River of Violence von Tess Sharpe

Harley ist die Tochter des größten Kriminellen des kalifornischen Districts in dem sie lebt.
Duke McKenna hat mehr Drogen und Waffen verkauft und mehr Menschen umgebracht als irgendwer sonst in Harleys Umgebung.
Seine einzige Tochter, die für ihn arbeitet seitdem sie sechzehn Jahre alt ist, erzieht er zu einer tödlichen Waffe, die gegen die Feinde der Familie bestehen kann und irgendwann sein Imperium übernehmen soll.
Aber ist es wirklich das, was auch Harley will?

‚River of Violence‘ war mein erstes Buch von Tess Sharpe und ich war extrem gespannt darauf, weil der dtv-Verlag es als ‚Roman‘ einordnet, obwohl der Titel ja ziemlich plakativ ist und es zum Beispiel bei Amazon als ‚Thriller‘ eingeordnet wird.
Ich bin jedoch ausnahmsweise mal mit der Einordnung des Verlags einverstanden, denn das Buch ist zwar spannend und es kommt einiges an Gewalt vor, aber das Label ‚Roman‘ finde ich trotzdem passender, weil Harley’s Geschichte für mich in erster Linie eine übers Erwachsenwerden und den eigenen Weg finden ist und die Spannung eher als Nebenprodukt entsteht.
Sharpe schreibt flüssig und gut lesbar, trotzdem habe ich, wie immer bei Ich-Erzählern ein klein wenig gebraucht, bis ich einen gewissen Lesefluss entwickeln konnte.
Harley springt immer wieder zwischen Jetzt-Zeit und Vergangenheit hin und her und die Kapitel aus der Vergangenheit dienen zum größten Teil dazu, gewisse Begebenheiten aus der Gegenwart zu erläutern oder dem Leser tieferen Einblick in Harleys Geschichte und Seelenleben zu geben, was mir hier wirklich gut gefallen hat, obwohl ich sonst kein unbedingter Freund dieser Erzähltechnik bin.
Harley ist eine großartige Hauptfigur, weil sie mir sofort sympathisch war und ich unweigerlich mit ihr mitleiden musste.
Sie ist mutig, aber nicht überlebensgroß oder unverwundbar. Besonders beeindruckend fand ich, wie sie zu ihrem Vorteil ausnutzt, dass die Männer in ihrer Umgebung sie unterschätzen, weil sie eine Frau ist.
Sexismus wird hier ebenso zum Thema wie häusliche und sexuelle Gewalt, Drogenmossbrauch, Korruption und Waffengewalt.
Wer von einem dieser Themen getriggert wird, sollte ‚River of Violence‘ eher meiden, obwohl Tess Sharpe Beschreibungen von Gewalt nie plakativ, wenn auch durchaus explizit beschreibt.
Obwohl ganz klar Harley im Mittelpunkt der Geschichte steht und durchaus auch ein paar Klischees zum Einsatz kommen, wirken auch andere Figuren nicht zu flach und sind interessant genug um Nebenhandlungsstränge lesenswert zu machen.
Durch Sharpes Gabe Harley Lebensumstände und ihre Umgebung zu beschreiben, entstand vor meinem geistigen Auge ein ziemlich genaues Bild des kalifornischen North County, es bleib aber noch genug Raum für die eigene Fantasie.
Insgesamt ist der Autorin für mich ein absolut lesenswertes Buch über eine starke Frau gelungen, die sich um andere Menschen sorgt, einen starken Beschützerinstinkt hat und ihren ganz eigenen Weg gehen will.
Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und werde Tess Sharpe sicher im Auge behalten!

Tess Sharpe beim dtv-Verlag
Die Homepage der Autorin
Tess Sharpe bei bold
‚River of Violence‘ bei Amazon.de (Affiliate-Link)

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5 Antworten zu River of Violence von Tess Sharpe

  1. Pingback: Montagsfrage: literarische Neuentdeckung des Jahres? | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  2. Michele Marsh schreibt:

    Herba, this book sounds really intriguing. I read Tana French’s The Trespasser a few months ago and while I liked the raw dialogue I found the story muddled and dull.
    Hooray for a strong woman who cares for other people!!

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  3. Herba schreibt:

    @Michele: It was a great read for me

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  4. Michele Marsh schreibt:

    Herba great 👍 always a good thing when you find a great read

    Gefällt 1 Person

  5. Pingback: Medienjournal: Media Monday #447 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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