Montagsfrage: Gute Buchhandlungen?

Ein neuer Montag und eine neue Montagsfrage von Antonia von ‚Lauter & leise‚.

Wer nicht weiß, was die Montagsfrage eigentlich ist, kann hier nachlesen und zur aktuellen Montagsfrage (mit Teilnehmerliste) geht es hier.

Antonia möchte wissen:
Was macht für Dich eine gute Buchhandlung aus?

Ich muss leider zugeben, dass ich nur noch selten Buchhandlungen aufsuche.
Die, die auf meinem Weg liegen, verkörpern eher Beispiele wie Buchhandlungen für mich nicht sein sollten und alles andere liegt so abseitig, dass es bequemer ist, online zu bestellen.
Außerdem ist eine gezielte Bestellung weit billiger, als Bücher im Laden zu kaufen, weil es zu 90 Prozent nicht nur bei den Büchern bleibt, wegen denen ich den Laden betreten habe.

Aber ich schweife ab…

Eine gute Buchhandlung muss nicht immer alles da haben was ich will. Meine liebste Buchhandlung, die es leider nicht mehr gibt, war nur so groß wie eine Doppelgarage und das Sortiment dementsprechend begrenzt.
Die Besitzerin fing das mit ganz viel Engagement, absoluter Kundenfreundlichkeit und Professionalität auf.
Wenn ich dort mit 10 oder 11 allein auftauchte (ich komme vom Dorf, man kannte sich, da war das kein Problem), wurde ich genauso ernst genommen, wie ein erwachsener Kunde.
Sie machte mich gerne auf neue Bücher aufmerksam, von denen sie dachte, dass ich sie vielleicht mögen könnte, versuchte mir aber nie irgendetwas aufzuschwatzen.
Wenn ich nur eine ungenaue Titelangabe hatte, wurde in Zeiten ohne allgemeines Internet für mich recherchiert und alles getan, um mir meinen Wunsch zu erfüllen.
Und ich war keine Ausnahme, jeder Kunde wurde zuvorkommend behandelt.

Natürlich ist mir bewußt, dass das die absolut heile Welt war, die man so bei weitem nicht überall verlangen kann.
Was ich aber von Dienstleistern verlange, zu denen eben auch Buchhandlungen gehören, ist Höflichkeit und Hilfsbereitschaft.
Wenn ich einen Buchladen betrete, habe ich ganz oft irgendetwas im Kopf, was ich gerne möchte und schaue mich dementsprechend erst einmal selbst um.
Aber wenn ich dann nicht fündig werde, einen Angestellten anspreche und um Hilfe bitte, erwarte ich eben auch das und keine lapidare Aussage wie:
‚Haben wir nicht‘ oder ‚da hinten sind die Krimis‘.
So ein Laden sieht mich eher nicht mehr wieder….

Und was ich auch hasse ist die Einordnung in ‚gehört nicht zu unsrem normalen Klientel und kann daher eher ignoriert werden‘.
Mag sein, dass ich nicht oft in eine Genrebuchhandlung oder einen für mich abseitigen Buchladen komme.
Aber auch dort erwarte ich dann ein gewisses Mass an Kundenfreundlichkeit.
Und wenn ich Dialoge wie:
‚Die kommt immer nur mit Gutscheinen‘ mit anhöre, kann ich mir nicht verkneifen ein süffisantes ‚Fragen sie ‚die‘ doch mal warum!‘ in die Runde zu werfen.

Kundenfreundlichkeit ist also für mich wirklich das A und O. Wenn dann noch eine spürbare Begeisterung für Bücher dazukommt, dann ist der Laden quasi perfekt für mich.

Was macht für euch eine gute Buchhandlung aus?

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23 Antworten zu Montagsfrage: Gute Buchhandlungen?

  1. Michele Marsh schreibt:

    Herba, I agree with everything you are saying, The biggest surviving bookstore chain in America is Barnes and Noble which the last time I frequented was w the twin nieces last year. I think friendliness and respect toward all should be the norm. Alas that is not the case..

