Unterstützung in Zeiten von Corona #buylocal

Die aktuelle Situation mit Corona berührt uns wohl alle auf die ein oder andere Weise, den einen mehr, die andere weniger.

Ich gehöre im Moment zu den Glücklicheren, denke ich:

Mein Arbeitgeber ermöglicht gerade relativ unbürokratisch Home Office und auch wenn ich nicht weiß, wie lange noch, bin ich dafür erstmal unglaublich dankbar.

Theoretisch könnten wir in unserem Mehrgenerationenhaus Selbstisolation üben, sprich jeder bleibt in seiner Wohnung, aber bisher haben wir uns bewußt dagegen entschieden und pflegen untereinander Umgang, wenn auch mit vielen Vorkehrungen und so wenig Aussenkontakt wie möglich, um meine Mutter, meine Schwester und mich so gut es geht zu schützen, weil wir alle Drei zu Risikogruppen gehören.

Durch den Familienhund bekommen ich immer noch genug Bewegung und frische Luft ab, ich halte mit Freunden Kontakt per mail und Social Media (bin nicht so der größte Telefonierer vor dem Herrn) und kann es als Leseratte und Film-Serien-Junkie generell ganz gut daheim aushalten.

Trotzdem hat natürlich auch meine Stimmung gerade Höhen und Tiefen und es gab durchaus schon Tage, wo ich am liebsten im Bett geblieben wäre, um alle Nachrichten und die komplette Aussenwelt auszusperren…

Aber genug von mir, denn eigentlich wollte ich in diesem Post über etwas anderes sprechen, nämlich über die, die gerade schwer zu kämpfen haben.
Das sind die Freiberufler und die Menschen mit kleinen Geschäften, denen gerade die Lebensgrundlage durch unser nötiges ’social distancing‘ wegbricht.

Daher habe ich mir in den letzten beiden Wochen Gedanken gemacht, was ich tun kann, um ein wenig zu unterstützen.
Und natürlich war/bin ich mir auch unsicher, was Sinn macht und was nicht. Denn nicht alles macht für die Betroffenen auch Sinn und im Hinblick auf meinen Jahresvorsatz nachhaltiger zu leben, möchte ich natürlich auch nicht sinnlos irgendwelches Zeug kaufen, das ich nicht wirklich brauche.

Aber bevor ich erzähle, was ich so getan habe, möchte ich gerne klar stellen:
Dieser Post soll keinesfalls irgendwen unter Druck setzten. Mir ist schon klar, dass nicht jeder Geld übrig hat, um diese Art der Unterstützung zu leisten.
Seit euch aber sicher, dass ein Lächeln, ein Hallo oder ein Danke von Herzen, an die Leute im Supermarkt, den Müllmann, den Postboten oder den Nachbarn genauso viel, wenn nicht noch mehr bewirken kann. Und kostenlos ist das auch noch 🙂

Bei dem Onlineshop, bei dem ich mittlerweile meine Hygieneartikel und vieles für den Familienhund kaufe (der Shop kriegt irgendwann mal einen eigenen Blogpost) und der seine Waren von vielen kleinen Betrieben bezieht, habe ich eine Bestellung abgesetzt, um einmal zu signalisieren, dass ich weiterhin dort gerne Kunde bin und hoffe, dass alle Firmen, die dorthin liefern, diese Krise überstehen.
Außerdem hat die Inhaberin auf Instagram komuniziert, dass sie in den nächsten Tagen/Wochen mit den Lieferanten sprechen und bekannt geben wird, wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten steckt und wie man unter Umständen helfen kann.
Und da ein Lieferant dessen Haarprodukte ich kaufe, gerade nicht produzieren kann, habe ich da gleich auch zugeschlagen.

Ebenfalls mit einer Bestellung unterstützt habe ich einen glutenfreien Bäcker aus Baden-Württemberg, den ich erst letztes Jahr entdeckt habe und der einfach die geilsten glutenfreien herzhaften (Wurzel)Brötchen backt, die ich in 18 Jahren mit Zöliakie gegessen habe.

