auf dem Radar, dabei haben mir annähernd vergleichbare (?) Serien wie „Little Fires Everywhere“ und „Big Little Lies“ sehr gut gefallen. Ausgezeichnet finde ich auch, dass jetzt vermehrt Serien mit Schauspielerinnen in ihren 40er/50ern erscheinen, da ist es tatsächlich ein bisschen schade, dass man nicht allen ihr Lebensjahrzehnt auch nur annähernd ansieht. Ich schau mal in die Serie rein. 😊

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  4. Herba schreibt:

    @WIssenstagebuch: ‚Little Fires Everywhere‘ kenne ich noch nicht, aber ‚Big little lies‘ mochte ich auch sehr gern.
    Ich fände es auch schöner, wenn die Leute natürlich altern würden, aber gerade in der Showbranche scheint das imemr noch schwierig zu sein und es wird auch oft übertrieben.
    Viel Spaß beim Schauen 🙂

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  5. Pingback: Medienjournal: Media Monday #498 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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