Das Blut von London von Laura Robinson

England, 1781:
Am Hafen von Deptford wird die gefolterte und gebrandmarkte Leiche eines Mannes gefunden, der später als Anwalt Thaddeus ‚Tad‘ Archer identifiziert wird.
Sein Freund aus Kindheitstagen Harry Corsham, ein austrebender Mann aus guter Gesellschaft macht es sich zur Aufgabe herauszufinden, was mit Tad passiert ist und wieso er ermordet wurde.
Dabei sticht er in ein Wespennest, denn Tad engagierte sich für die Abschaffung der Sklaverei in Großbritannien und machte sich dabei mächtige Feinde.
Wird es Harry trotzdem gelingen den Mord an Tad aufzuklären?

Ich habe mich gefühlt schon ewig nicht mehr an einen richtigen historischen Roman herangewagt, hatte aber mal wieder Lust auf einen historischen Stoff, also ist die Wahl auf ‚Das Blut von London‘ gefallen, wobei das auch ein wenig geschummelt ist, da es um eine Mordermittlung geht.
Laura Robinson hat ihr Debüt gut lesbar verfasst und mit Harry eine sympathische Hauptfigur geschaffen.
Harry ist seinem alten Freund Tad sehr stark verbunden, auch wenn sie vor Jahren im Streit auseinander gegangen sind und sich seitdem nicht mehr gesehen haben.
Wieso sich die Beiden voneinander entfernt haben, wird nur sehr langsam enthüllt und einiges wurde für mich auch nicht ganz restlos aufgeklärt, aber es wird schon klar, wie eng Tads und Harrys Freundschaft einmal war und wieso Harry sich dazu berufen fühlt, den Mord an Tad aufzuklären.
Die Mordermittlung ist spannend, baut manchmal allerdings vielleicht etwas zu sehr auf Zufälle und reines Glück – Harry ist nicht der begnadeste Ermittler der Welt.
Spannend fand ich auch die Schilderungen zu den aktuellen politischen Machtverhältnisse im Bezug auf Sklaverei und wer da wie mitgemischt hat.
Das alles zeigt mir, dass sich an manchen Dingen im Lauf der Zeit erstaunlich wenig geändert hat und sich vielleicht auch nie etwas ändern wird – leider.
Die Hafenatmosphäre in Deptford hat mir gut gefallen, das hat die Autorin anschaulich geschildert und schon aufgebaut.
Ein bißchen schade fand ich, dass es keine halbwegs starke Frauenfigur gab. Die Frauen die vorkommen, sind entweder Opfer oder gleichgültig oder unsympathisch oder eine Mischung aus diesen Zutaten, da gäbe es definitiv Luft nach oben.
Und zwischendurch hätte die Geschichte meiner Meinung nach die ein oder andere Straffung verdient gehabt, um ein paar Längen auszumerzen.
Insgesamt hat es mir aber Spaß gemacht ‚Das Blut von London‘ zu lesen und Laura RObinson wird sicher auf meinem Radar bleiben, mal sehen, was da noch so kommt.

Laura Robinson bei RandomHouse
Die Homepage von Laura Robinson
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2 Antworten zu Das Blut von London von Laura Robinson

  1. Michele Marsh schreibt:

    Herba nice change up from the regular crime novels
    Do you think she may make this a series or it read like a one off to you?

    Liken

  2. Herba schreibt:

    @Michele: I don’t know. Her next book seems to have another ‚hero‘ (a woman), but who knows

    Gefällt 1 Person

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