Dann habe ich bei meiner lokalen Buchhandlung bestellt, was ich hier ja schonmal erzählt habe.
Bücher gehen immer und so werde ich auch im April mindestens eine fette Buchbestellung dort absetzten.

Vorgestern hatten wir kollektiv keine Lust zum Kochen, also haben wir den Lieferservice genutzt, den ein Lokal aus meinem Wohnort gerade hochzieht, um wenigstens etwas Geld zu verdienen.
Normalerweise liefern die nicht, aber bei dem leckeren Essen, das so weit es geht aus regionalen, saisonalen Produkten gekocht wird und das (bis auf die Salatsoße) plastikfrei verpackt geliefert wird, hat sich das wirklich gelohnt.

Ein weiteres Produkt, dass ich als Unterstützung gekauft habe, kam dann gestern Nachmittag bei mir an.
Ich weiß nicht mehr, wie ich auf das Kochbuch von Karina Both-Peckham aufmerksam geworden bin, aber da ich eine Süßschnute bin und Kochbücher für glutenfreie Desserts nicht so häufg sind, ist das Buch auf meiner Wunschliste gelandet.
Nun hat Karina, die in Erfurt das Bistro/Cafe ‚Peckham’s‘ betreibt, letzte Woche hier auf ihrem Blog, wo sie gerade ein Corona-Tagebuch führt, von ihrem aktuellen Alltag erzählt und auf ihre Situation aufmerksam gemacht, die sie gerade mit vielen Geschäftsbetreibern teilt.
Also habe ich ihr kurzerhand geschrieben, eine total nette Antwort bekommen und gestern konnte ich eben ihr Kochbuch in den Händen halten – vielen lieben Dank Karina, ich werde sicher das ein oder andere Rezept ausprobieren!

Weitere Infos zu den drei Kochbüchern (neben Desserts, gibt es noch Lieblingssuppen und Hauptgerichte) gibt es hier auf Karinas Blog.

Peckham’s Kochbuch, Band 3: Yummy Desserts von Karina Both-Peckham

Ob diese kleinen Hilfsaktionen am Ende wirklich helfen können, weiß ich nicht, aber ich fühle mich in Zeiten der Ungewissheit nicht ganz so hilflos.
Und wer weiß, vielleicht ergibt sich aus der Corona-Krise doch auch etwas Gutes, wenn wir manche Dinge nicht mehr als selbstverständlich hinnehmen und lernen unsre unmittelbare Gemeinschaft mehr zu unterstützen….

Ich geh jetzt mal Fieber messen, denn so viel Optimismus paßt definitiv gar nicht zu mir 😉 Habt einen schönen Tag, bleibt gesund und daheim, so weit das möglich ist!

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14 Antworten zu Unterstützung in Zeiten von Corona #buylocal

  1. Michele Marsh schreibt:

    Herba all well said and spot on!
    Have not done take out delivery yet here
    My sister has done it quite s bit for my parents where they all
    Three live.
    I hope solidarity and community spirit shine through all of this
    I found out today some disturbing news which put the corona crisis as a huge
    reality and that we shouldn’t take our health for granted ever.
    Stay safe stay well love to your mum ,sister ,niece ,nephew and of course Sam😘❤️

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  2. Servetus schreibt:

    I’ve had similar thoughts — I’m just focusing my attention on 1-2 businesses, though, given how long the recovery is going to take.

    One thing that is really annoying me at the moment is how much trash the take-away meals generate, so I’m glad you were satisfied with your experience. When this ends we’re going to have so much garbage we need to dispose of just from the hospitals.

