Jackpot oder eine weitere enttäuschte Hoffnung?

Seitdem mir vor ein paar Stunden die Nachricht auf den Bildschirm flatterte, dass Richard Armitage die Hauptrolle in dem Roman ‚Now and Then‘ von William Corlett spielen soll, denke ich so intensiv wie seit langem nicht mehr über einen meiner Lieblingsschauspieler nach.

In dem Roman (genau wie später im Film), geht es um Chris, einen Mann in den mittleren Jahren, der sich nach dem Tod seines Vaters bei der Durchsicht alter Unterlagen und Erinnerungsstücke an seine Schulzeit erinnert, während der er eine leidenschaftliche Affäre mit einem zwei Jahre älteren Schüler hatte.
Chris kommt zu der Erkenntnis, dass Stephen der einzige Mensch war, den er je wirklich geliebt hat und beschließt ihn zu suchen. So weit die Buchbeschreibung beim großen A.

Der Film wird laut ‚Hollywood Reporter‘ (das neue Hausblatt von Mr. A.? Er könnte es wahrlich schlechter treffen, denke ich 😉 ) ein „britischer LGBTQ+ Film“ und wird als „zu Herzen gehende Geschichte einer Mutter und ihres schwulen Sohnes“ beschrieben, die „vergangene Fehler erforschen müssen, um ihrer aktuellen Beziehung Sinn zu geben“.

So wie ich den Rest des Artikels (hier) lese, wird der Cast hauptsächlich britisch werden und ich bin wirklich gespannt, wer als Mutter gecasted werden wird.
Wird das endlich, endlich die lang ersehnte Rolle, die es vermag beim breiten Publikum genauso anzukommen, wie bei den professionellen Kritikern?
Bekommt er eine erfahrene und über Großbritannien hinaus bekannte Schauspielerin als Gegenüber, die ihn dazu animiert, einem breiten Publikum zu zeigen, was er drauf hat?
Schafft er es mit dieser Rollenauswahl endlich einmal direkt am Puls der Zeit zu sein und etwas zu drehen, was gleichermassen bewegend als auch aktuell gesellschaftlich relevant sein könnte?

Ich weiß, dass dazu eine ganze Menge Glück gehört und von einem ‚Edel’casting wie Judi Dench oder Helen Mirren will ich gar nicht träumen – mal abgesehen davon, dass man ja nicht weiß, wie die Geschichte wirklich konzipiert ist und ob ein Großteil des Films nicht in der Vergangenheit spielt.
Aber wenn, ja WENN wirklich mal alles zusammenkommt, dann könnte das wirklich gut werden…

Und da ich gerade nicht in der Stimmung für Selbstzensur bin, möchte ich noch kurz darauf eingehen, dass dies ein ziemlich persönlicher Film für RA sein dürfte.

Weiterlesen auf eigene Gefahr!!!
***

Nicht nur weil ihn der Hollywood Reporter wie folgt zitiert: „“This is a beautiful script The character of Chris resonated with me powerfully. I look forward to inhabiting the role and bringing this script to life,“ said Armitage….“.
Sondern auch, weil verschiedene Aussagen, die er seit dem Tod seiner Mutter getätigt hat, mich zu dem (wenn auch rein spekulativen) Schluss kommen lassen, dass er seine Eltern sehr liebt, aber auch eine komplizierte Beziehung zu ihnen hat, wenn es um seine Sexualität geht und vielleicht auch deshalb zu 99 Prozent in meinen Augen einen ‚Eiertanz‘ (sorry, mir fällt grade kein besseres Wort ein, auch wenn es etwas zu stark ist) aufführt, wenn es um sein Privatleben geht.