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  2. fraggle schreibt:

    Ich fürchte, Sätze wie „Ich muss leider zugeben, dass ich nur noch selten Buchhandlungen aufsuche.“ werde ich im Zusammenhang dieser Montagsfrage noch häufiger lesen, dennoch stimmt es mich traurig. 😦

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  3. Herba schreibt:

    @Michele: No, it sure isn’t and not only in bookstores

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  4. Herba schreibt:

    @Fraggle: Keiner wünscht sich mehr als ich wieder einen großartigen Buchladen in meiner Nähe, aber leider gibt es den nicht 😦

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  5. nomadenseele schreibt:

    Die “Garagen-Buchhandlung“ war bestimmt toll!

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  6. fraggle schreibt:

    Eröffne eine, ich bin dabei! 🙂

    Nee, aber mal im Ernst, das ist schon wirklich schade. In meiner kleinen, popeligen Heimatstadt gibt es auch keine ordentlich Buchhandlung mehr. Wobei, was heißt „mehr“- da gab es noch nie eine. 🙂

    Aber so sieben bis acht Kilometer in Richtung Osten oder Westen, schon hat man eine. Und das in der niedersächsischem Pampa. 😉

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  7. Michele Marsh schreibt:

    Herba, yes as I found out this past weekend standing in line at the theatre arriving early and then all for naught as people cut in line and were disrespectful in the theatre not turning off their mobile phones prior to the curtain going up and then repeatedly told by the ushers to silence them!!
    But here always friendly and kind and respectful.. many could take lessons from…

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  8. Herba schreibt:

    @Nomadenseele: Das war sie und sie wird auch sehr und von ganz vielen vermißt.

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  9. Herba schreibt:

    @Fraggle: Ich bin zwar im Buchfach tätig, aber Buchhandel ist leider nicht ganz meine Richtung… 😉

    Och, geben tut es in meiner Umgebung auch welche, aber mit denen bin ich halt nicht zufrieden und bevor ich mich jedes Mal ärgere…

    Gefällt 1 Person

  10. Herba schreibt:

    @Michele: I am so sorry to hear that!

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  11. nomadenseele schreibt:

    Wenn sie nur halb so sympathisch war, wie du sie schilderst, dann war sie großartig Warum hat die Besitzerin denn aufgehört?

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  12. Michele Marsh schreibt:

    Herba, yeah it shows how rude Americans are. The ushers repeatedly had to tell patrons to shut them off and I was in the Mezzanine (bleeding noses) section of the theatre. I sat there and just shook my head but it is not just a symptom unfortunately. Lack of friendliness, respect, meanness are seen everywhere esp on line… sorry,,. etiquette and good manners are pet peeves of mine. I was brought up as you were to be kind and respectful toward others.

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  13. Herba schreibt:

    @Nomadenseele: Aus Altersgründen. Sie kam ins Rentenalter und da ihr Mann verstarb, entschied sie sich dazu zu ihrer Tochter zu ziehen und Haus und Geschäft aufzugeben. Das war traurig, aber vollkommen verständlich

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  14. Herba schreibt:

    @Michele: I don’t think it is an american problem only if that is a bit of consolation for you

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  15. Michele Marsh schreibt:

    Herba you are right def not just an American problem and thank you for your kindness always here. (insert your hugging animated emoji)

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  16. nomadenseele schreibt:

    Ich hatte ausbleibende Kunden befürchtet.

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  17. Herba schreibt:

    @Nomadenseele: Nein, sie hatte immer gut zu tun und hat zum Beispiel auch die lokale Grundschule und die verschiedenen KiGa’s beliefert

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  18. Emma Escamilla schreibt:

    Hallo Herba,

    das klingt ja nach einer süßen kleinen Buchhandlung, die du da beschreibst. Da wäre ich sicher auch gerne hingegangen. Mittlerweile bin ich auch eher selten in Buchhandlungen zu finden. Nur wenn ich zufällig mal in der Stadt bin und an einer vorbeikomme, gehe ich auch oft rein – nur weiß ich ganz genau, dass ich dann nicht ohne etwas zu kaufen wieder rauskommen werde. 😀 Meistens kaufe ich aber tatsächlich bei Amazon – allein schon E-Books oder Bücher von Selfpublishern, die es nur dort gibt.

    Vielleicht magst du ja bei mir auch mal vorbeischauen?
    Hier geht’s zu meinem Beitrag

    Liebste Grüße und noch eine schöne Woche!
    Emma

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  19. Herba schreibt:

    Hallo Emma und danke für Deinen Kommentar!
    Ja, der Laden war wirklich toll 😊
    DAS Problem mit der Qual der Wahl kenne ich.

