Schatten der Mörder – Shadowplay (Originalversion)

Berlin, 1946:
Der New Yorker Polizist Max McLaughlin (Taylor Kitsch) kommt nach Berlin, um dort beim Aufbau des Polizeiapparats zu helfen. Doch eigentlich hat er sich freiwillig für diesen Job gemeldet, weil er seinen Bruder Moritz (Logan Marshall-Green) suchen will, der als GI nach Deutschland kam und nach der Befreiung von Dachau verschwand.
Max arbeitet mit der deutschen Polizistin Elsie Garten (Nina Hoss) zusammen, die das Revier leitet, dem Max zugeteilt ist.
Gemeinsam nehmen sie die Ermittlungen gegen den sogenannten ‚Engelmacher‘ auf, einem Kriminellen, der Frauen in Not hilft und sie dann ausnutzt, um sich zu bereichern.
Wird es Max und Elsie gelingen, den Verbrecher trotz aller Widrigkeiten dingefst zu machen?

Ich schaue mir ja eher selten Serien im deutschen Fernsehen an, aber wenn das ZDF eine Krimiserie im Nachkriegsdeutschland zusammen mit Kanada produziert, musste ich definitv einen Blick riskieren, zumal mir Taylor Kitsch in ‚Waco‚ erschreckend gut gefallen hat.
Die Vergleiche zu ‚Babylon Berlin‘ habe ich zum Glück erst hinterher gelesen und finde, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.
Der Cast ist international besetzt und für mein Dafürhalten gut zusammengestellt. Sowohl Kitsch, als auch Hoss machen ihre Sache sehr gut und tragen die Handlung über alle acht Folgen gekonnt.
Gut gefallen hat mir an beiden Figuren, dass sie nicht uneingeschränkt als Gutmenschen gezeichnet sind, sondern auch mal in Grauzonen abgleiten, um zu überleben, was für eine gewisse Tiefe sorgt und deutlich macht, wie schwierig die Lage der Menschen zu dieser Zeit war.
Auch die Chemie zwischen Kitschs Max und Hoss Elsie stimmt, auch wenn der erfahrene Polizist entsetzt über das improvisierte Polizeirevier von Elsie ist.
Kollegen wie Michael C. Hall und Tuppence Middleton sorgen für internationales Flair und werden durch bekannte deutsche Gesichter wie Sebastian Koch und Nachwuchstalente wie Maximilian Ehrenreich unterstützt.
Die vielen Frauenrollen machen für mich einen Teil des Reizes dieser Serie aus, weil sie viel Raum innerhalb der Handlung einnehmen und alle Frauen stark und schwach zugleich dargestellt werden. Das fand ich richtig gut.
Manche der Nebenfiguren gleiten dann doch mal in das ein oder andere Klischee ab, was ich bei den meisten aber verschmerzbar halte.
Auch der ‚Max & Moritz‘-Handlungsstrang wirkt manchmal etwas arg konstruiert, was für mich aber durch die fantasievolle Umsetzung der Original-Kindergeschichten wettgemacht wird.
Gewalt wird auch gezeigt, ich fand es für eine Krimiserie im Nachkriegsberlin aber im Prinzip alles relativ zurückhaltend und nie zu plakativ. Mehr Blut als bei einer Folge ‚Derrick‘ sieht man aber natürlich schon…
Natürlich gibt es zwischendurch immer mal wieder ein paar Logiklöcher und das Ende fand ich wie so oft bei solchen Serienproduktionen leicht überhastet, aber insgesamt hat mich die Serie gut unterhalten und ich bin gespannt, ob es eine zweite Staffel geben wird.
Insgesamt ist ‚Schatten der Mörder – Shadowplay‘ fürm ich eine gut ausgestattete und gut besetzte historische Krimiserie mit kleinen Schwächen, die trotzdem zu unterhalten weiß und historische Gegebenheiten unterhaltsam inszeniert.

Ich habe mir übrigens die englische Version angeschaut, die auch über die Mediathek des ZDF verfügbar ist.
Das bedeutet, dass jeder in seiner eigenen Sprache spricht, zusammen spricht man dann Englisch, Russisch wird untertitelt (kommt aber nicht so oft vor).
Ich mag das so sehr gern und ziehe es definitiv der Synchronfassung vor, wo alle englischen und russischen Anteile hochdeutsch synchronisiert sind und die verschiedenen Eigenarten der Amerikaner/Engländer/Russen verlorengehen. Es sind aber wie gesagt beide Versionen abrufbar.

‚Schatten der Mörder – Shadowplay‘ beim ZDF (zur Zeit ist die ganze Serie dort verfügbar)
‚Schatten der Mörder – Shadowplay‘ bei Amazon Video (Affiliate-Link)
Die Serie im deutschen Fernsehen – Termine

Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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9 Antworten zu Schatten der Mörder – Shadowplay (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    This sounds good. It doesn’t seem to be streaming anywhere I can watch it, though.

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  2. Servetus schreibt:

    oh, and I thought Waco was pretty good, too. I was in Texas while that was all going on, so it interests me.

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  3. Herba schreibt:

    @Servetus: I found and added an english trailer…
    It might not hold up a lot of scrutiny re historical facts (I don’t know enough about that time in Berlin regarding the police and ’normal‘ people to judge) but it sure held my attention over all the eight episodes.
    One of the directors hopes it will hit North America soon…

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  4. Herba schreibt:

    @Servetus: David Koresh was such a creep(?) and Kitsch played it very well. And the FBI operation went so spectacular wrong…this even made the german news at the time if I remember correctly.

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  5. Servetus schreibt:

    Thanks! I’ll keep it in mind.
    Koresh was really a creep and nonetheless, I thought Kitsch did a good job of showing that/why people followed him. There have been a bunch of documentaries on this topic (why the FBI messed this up so badly) in the last few years.

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  6. Herba schreibt:

    @Servetus: Anytime.
    Yes, he sold the human and charismatic side of Koresh too. I think I saw at least one of them after I watched the tv show and I think it’s a good thing that the FBI trains now to some degree to prevent another Waco.

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  7. Servetus schreibt:

    Well, in any case that disaster explains the handling of the Cliven Bundy situation recently:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Bundy_standoff

    I wish there were some compromise between the state killing all the problem people, and the state just letting them do whatever they want.

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  8. Herba schreibt:

    @Servetus: Middleground seems hard to find in a lot of chases :/

    Gefällt 1 Person

  9. Pingback: Medienjournal: Media Monday #496 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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