Wer einmal lügt von Harlan Coben

Megan scheint den amerikanischen Traum zu leben. Mit Ehemann und zwei Kindern lebt sie in einem schönen Haus und niemand weiß, dass Megan eigentlich jemand anderes ist und ihrem früheren Leben, aus dem sie siebzehn Jahre zuvor geflüchtet ist, als Stripperin in Atlantik City gearbeitet hat.
Als sie nach einem Jobtermin in der Stadt plözlich Sehnsucht nach ihrem alten Umfeld bekommt und der erfahrene Polizist Detective Broome neue Beweise für einen alten Vermisstenfall ausgräbt, gerät Megans Leben aus den Fugen…

‚Wer einmal lügt‘ ist für mich ein typischer Krimi von Harlan Coben. Scheinbar benutzt der Autor immer wieder die selben Schablonen für seine Bücher und peppt sie nur mit verschiedenen Komponenten auf.
Das muss nicht schlecht sein und hat mir im Fall von ‚Wer einmal lügt‘ auch wesentlich besser gefallen, als zum Beispiel bei ‚Ich schweige für dich‚, wo ich das, ach so schlimme Geheimnis der weiblichen Hauptfigur, eher albern im Verhältnis mit dem, was es nach sich zog, fand.
Megan hat da definitiv mehr zu befürchten, denn er beichtet dem Partner schon gern nach 17 Jahren, dass man konstant gelogen hat, wenn es um das eigene Vorleben geht. Und muss dann auch noch dazu stehen, dass man Stripper war.
Und dann geht es im Hintergrund auch noch um das Verschwinden von mehreren Männern, das von einem Polizist untersucht wird, der als Figur genauso klischeehaft wirkt wie Megan, trotzdem aber auch sympathisch bei mir ankam.
Überhaupt mag ich die Figuren eigentlich ganz gern, auch die alte Bardame aus Megans Vergangenheit und den abgehalfterten Fotograf, der auch irgendwie in Megans Vergangenheit zu gehören scheint.
Ich habe mich gern auf ihre jeweiligen Handlungsstränge eingelassen und habe sie bei ihrer Vergangenheitsbewältigung beziiehungsweise bei den Ermittlungen begleitet.
Die Geschichte liest sich sehr amerikanisch, auch wenn das Umfeld von Coben nicht wirklich ausführlich geschildert wird oder ein besonderes Flair erzeugt wird.
Das Ende habe ich ungefähr ab der Mitte vorhergesehen, was der Geschichte nicht unbedingt einen Abbruch getan hat.
Und insgesamt machte das Lesen genug Spaß, um ‚Wer einmal lügt‘ zu einem netten Lesevergnügen zu machen. Ich hoffe allerdings auch, dass ich so schnell kein weitere Buch von ihm lesen ‚muss‘, weil es, wie ‚Wer einmal lügt‘, für Netflix verfilmt wird (nachzulesen hier).
Ich kann mir übrigens alle vier Schauspieler sehr gut in den jeweiligen Rollen vorstellen und freue mich schon sehr auf Cush Jumbo als Megan und natürlich auch auf den Rest, auch wenn ich mir eher gute Unterhaltung als eine wirklich anspruchsvolle Serie erwarte.

Die offizielle Homepage des Autors
Harlan Coben bei RandomHouse
‚Wer einmal lügt‘ bei Amazon.de (Affiliate-Link)

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6 Antworten zu Wer einmal lügt von Harlan Coben

  1. Michele Marsh schreibt:

    I’m almost finished. He loves pop culture a lot which isn’t a bad thing but one would think after so many books written his dialogue would be more clever
    The Armitage as Ray I hope is going to be better then Richard as Adam 🙄

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  2. Herba schreibt:

    @Michele: It seems to be a smaller role as in The Stranger but we’ll have to wait and see.

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  3. Michele Marsh schreibt:

    Herba much smaller than The Stranger and I am curious on his interpretation of Ray

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  4. Guylty schreibt:

    Aha, da haben wir es also. Klingt ja gar nicht so schlecht, und ich muss zugeben, dass ich jetzt doch ein bisschen Lust darauf bekommen habe, das Buch schon vorab zu lesen. RA als Fotograf – das klingt schon mal ziemlich unwiderstehlich. Auch wenn er abgehalftert rüberkommt. Aber wenn das dann Stoppelbart und Kurzhaarfrisur bedeutet, freut sich Team Lawn auf jeden Fall. Danke für die Rezension!

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  5. Herba schreibt:

    @Michele: Me too.

    Gefällt 1 Person

  6. Herba schreibt:

    @Guylty: Ich denke er wird ziemlich abgeranzt aussehen. Vielleicht ein bißchen wie der Sozialarbeiter?
    Lass mich wissen, wie Du es findest, falls du es liest. Und nichts zu danken.

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