Damit meine ich nicht, dass er eine sehr private Person zu sein scheint. Ich finde es vollkommen legitim, wenn eine Person des öffentlichen Lebens sein Privatleben privat hält.
Ich finde es nur doof, wenn ich den Eindruck bekomme, dass das fragende Gegenüber immer genau das zu hören bekommt, was es vermeintlich gerne hören möchte und dabei dann auch schonmal geschwindelt wird. Dann lieber schweigen und Interviews auf die Arbeit beschränken!
Aber, um auf den Film zurückzukommen, ich bin auf jeden Fall gespannt, ob und wenn ja was die Auseinandersetzung mit dem Mutter-Sohn-schwul-Thema bei RA in der nächsten Zeit frei setzten wird.
Falls wir bis Drehbeginn gar nichts mehr von ihm hören, hat ihn wahrscheinlich sein Agent in seinem Hauseigenen Tonstudio angekettet, um zu verhindern, dass er in eine Rainbow-Flagge gewickelt, durch New York rennt und ‚I’m out!‘ schreit… 😉

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23 Antworten zu Jackpot oder eine weitere enttäuschte Hoffnung?

  1. Kate schreibt:

    Hach, das letzte Bild hat mich so richtig laut auflachen lassen. Ich glaube, darüber muss sich der Agent keine Sorgen machen. Das wird wohl nie sein Stil.
    Aber auch ich bin gespannt, ob der Film und die damit verbundene Promo neue Er(Be)kenntnisse bringen. Warten wir’s ab.

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  2. Herba schreibt:

    @Kate: Ich halte es auch eher für unwahrscheinlich, aber mir kam das spontan in den Sinn und solche Albernheiten müssen natürlich gleich geteilt werden :mrgreen:
    Ich glaube es eigentlich nicht, aber wer weiß. Wenn es ihn als Mensch weiterbringt, kann das vielleicht für die Fanbase auch ganz gut sein.

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  3. Servetus schreibt:

    I, too, will be interested to see who’s cast as the mother. Although I’m guessing that the flashback roles will be more significant than this piece of publicity seems to suggest.

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  4. Herba schreibt:

    @Servetus: Do you have someone in mind who you would love to see opposite him?
    Yeah, that’s my fear too. But this time I’ll wait till it’s sure that he’ll be in this before I read the book.

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  5. Servetus schreibt:

    Wouldn’t it be cool if it were say Janet McTeer? He’s expressed appreciation of her and she’s about 60. But the main thing is that they work together well — he’s good on his own but you can tell when he’s got a really good scene partner. I felt like Amy Ryan was good for him — when she was having a great night, she lifted him up with her.

    I may read it ahead of time. (I have more time again now.) Interests me more than „The Man from Rome“ in any case.

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  6. Herba schreibt:

    @Servetus: I totally could see that work. She is a great actress.
    Yes, I think so too, even if I haven’t seen him with Ryan.
    „The Man from Rome“ was a bit on the boring side for me but I read a lot of crime novels and am not easy to please.

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  7. Servetus schreibt:

    Looking back, I see that the news broke while I was teaching philosophy (which is always more difficult for me) and so I read the first 50 pp and then didn’t pick it up again. So I guess that means I didn’t find it compelling.

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  8. Herba schreibt:

    @Servetus: Sounds that way.
    I don’t know why but I expected a bit of Dan Brown actionwise and it wasn’t that even with a lot of good will on my part. Hopefully the movie will be a bit more thrilling than the book if RA is in it.

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  9. Hariclea schreibt:

    Der grosse Film wird es nicht, dazu ist die Geschichte zu cliche. Das Buch ist gut weil gut geschrieben, nicht weil die Geschichte irgendwie originell war 😉 nicht dass sich die Erwartungen da überstürzen. Typische Liebesgeschichte der Jungend in der boarding school. Aber die Charaktere sind gut geschrieben. Ich glaub im Bestfall können wir auf etwas wie zB Philomena hoffen.

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  10. Hariclea schreibt:

    MfR ist aber nicht als Krimi geschrieben 😊 es geht viel mehr wie meist bei PR um Liebe, Religion und Glauben im Allgemein und das Bild das Mensch selbst von sich hat und was das Leben lebenswert macht. Im Original von einem fantastischen Schauspieler gelesen war es toll, es roch nach dem Ort und war voll lokalem Charakter. Aber Spanier können eine viel tiefere und konfliktreiche Verbindung zum Glauben haben. Es geht viel mehr um die Suche nach dem Sinn des Lebens. Es ist aber auch viel viel pessimistischer als ein normaler Krimi wär. Ich fand diese Hoffnungslosigkeit ziemlich traurig, auch wenn sehr authentisch. Das Buch ist aber sehr, sehr spanisch und atmosphärisch, hoffe sie schaffen das auf die Leinwand zu bringen. Wenigstens hat er mehr als genug Zeit für Recherche. Ist nämlich in Wirklichkeit die viel komplexere und komplizierte Rolle. Mm nach.