    Liebe Grüße zurück!

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  20. Nicole.G schreibt:

    Für mich wird eine gute Buchhandlung vom Personal getragen. Die Größe und Ausstattung ist eher unwichtig.
    Meine Ansprüche sind durch eine tolle Verkäuferin sehr groß geworden und bisher hat leider niemand mithalten können.
    Ich möchte in einer Buchhandlung sagen können, das und das hat mir gut gefallen und erwarte, dass wenigstens eine Person mindestens eins der Werke kennt. Dann möchte ich gerne Vorschläge in dieser Richtung bekommen. Es dürfen auch alte Kamellen sein, müssen aber in meinen Vorlieben entsprechen. In meiner alten Stadt gab es so eine Frau, die fragte mich damals als erstes, ob es Bestseller sein müssen und war sichtbar froh, als ich nein gesagt habe. Die Frau hat so ein klasse Händchen gehabt, dass alles, was sie mir gegeben hat, gut war. Das Schöne, sie wollte mich auch auf anderes neugierig machen und fragte, ob sie mir auch etwas geben dürfte, was nicht ganz meinem Wunsch entspricht, einfach zum testen. Sie hat auch damit bei mir Treffer gelandet, bis auf die Fälle, wo sie vorher sagte, sie vermutet keine Zustimmung bei mir, möchte mir das Buch aber trotzdem an die Hand geben.
    Ach so, bei ihren „Abseitsvorschlägen“ hat sie mir nie gesagt, welches der mindestens 5 Bücher es war. Immer erst bei meinem nächsten Besuch. Das zum Testen hatte ich meistens erkannt, auch da konnte sie mich perfekt einschätzen.

    Bei anderen Kunden mit ganz anderen Wünschen war sie wegen ihrer Fähigkeit auch sehr begehrt, es lag also nicht daran, dass wir einfach denselben Geschmack hatten.

    Ganz schlimm finde ich Läden, in denen ich direkt zur Bestenliste geführt werde, ich solle dort mal schauen, das wäre gerade absolut in.
    Oder wenn ich einfach nur andere Werke der von mir genannten Autoren gezeigt bekomme.

    Besonders schade finde ich, dass viele kleine Buchhandlungen schließen und sich dort eine Filiale der großen Ketten breit macht.

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  21. Herba schreibt:

    @Nicole: das klingt wirklich toll!
    Leifer habe ich das Gefühl, dass solche Buchhändler wirklich langsam aussterben 😦

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  22. Nicole.G schreibt:

    Ja, solche Buchhändler sterben wirklich langsam aus. Oder sind aus welchen auch immer Gründen einfach nicht motiviert genug. Oder dürfen nicht, ich kann mir vorstellen, dass gerade in den großen Ketten einige Bücher bevorzugt verkauft werden sollen. Reine persönliche Vermutung, beweisen kann ich das nicht.

    Die tolle Buchhändlerin ist kurz nach meinem Wegzug in Elternzeit gegangen und anscheinend nicht wieder zurück in den Laden. Ich bin nämlich noch zweimal hingefahren.
    Die einzige Auskunft, die ich bekam, war, dass die Verkäuferin, die mich angesprochen hat, meinte, sie wüsste, was die Kollegin empfehlen würde. Nee, wusste sie nicht, denn das eine Buch, welches ich dann genommen hatte, war überhaupt nicht meines.
    Für den nächsten Einkauf ist aber eine mir bisher unbekannte Buchhandlung ins Auge gefasst. Ich hatte von dem „Kochbuch für die kleine alte Frau“ gehört und hatte in mehreren Buchhandlungen in meiner Nähe nachgefragt. Kannte niemand.
    Auf diese nun ins Auge Gefasste bin ich durch Zufall gestoßen, die liegt weiter weg von mir. Aber dort wusste man sofort, welches Buch ich meinte und konnte mir direkt was dazu sagen.
    Mal schauen, ob es bei anderen Büchern genauso ist. Dann würde ich den Weg auf mich nehmen.

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  23. Herba schreibt:

    @Nicole: Ich könnte mir auch vorstellen, dass das nicht überall zur Verkaufsphilosophie passt und dementsprechend nicht gewünscht ist :/

    Oh, das klingt richtig gut – das Buch und die Buchhandlung. Wäre schön, wenn Du eine neue, gute Anlaufstelle gefunden hättest!

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