Tod eines Gentleman von Christopher Huang

London, 1924:
Das Land leidet immer noch unter den Nachwehen des 1. Weltkriegs. Auch Eric Peterkin ist durch seine Zeit als Soldat traumatisiert, bewältigt seinen Alltag als Lektor von Kriminalromanen aber so weit gut.
Seiner Arbeit geht er meist im altehrwürdigen Britannia Club nach, in dem es seit der Gründung immer einen Peterkin gab.
Allerdings weiß Eric, dass er selbst als Halbchinese nur noch geduldet wird. Als dort ein Mord geschieht und Eric sich in die Ermittlungen einmischt, steigert das nicht gerade sein Ansehen.
Wird es ihm gelingen herauszufinden, wer Albert Benson, Sanitäter im Krieg und neuestes Mitglied des Clubs, ermordet hat?

Ich bin durch das ansehnliche Cover auf ‚Tod eines Gentleman‘ aufmerksam geworden und da ich beim Lesen zur Zeit am meisten Spaß habe, wenn ich Krimis lese, ist das Buch bei meiner letzten Medimops-Bestellung bei mir eingezogen.
Der erste Roman von Christopher Huang läßt sich gut lesen, ist atmosphärisch und kann mit einer interessanten Hauptfigur glänzen.
Denn Eric Peterkin ist zwar ein Gentleman, gehört aber doch nicht so ganz in die feine Gesellschaft, weil seine Mutter Chinesin war. So thematisiert der Autor Rassismus und nimmt den Mikrokosmos des englischen Herrenclubs unter die Lupe, der nicht immer sonderlich gut davonkommt.
Eric war mir wirklich sympathisch und entpuppt sich als kluger, junger Mann, der mit Verstand und Herz durchs Leben geht und den Mord an jemanden, den er nur kurz kannte, aufklären möchte.
Ich weiß nicht, ob Christopher Huang weitere Bände mit Peterkin plant, aber die Figur würde auf jeden Fall viel Raum für weitere Bücher bieten und ich würde mich freuen, ihm wieder zu begegnen.
Vor allem, wenn der Autor weiterhin eine Mischung aus Krimi und unterhaltsamer Sozialkritik beibehält.
Gut gefallen hat mir auch die Atmosphäre der ‚wilden Zwanziger‘, die der Autor auferstehen läßt. Zusammen mit typisch englischem Flair sorgt das für ein amüsantes und interessantes Drumherum für die Kriminalhandlung, die spannend zum Miträtseln einläd.
Und auch wenn die Auflösung am Ende nicht ganz überraschend kommt, habe ich mich doch rundum gut unterhalten gefühlt und werde Christopher Huang definitiv im Auge behalten.
Fans von relativ unblutigen, historischen, britischen Krimis können hier meiner Meinung nach guten Gewissens einen Blick riskieren.

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6 Antworten zu Tod eines Gentleman von Christopher Huang

  1. fraggle schreibt:

    Dem schließe ich mich vollumfänglich an, außer was das „am Ende nicht ganz überraschend“ angeht, denn ich hatte hinsichtlich des Kriminalfalls selbst diesmal so dermaßen überhaupt keinen Schimmer, dass jedes Ende für mich als überraschend durchgegangen wäre. Ich bin aber auch nicht gut in so was. 😉

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  2. Herba schreibt:

    @fraggle: Das freut mich.
    Ich lese halt auch wirklich viele Krimis, da ist es schwer mich noch komplett zu überraschen 🙂

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  3. Michele Marsh schreibt:

    Herba you’ve sold me on this book! I like relatively bloodless British crime novels that are easy to read! ❤️👏👏🤗

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  4. Esther schreibt:

    Ich lese nie Krimis aber Sozialkritik, Chinesische Mutter and unblutig machen mich doch neugierig…

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  5. Herba schreibt:

    @Michele: My pleasure

    Gefällt 1 Person

  6. Herba schreibt:

    @Esther: Ich muss dich aber warnen, die Krimihandlung steht definitiv im Mittelpunkt und die Mutter ist schon verstorben, also findet sie nur in Peterkins Erinnerung statt.

    Gefällt 2 Personen

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