Waiting for the Barbarians (Originalversion)

Irgendwo, irgendwann:
Der Magistrat (Mark Rylance) ist der Chef eines Aussenpostens an der Grenze eines namentlich nicht genannten Reiches.
Das Leben dort ist friedlich, bis Colonel Joll (Johnny Depp) aus der Hauptstadt auftaucht.
Er hält die Nomadenstämme, die an der Grenze des Reichs leben, für eine Bedrohung und foltert Gefangene, um Informationen über den drohenden Angriff zu erhalten. Auch seine Untergebenen Offizier Mandel (Robert Pattinson) und der Lieutenant (Sam Reid) sind gewalttätig, doch der Magistrat beginnt an der Rechtmäßigkeit dieser Taten zu zweifeln, vor allem, als er von dem Schicksal des Mädchens (Gana Bayarsaikhan) erfährt…

Ich bin auf diesen Film durch Mark Rylance aufmerksam geworden, war aber durchaus auch gespannt Johnny Depp in einer ernsten Rolle zu sehen.
Leider ist seine Rolle sehr klein und auch von Robert Pattinson sieht man nicht richtig viel. Von daher würde ich die Leistung der beiden als okay einordnen, aber Schlüsse zu ihrer jeweiligen schauspielerischen Fähigkeit kann ich hieraus keine ziehen.
Mark Rylance ist die zentrale Figur des Films mit der mit Abstand meisten Screentime, die er gut auszufüllen weiß.
Er führt den Magistrat schauspielerisch durch alle Höhen und Tiefen der Geschichte und wirkt dabei genaus glaubhaft wie Gana Bayarsaikhan als das Mädchen.
Trotzdem weiß ich immer noch nicht, was ich von den beiden Figuren halten soll.
Das Mädchen ist durch das, was ihr passierte traumatisiert, von daher kann ich ihre Indifferenz noch besser einordnen. Trotzdem habe ich nicht verstanden, ob sie am Ende nun gehen oder bleiben wollte.
Der Magistrat scheint sich zu Anfang wohl zu fühlen, macht aber nun auch nicht immer den fairsten Eindruck, wenn es um Rechtsprechung geht.
Dann leidet er unter seiner eigenen Regierung, bleibt dabei aber immer passiv. Da gibt es kein Aufbäumen, keinen richtigen Wiederstand. Auch von der Bevölkerung gibt es keine Hilfe, nicht einer tritt für ihn ein. Und am Ende macht er einfach weiter – merkwürdig…
Marokko ist als Schauplatz wunderschön und auf der großen Leinwand dürfte der Zuschauer da ein paar epische Bilder gesehen haben.
Und natürlich ist mir auch die Botschaft, wer denn nun die eigentlichen Barbaren in der Geschichte sind, nicht entgangen.
Trotzdem würde ich die Romanverfilmung nach dem gleichnamigen Werk von J. M. Coetzee nicht noch einmal anschauen, einmal reicht mir bei diesem Film definitiv, auch wenn man vielleicht doch noch das ein oder andere durchschauen würde.
Mir war das alles einfach zu distanziert und merkwürdig unberührend auf der Gefühlsebene.

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Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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10 Antworten zu Waiting for the Barbarians (Originalversion)

  1. Wortman schreibt:

    Der Trailer sieht ja nicht uninteressant aus.

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Wortman: Ja, aber der Film war dann leider eher nicht so meins

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  3. Wortman schreibt:

    Vielleicht werde ich mal einen Blick riskieren – wenn dann…

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  4. Michele Marsh schreibt:

    Herba your attraction was Mark Rylance then?

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  5. Herba schreibt:

    @Michele: Yes, I watched it because of him. I think he is a great actor

    Gefällt 1 Person

  6. Michele Marsh schreibt:

    Herba he’s heavy on the eyes too ! ❤️❤️

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  7. Michele Marsh schreibt:

    Easy I meant easy 😁😉😝

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  8. Herba schreibt:

    @Michele: I like his acting and his friendly eyes, the rest is not my cup of tea 🙂

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  9. Michele Marsh schreibt:

    Yup good points and he has great eyes!!

    Gefällt 1 Person

  10. Pingback: Medienjournal: Media Monday #499 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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