Montagsfrage: geschwundene Bewunderung für einen Autor?

Ein neuer Montag und eine neue Montagsfrage von Antonia von ‚Lauter & leise‚.

Wer nicht weiß, was die Montagsfrage eigentlich ist, kann hier nachlesen und zur aktuellen Montagsfrage (mit Teilnehmerliste) geht es hier.

Antonia möchte wissen:
Gibt es einen Autor, den du früher sehr bewundert hast, heute aber kritischer siehst?

Diese Frage kann ich ziemlich klar mit ’nein‘ beantworten.
Anders als bei Schauspielern und vielleicht noch bei Musikern und Sportlern, beschäftige ich mich quasi nie mit den Autoren selbst, sondern nur mit ihren Büchern.
Von daher kann mich auch niemand wirklich enttäuschen, denn ich weiß über die meisten Autoren einfach nicht genug, um in diesen Kategorien zu denken.
Und Leute, die merkwürdige Theorien vertreten, lese ich dann sowieso entweder gar nicht oder eben mit dem Wissen, um die zweifelhafte Meinung. Aber da stellt sich dann eben auch keine Bewunderung ein.
Ich kann aber zum Beispiel, das was Antonia in ihrem Beitrag (oben verlinkt) schreibt, absolut nachvollziehen.

Habt ihr einen Autor, den ihr früher sehr bewundert habt und mittlerweile kritischer seht?

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19 Antworten zu Montagsfrage: geschwundene Bewunderung für einen Autor?

  1. Michele Marsh schreibt:

    Herba, I’m with you no. I don’t think in those terms either plus I am just now getting back in the groove of reading so wouldn’t want any H factor creeping in!

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  2. Servetus schreibt:

    T.S. Eliot is the one that sticks out for me — read a fair amount of his poetry in high school, didn’t find out he was an anti-Semite till I was in college. The recent one is Scott Adams. We used to look for his cartoons in the FAZ every week. Now he’s gone off the right-wing ledge.

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  3. Guylty schreibt:

    Total interessante Diskussion bzw Fragestellung, zu der ich auch bei der Erstposterin nachgelesen hatte. (Schade, ich hatte sogar kommentiert, aber offenbar hat ihr mein Kommentar nicht gefallen. Sie hat ihn nicht freigeschaltet. Na gut, dann weiß man wenigstens, dass man dort nicht zu kommentieren braucht – es sei denn man ist einer Meinung mit der Bloggerin…) Ich hatte mal in Ansätzen so ein Problem mit Günther Grass, nachdem sich herausgestellt hat, dass er der SS angehört hatte. Das hat mich zunächst enttäuscht. Aber dann habe ich es als Jugendsünde verbucht.

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  4. Servetus schreibt:

    I was thinking about Grass, too, except he was never one of my favorites. That said: I’m really going to have to think more about Emil Nolde. As my Jewish friends keep saying, none of this was a secret, but Deutschstunde is really one of my favorite novels of the period and now it’s just a really obvious lie.

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  5. Servetus schreibt:

    (and yes, I’m aware that Lenz wrote Deutschstunde, not Nolde — however, I haven’t read a ton of Lenz and now probably won’t)

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  6. Rina schreibt:

    Das sehe ich auch so – die Autoren in Person sind mir eigentlich ziemlich egal – mir ist nur wichtig, dass die Geschichte gut ist – und ein Name ist kein Garant dafür. Es kommt auch gar nicht so oft vor, dass ich öfter von ein und dem selben Autor was lese, ausser natürlich die Reihen.
    Einen schönen Abend.

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  7. Guylty schreibt:

    Ups! Ich war zu voreilig! Sie hat freigeschaltet und ausführlich geantwortet! Ich nehme alles zurück!! Im Alter bin ich wohl weniger geduldig als früher!

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  8. Herba schreibt:

    @Servetus: re Adams: is that the guy who first supported Clinton and than Trump and claimed he faked the support for Clinton because he feared for his life?

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  9. Herba schreibt:

    @Guylty: Grass ist mir auch sofofrt eingefallen, aber bewundert habe ich den eigentlich nie wirklich, von daher eignete der sich nicht als Antwort für mich.

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  10. Herba schreibt:

    @Servetus: Same here re Grass.
    I think a lot of artists from the era were antisemitic and it is good to finally address that. It must be possible to say ‚Emil Nolde was a great painter but he was also antisemitic‘

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  11. Herba schreibt:

    @Rina: Wobei ich schon sagen muss, dass ich durchaus aus Prinzip keine Bücher von einem offen rassistischen Autor (zum Beispiel) kaufen würde, wenn ich die EInstellung kennen würde.
    Danke schön, ich hoffe den hattest du auch.

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  12. Herba schreibt:

    @Guylty: Das dachte ich mir. Dauert manchmal einfach etwas länger

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  13. Servetus schreibt:

    That’s him — the guy who drew the Dilbert cartoons. Before 2016 he was all over the place politically but after that he fell off the deep end.

    I was thinking about your comment about not buying books from authors whose objectionable political opinions were already clear to you. I have done that, though. Partially because sometimes I’ve assigned them to students (Céline). But I read a lot of Ernst Jünger, even more than In Stahlgewittern which you kind of have to read. So. Not totally consistent there.

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  14. nettebuecherkiste schreibt:

    Marion Zimmer Bradley, die offenbar die Pädophilie ihres Mannes geduldet hat. Die Nebel von Avalon war ein prägendes Buch für mich. Und wird es trotzdem bleiben. MZB ist tot und es schadet niemandem, dass ich das Buch weiterhin liebe.

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  15. Rina schreibt:

    Das würde ich auch nicht unterstützen.
    Liebe Grüsse

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  16. Herba schreibt:

    @Nette: Wow, das ist heftig :/
    Aber Du hast natürlich absolut Recht!

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  17. Herba schreibt:

    @Servetus: I think a lot of people are not consistent in such situations and as a teacher you have a great reason for this too.

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  18. Servetus schreibt:

    Well, I have a great excuse but to be honest I read them because I enjoy his writing style and he intrigues me. I guess I read more of his journals than his fiction.

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  19. Herba schreibt:

    @Servetus: Ah, no worries, that’s human!

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