Red River

1851, Texas:
Thomas Dunson (John Wayne) will sich in Texas niederlassen und eine erfolgreiche Rinderfarm aufbauen. Allein mit seiner rechten Hand Groot (Walter Brennan) und einer Handvoll Rinder macht er sich auf den Weg, nimmt den Waisenjungen Matthew Garth (Mickey Kuhn) bei sich auf, der einen Indianerüberfall überlebt hat, bei dem Dunsons Verlobte (Coleen Gray) umkam und findet findet das richtige Land in der Nähe des Rio Grande.
Vierzehn Jahre später führt Dunson eine erfolgreiche Ranch, ist nach dem Bürgerkrieg jedoch pleite und sieht nur nch einen Weg, seine Farm zu retten.
Er will die riesige Herde mit über 9000 Stück Vieh in einem Himmelfahrtskommando nach Missouri treiben und dort verkaufen.
Wird es Dunson und Matt (Montgomery Clift), der nach dem Krieg nach Hause gekommen ist, um seinem Adoptivvater zu helfen, gelingen den Treck erfolgreich zu Ende zu führen?

Ich bin mit Western/Filmen von John Wayne aufgewachsen, weil meine Mutter die sehr gern mag und ‚Red River‘ (früher auch unter ‚Panik am roten Fluß‘ bekannt) ist einer meiner absoluten Lieblingswestern, daher war eine Rewatch auch echt mal wieder fällig.
Dabei ziehe ich die Original-Schwarz-Weiß-Version der restaurierten und nachcolorierten Version vor, vermutlich rein aus Nostalgie, aber für mich fühlt sich der Film so einfach stimmiger an.
Es gibt sicher bessere Filme und den Bechdel-Test kann ‚Red River‘ auch nicht gewinnen, aber für mich ist er einfach gelungen.
Das liegt einmal an Montgomery Clift, der in seiner ersten Filmrolle als Matt erstmals einem größeren Publikum zeigt, was er kann.
Er überzeugt hier als junger Mann, der an harte Arbeit gewöhnt ist, aber trotz Krieg und Entbehrungen seine Menschlichkeit nicht verloren hat und sich auch schweren Herzenes seinem Ziehvater, den er sehr verehrt in den Weg stellt, als dieser beginnt seine Männer bis aufs Blut zu tyrannisieren.
Ich nehme Clift sowohl den Revolverheld, als auch den Mensch mit Gewissen und Herz ab und finde, dass er Wayne relativ mühelos in den Schatten stellt.
Dieser gibt als Dunson ausnahmsweise mal den Unsympathen, der zwar vielleicht auch den richtigen Gründen handelt, dabei aber jedes Mass und Ziel verliert und ohne Rücksicht auf Verluste agiert.
Da werden Untergebene, die nicht spuren schnell mal über den Haufen geschossen, um sie dann zu beerdigen und aus der Bibel zu lesen – was in einer Szene auch ironisch thematisiert wird und bei mir immer wieder für Schmunzler sorgt.
Auch über Groot, den Koch des Trecks, kann ich immer wieder lachen. Besonders herrlich sind die Szenen, in denen es um sein Gebiss geht, das er beim Karten spielen an Quo (Chief Yowlachie) verloren hat und es nur zu den Mahlzeiten zurückbekommt, bis er es auslösen kann. Genau mein Humor.
Der zahnlose Koch ist übrigens auch mit der Grund, dass ich mir diesen Film nicht im Original anschaue. Meinen Versuch mir die OV anzuschauen, habe ich wegen dem Genuschel nach 20 Minuten abgebrochen, weil ich mich einfach nicht reinhören konnte.
Auch Cheery (John Ireland), den anderen Revolverheld, der vorkommt, mag ich sehr gern, vor allem, wenn er sich mit Matt angockelt.
Die beiden Frauenrollen von Dunsons Verlobten und Tess Millay (Joanne Dru) sind klein, aber wichtig und vor allem Dru sorgt massgeblich für ein gelungenes Filmende.
Auch die Tatsache, dass Groot als Erzähler fungiert, mag ich sehr gern und dass nicht ständiges Knall und Peng im Vordergrund steht, sondern eine durchaus menschliche Geschichte.
Verwundert war ich bei dieser Rewatch, dass die Länge des Films mit 127 Minuten angegeben ist und ich diese Länge noch nie gespürt habe, auch dieses Mal nicht.
Und das, obwohl ich den Film sicher schon 10 bis 15 Mal mindestens gesehen habe. Auch das spricht für mich für ‚Red River‘.
Dieser Western hat mich, denke ich, sehr geprägt, denn nach wie vor mag ich Western mit einer Prise Humor am liebsten. Und ich mag es, wenn Western ein wenig menscheln.
All das bietet ‚Red River‘ für mich und ich finde er wurde zurecht vom ‚American Film Institute‘ als fünftbester Western aller Zeiten gekührt.
Ich habe ihn sicher nicht zum letzten Mal gesehen, auch wenn ich immer auch ein bißchen traurig bin, weil Montgomery Clift so ein großartiger Schauspieler und gleichzeitig eine tragische Figur war und viel zu wenig Zeit hatte, um weitere großartige Rollen zu spielen.

Der Original-Trailer auf englisch

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3 Antworten zu Red River

  1. Wortman schreibt:

    Ich liebe diesen Film auch – in S/W 😉
    Bin ja eh großer Wayne – Western – Fan 🙂

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Wortman: Ist ja auch ein echt toller Western! 🙂

    Gefällt mir

  3. Wortman schreibt:

    Aber sowas von.

    Gefällt 1 Person

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