Black and blue

Alicia West (Naomie Harris) hat vor kurzem ihre Zeit in der US Army beendet und ist in ihre Heimatstadt New Orleans zurückgekehrt, um dort als Polizistin zu arbeiten.
Gerade frisch von der Academy gekommen, fährt sie erst seit kurzem mit ihrem Partner Kevin Jennings (Reid Scott), als er zu einer Doppelschicht verpflichtet werden soll.
Da Jennings ein Date mit seiner Frau hat, springt Alicia ein und wird Zeuge, wie ein paar Polizistin aus dem Drogendezernat jemanden bei einem illegalen Geschäft erschießen. Da ihre Body Cam alles aufgezeichnet hat, soll auch Alicia beseitigt werden, doch sie kann fliehen.
Nun sind nicht nur ihre Kollegen, sondern auch der Onkel (Mike Colter) des Getöteten, ein Stadtbekannter Drogenboss hinter ihr her…

Naomie Harris ist eine der Schauspielerinnen, die ich wirklich gerne sehe und so war ich natürlich auch auf ‚Black and blue‘ gespannt, auch wenn ich zugegebenermassen etwas überrascht war, dass eine britische Schauspielerin für einen amerikanischen Actionfilm gecasted wurde.
Harris Casting hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, denn sie trägt diesen Film mit ihrer Performance und spielt die Hauptrolle mühelos.
Über ihre Alicia erfährt man nur das Nötigste, trotzdem mochte ich die Figur und habe mit ihr mitgelitten.
Obwohl sie eine Veteranin ist, wirkt sie an der ein oder anderen Stelle etwas blauäugig, was die Stellung der Polizei in ihrem alten Wohnviertel angeht. Trotzdem habe ich ihr ihre Darstellung abgenommen. Auch weil sie nicht unverwundbar daherkommt und durchaus auch mal Fehler macht.
Der restliche Cast ist zumeist männlich und macht einen soliden Job.
Die schäbige Umgebung sorgt für authentisches Flair und auch der Soundtrack stört beim Anschauen nicht durch zu laute oder schrille Töne.
Als Actionfilm hat mich ‚Black and blue‘ überzeugt und gut unterhalten, auch wenn die 108 Minuten an der ein oder anderen Stelle sicher hätten gekürzt werden können.
Was mich nicht ganz überzeugt hat, was die Integration von Sozialkritik in den Plot angeht.
Vielleicht waren manche Dinge, die ich nicht gut genug auserzählt fand, auch offensichtlich für das amerikanische Publikum, aber ich hätte mir als Gründe für das Misstrauen der Polizei gegenüber schon mehr gewünscht, als die offensichtlich korrupten Polizisten, die nicht davor zurückschrecken, einen Kollegen umzubringen.
Und auch Lösungsansätze für die Probleme werden keine angeboten, was ich zum einen schade und zum anderen leicht fantasielos fand.
Da haben sich die Macher für meinen Geschmack zu sehr darauf verlassen, dass das dem Zuschauer vor lauter Action nicht auffällt.
Insgesamt halte ich ‚Black and blue‘ für einen soliden Actionfilm, der viel Potential verschenkt, weil er zu sorglos mit guten Ansätzen im Plot umgeht. Kann man schauen, muss man aber nicht.

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Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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7 Antworten zu Black and blue

  1. Wortman schreibt:

    Der Trailer ist ja recht actionreich. Dann warte ich mal, ob der auch irgendwann umsonst zu schauen ist.

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  2. Servetus schreibt:

    I saw this in the cinema when it came out and thought it was pretty good. I was surprised it didn’t get more attention. I think it’s correct that an American audience would not question that there is almost no trust between Black people in NOLA and the police. (The NO police are notorious for their corruption.) And I think „why is there no solution“ is also something that an American audience would not expect in the film.

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  3. Herba schreibt:

    @Wortman: Ach klar. Der taucht sicher irgendwann bei nem Streaming-Anbieter für umme auf

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  4. Herba schreibt:

    @Servetus: Thanks for the confirmation, I thought the points I mentioned were lost on me because I am not American.
    What did you make of the casting? Harris is a great actress and was really good as Alicia but why not cast an American actress for that?

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  5. Wortman schreibt:

    Das hoffe ich doch…

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  6. Servetus schreibt:

    I thought she was great in the role, too. When a Brit is cast over an American it’s usually related to money somehow (they want a recognizable name and Brits have a reputation for working for less). I’ve gotten over it except if they mangle the accent OR they are playing a figure from American history. Although I’m getting over that, too — between C. Ejiofor, Cynthia Erivo and David Oyelowo it seems like they have the mythic figures covered and those were all great performances.

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  7. Herba schreibt:

    @Servetus: Money, of course.
    Harris accent sounded okay for me (my ears are still ringing a bit from Downey Jr.’s horrible fake welsh accent in ‚Dolittle‘ 😉 ).
    Oyelowo was brilliant as MLK, haven’t seen Erivo yet and can’t remember Ejiofor clearly as Northup but I liked him and the movie at the time.

    Gefällt 1 Person

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