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  3. Nicole.G schreibt:

    In der Umgebung kaufen ist immer eine gute Idee, aktuell natürlich besonders.
    Ja, wo es geht mache ich das auch. EBooks im kleinen Buchladen, der auch einen eigenen Onlineshop betreibt oder 2 Läden weiter, dem man die gewünschte ISBN schickt, eine Rechnung gemailt bekommt, diese bezahlt und dann den Downloadlink kriegt. Auch wenn sich das umständlich anhört, freut sich der Buchladen darüber. Da wird wie bei dir auch mal eins mehr gekauft, als ich lesen kann.
    Mit den Marktschwärmern mit Waren aus der Region lässt sich vermeiden, Obst oder Gemüse im Supermarkt nehmen zu müssen, das evt. schon zig Leute angetatscht haben. Da ich auch im HomeOffice bin, bleibt nun auch wieder ausreichend Zeit dafür.

    Einige Restaurants/Kneipen/Läden, die schließen mussten, verkaufen Gutscheine für zukünftige Besuche. Ist eine schöne Sache und hilft.

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  4. Herba schreibt:

    @Michele: Sorry you had some gad news today. I hope everything will work out in the end!!!
    Take care

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  5. Herba schreibt:

    @Servetus: Yes, take away is such a big producer of trash and I was really happy that they delivered their food mostly plastic free. Paper hasn’t a good water record but it sure is better than more one way plastic that ends up in the ocean

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  6. Herba schreibt:

    @Nicole: Ich finde es großartig was sich so manch kleiner Laden einfallen läßt.
    Leider hat der Hofladen, bei dem wir sonst oft kaufen gerade geschlossen und unsere zwei Markttage sind hier am Ort erstmal gestrichen, aber normalerweise nutze ich das auch gern.
    Gutscheine sind auch eine gute Idee, um Unterstützung zu geben.

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  7. Michele Marsh schreibt:

    Herba oh me too it put so much into perspective and the reality of what is
    happening globally with this virus hit me between the eyes. My thoughts are their family and with them. Just makes one truly realize how precious life is
    Stay safe stay well lovely

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  8. Esther schreibt:

    Toll, dass Du das machst, Herba! Ich versuche hier auch lokal zu kaufen aber ich fürchte sehr für viele kleine Firmen und Jobs…

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  9. Herba schreibt:

    @Michele: Yes, life sure is precious and we forget that all too often I guess.
    Thanks, you too!

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  10. Herba schreibt:

    @Esther: Ja, vermutlich werden es nicht alle schaffen 😦 wobei es hier in Deutschland auch staatliche Hilfen gibt, aber ich weiß nicht, ob das ausreichen wird

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  11. Esther schreibt:

    Ja, hier in Holland gibt es auch staatliche Hilfen aber ich weiss auch nicht, ob das genug sein wird! Ich glaube noch niemand weiss das jetzt schon ganz genau.

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  12. Herba schreibt:

    @Esther: Ja, es wird viel davon abhängen wie lange das alles anhalten wird. Doch bei allem Verständnis für die Wirtschaft macht mir der Gedanke, dass bei uns ab 20. April alles wieder mehr oder weniger normal läuft, irgendwie Angst 😦

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  13. Esther schreibt:

    Bei uns dachte man ab 6. April das einiges wieder normal laufen würde aber alle Massnahmen wurden bei uns verlängert bis ende April und selbst dann glaube ich noch nicht, dass alles gleich wieder normal ist. Würde mir nichts wundern wenn alle Massnahmen noch mehr verlängert werden. Bei euch wird das bestimmt auch alles noch etwas verlängert, wenn nicht alles dann doch bestimmt einige Massnahmen.

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  14. Herba schreibt:

    @Esther: Ich denke auch nicht, dass gleich alles wieder normal laufen wird, aber der Druck auf die Regierung vieles wieder zu lockern ist immens groß und ich fürchte, dass wenn die Massnahmen einmal bröckeln, dass dann auch die Menschen wieder leichtsinnig werden und sich verhalten wie vor Corona 😦
    Na, ich werde es nach Ostern erleben.

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