Ich bin Circe von Madeline Miller [Werbung]

Circe ist die Tochter des Sonnengott Helios und der Nymphe Perse und sie ist anders als ihre Eltern und ihre Geschwister.
Sie ist weder so hübsch wie ihre göttliche Familie, noch hat sie eine göttliche Stimme, sondern klingt eher wie ein Mensch.
Das macht sie zum Aussenseiter in ihrer Welt. Als sie sich mit einem jungen Fischer Glaukos anfreundet, sich in ihn verliebt und ihn schließlich mit Hilfe von Kräutern und ihren ganz eigenen Fähigkeiten in einen Unsterblichen verwandelt, fühlt sich Circe endlich angekommen.
Doch als Glaukos Circes Cousine heiraten will, nimmt Circe Rache und verwandelt Skylla in das bekannte Meeresungeheuer.
Daraufhin wird Circe von den Göttern auf die unbewohnte, einsame Insel Aiaia verbannt, wo sie als Unsterbliche bis zum Ende aller Tage leben muss…

Ich habe, seitdem ich als Kind die griechischen und römischen Göttersagen gelesen habe, ein eher gespaltenes Verhältnis zu diesen Geschichten.
Einerseits finde ich sie spannend, andererseits sterben eben auch ziemlich viele Personen und das mochte ich als bekennender Happy-End-Junkie noch nie.
Die ganzen begeisterten Stimmen zu ‚Ich bin Circe‘ haben mich dann doch so neugierig gemacht, dass ich zu diesem Buch gegriffen habe und die Blutrünstigkeit hält sich hier auch in Grenzen.
Der Schreibstil von Madeline Miller war für mich gut lesbar und die Wahl, die Geschichte aus der Ich-Perspektive zu erzählen, absolut stimmig, auch wenn das nicht unbedingt meine persönliche Lieblingsperspektive beim Lesen ist.
Miller fügt bekannte und weniger bekannte Teile der Circe-Geschichte für mich zu einem stimmigen Ganzen zusammen und schafft so eine runde Erzählung.
Trotzdem war ich beim Lesen nicht restlos begeistert und ich denke das lag vor allem an Circe selbst.
Ich fand sie ziemlich sperrig, teilweise auch zu distanziert, mir fehlte der Zugang zu ihr und ich konnte einfach nicht wirklich mit ihr warm werden.
Und das, obwohl sie ihr Innenleben mit den lesern teilt und ich auch stellenweise Mitleid mit ihr hatte.
Mir fehlte einfach ein gewisser Zugang zu dieser Figur, das Spüren ihres Leids, das Mitfühlen bei ihrer Suche nach Liebe und Anerkennung.
Wieso sich das alles nicht eingestellt hat, kann ich leider selbst nicht sagen, aber auch die anderen Figuren blieben mir eher fern und distanziert.
Vielleicht liegt es an der Erzählweise der Autorin? Oder an der Tatsache, dass hauptsächliche göttliche Figuren mit übermenschlichen Eigenschaften eine Rolle spielen. Ich weiß es leider wirklich nicht…
Die verschiedenen Handlungsorte sind anschaulich beschrieben, lassen aber auch noch genug Raum für die jeweilige Phantasie des Lesers, was ich sehr zu schätzen weiß.
Es war definitiv schön, einige der alten Götter und Helden in dieser Neuerzählung wiederzutreffen und eine starke Frau im Zentrum der Handlung zu erleben, aber mir fehlte wirklich das letzte Quäntchen Begeisterung beim Lesen.
Und so ist ‚Ich bin Circe‘ für mich zwar ein durchaus unterhaltsames, aber eben kein überragendes Buch, dessen Geschichte ich gern gelesen habe, das mich aber nicht länger beschäftigen wird.

Madeline Miller beim Ullstein Verlag
Die Homepage der Autorin
‚Ich bin Circe‘ bei Amazon.de (Affiliate-Link)

Das ebook wurde mir von Netgalley bzw. vom Eisele-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – vielen Dank! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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9 Antworten zu Ich bin Circe von Madeline Miller [Werbung]

  1. Sonja schreibt:

    Ich habe auch keinen rechten Zugang zur „Circe“ gefunden.

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  2. nettebuecherkiste schreibt:

    Schade, dass du nicht mit Circe warm geworden bist, ich habe sie absolut geliebt 🙂 Ich weiß nicht, wie die Übersetzung ist, aber im Englischen ist es halt auch sprachlich ein absoluter Genuss.

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  3. Herba schreibt:

    @Sonja: wirklich schade, denn eigentlich ist es ja schon eine spannende Geschichte von einer starken Frau

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  4. Herba schreibt:

    @Nette: ja, das finde ich auch! Ich fand die Sprache passend für die Geschichte, aber ich habe natürlich keinen Vergleich zum Original…

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  5. Servetus schreibt:

    Couldn’t get into this one.

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  6. Herba schreibt:

    @Servetus: Mmmh, I think I read that somewhere. Have you written about it on your blog? Or talked to Nette about it?

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  7. Michele Marsh schreibt:

    Herba I really liked your line „The various scenes of action are vividly described, but also leave enough room for the particular imagination of the reader, which I appreciate very much.“ As do I.

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  8. Servetus schreibt:

    It was in one of my „books i have read lately.“ I picked it up because of her. still trust Nette’s judgment on books but this is apparently one area (ancient retellings of ancient mythology) where our tastes really differ. 🙂

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  9. Herba schreibt:

    @Servetus: Ha, I knew I read something about it on your blog! 🙂

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