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  11. Kate schreibt:

    Ich habe heute einen Kommentar auf Twitter gelesen, der mich zum Thema „wie viel sagt er dazu bei Promos“ etwas nachdenklich hat werden lassen. Eigentlich dachte ich ja spontan auch „nee, das wird nicht thematisiert, dazu sagt der weiter nichts“ so nach dem Motto Das Werk spricht für sich.
    Aber nachdem jemand angemerkt hat, wie gut es ist, dass für diese Rolle kein heterosexueller Schauspieler gecastet wurde, kam mir der Gedanke, dass das vielleicht sogar Thema werden muss. Denn angesichts der immer wiederkehrenden Debatte um Repräsentation und wer denn eigentlich Charaktere, die Minderheiten angehören, spielen darf (von Blackface bis hin zu Chancen für transsexuelle Schauspieler) wird er bzw. die Produktion sich dazu vielleicht erklären müssen!?

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  12. Herba schreibt:

    @Hariclea: Wenn der Film so gut wird wie Philomena wäre ich, denke ich zufrieden 🙂

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  13. Herba schreibt:

    @Hariclea: Das weiß ich nun auch, aber das Buch wurde/wird in Deutschland als Krimi mit Spannung beworben, von daher hatte ich die falschen Vorstellungen vor dem Lesen.
    Mir persönlich waren die Figuren teilweise leider zu klischeehaft. Schaun wir mal, was der Film dann am ENde so kann.

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  14. Herba schreibt:

    @Kate: Ich hoffe, ihm ist das bewußt und er stellt sich darauf ein, ohne dann bei den Interviews rumzueiern. Gerade in diesem Fall wäre eine klare Kante mal extrem wünschenswert.
    Aber wenn ich ehrlich bin, fehlt mir für dieses WUnschszenario ein wenig der Glaube. Na, wir werden es sehen, wenn das Projekt zustande kommt.

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  15. Hariclea schreibt:

    Ich auch 😊

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  16. Kate schreibt:

    Ja, wenn er hier “eiert” dann wäre ich echt enttäuscht. Das so ein Projekt diese Art von Fragen aufwirft, muss ja sowohl ihm als auch seinem Agenten bewusst sein. Wenn da also keine Strategie erkennbar ist, wäre das einfach fahrlässig.

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  17. Herba schreibt:

    @Kate: Ja, aber leider hat er mich, was das angeht, nun schon öfter negativ überrascht. Sowohl was die Überraschung, als auch was seine Reaktion anging. Von daher bin ich echt gespannt.

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  18. Servetus schreibt:

    Interestingly, that was how Pace was ultimately outed (or pulled out, or orchestrated his outing — hard to tell). In an interview for „Angels in America“ he stated that it was important gay actors to play gay roles and then asked if that applied to him. He reacted really negatively. There was a sort of „clean up“ profile in the NYT a month later, but it was the interview that pressed the situation.

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  19. Esther schreibt:

    Das mit der Rainbow Flagge würde ich zu gerne sehen! 🙂

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  20. Herba schreibt:

    @Servetus: Yes, I remember that and that I thought at the time how unprepaired he seemed to be for that kind of question and how wired that felt in connection to the role he played.
    Lets hope RA will handle things better if it ever comes to that point.

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  21. Herba schreibt:

    @Esther: Nicht nur du :mrgreen:

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  22. Servetus schreibt:

    Many people speculated at the time that it was somehow arranged (the journalist in question had outed Anderson Cooper in the same way, previously, and it’s inconceivable to me that a gay celebrity / his publicist would not have known that) but it’s so hard to say.

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  23. Herba schreibt:

    @Servetus: Makes sense but it was bad handled on Paces part nevertheless.

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