Netflix nimmt ab morgen (29.3.) die britische Miniserie „Verräter“ ins Programm

London, 1945:
Feef Symonds (Emma Appleton), eine Tochter aus gutem Haus, möchte gerne im Krieg ihrem Land dienen, doch ihre Ausbildung wird durch das Kriegsende unterbrochen und sie nimmt eine Stelle in einem Ministerium an.
Ihr amerikanischer Liebhaber Peter McCormick (Matt Lauria) wirbt Feef daraufhin für den Geheimdienst an, um für die USA zu spionieren. Dabei ködert er sie mit der Gefahr, die von Russland beziehungsweise vom Kommunismus ausgeht.
Über kurz oder lang findet sich Feef in einem Labyrinth aus Lügen und Betrug wieder und merkt schon bald, dass sie quasi niemandem vertrauen kann…

Spione in der Nachkriegszeit sind ja eigentlich genau mein Ding, daher ist die Miniserie ‚Verräter‘ auch auf meinem Radar gelandet.
Leider ist der Funke zwischen mir und dem Sechsteiler nicht wirklich übergesprungen. Das lag zum einen sicher ganz stark an der Hauptdarstellerin Emma Appleton, die für mich eine nicht gerade überzeugende schauspielerische Leistung abliefert.
Zum anderen liegt das aber auch am Skript der Serie, das die Figuren in meinen Augen seltsam leblos und eindimensional erscheinen läßt. Und dabei bekommen Feef, ihre Vorgesetzte Priscilla Garrick (Keeley Hawes) und der junge Labour-Abgeordnete Hugh Fenton (Luke Treadaway) doch einiges an Hintergrundstory verpaßt.
Doch weder Feefs kaltes Elternhaus, noch ihr schwuler Zwillingsbruder, mit dem sie natürlich im Verlauf der Geschichte erpresst wird, noch Pricillas kranker Vater, noch Fentons Aufsteigerstory haben mich emotional abgeholt.
Das war insgesamt viel zu klischeehaft und meiner Meinung nach schlecht erzählt.
Noch dazu spielt Appleton meiner Meinung nach einfach nicht gut. Nur mit großen Augen in die Welt zu schauen, reicht leider für so eine Hauptrolle nicht, auch wenn sie natürlich eine Figur spielt, die unbegründet selbstbewußt, naiv und dann überfordert und unter Schock agieren soll.
Vielleicht habe ich aber auch einfach den Sex Appeal, den Feef angeblich ausstrahlt und somit das Herzstück dieser Rolle verpasst? Ich weiß es nicht.
Hawes und Treadaway bieten hingegen wenigstens solide, wenn auch glanzlose Leistungen ab und auch die meisten des unterstützenden Casts bleiben solide.
Wirklich enttäuscht war ich von Michael Stuhlbarg, der hier als amerikanischer Spion weit hinter seinen schauspielerischen Möglichkeiten zurückbleibt und dessen Figur Rowe eben leider auch nur wie ein Abziehbild wirkt.
Das klingt jetzt vermutlich alles negativer, als es gemeint ist, denn schließlich habe ich mir alle sechs Folgen angeschaut, ohne das ständige Bedürfnis abzuschalten.
Kostüme, Kulissen und der Soundtrack sind anständig bis unauffällig und dass Amerikaner als die Bösen verkauft werden, hat man nun auch nicht unbedingt so oft.
Ich würde ‚Verräter‘ daher also in die Ecke der Miniserien packen, die man sich anschauen kann, von denen man aber weder Innovation noch großartige Spannung, sondern eine recht vorhersehbare Story erwarten sollte und mit denen man sich eher zwischendurch berieseln als vor dem Bildschirm fesseln läßt.

‚Verräter‘ bei Netflix Deutschland
‚Verräter‘ bei Channel 4
‚Verräter‘ aka ‚Traitors‘ bei Amazon.de (Affiliate-Link)

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4 Antworten zu Netflix nimmt ab morgen (29.3.) die britische Miniserie „Verräter“ ins Programm

  1. Michele Marsh schreibt:

    Herba, so a no go? Keely has been a busy bee this past year! For me she is the only name I recognize here. As an aside I wanted to thank you so much for referring Death in Paradise I have just started S2 and it is delightful. You are so spot on and there are many surprise BBC actors and actresses that pop up in the series as guest starts. (Ie Miranda Raison, Sarah Smart, Stephanie Beacham who went to Renee Zellweger plastic surgery school) Very clever and smart. A BBC Murder She Wrote sort of except set in St Marie Caribbean.

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  2. Herba schreibt:

    Michele: I wouldn’t call it a no go per se. I would say it’s a question of taste but for me there are far more interesting shows in that segment…
    Treadaway is a known face in British tv by now. Stuhlbarg is somewhat of an household name in the United States (Boardwalk Empire, The Post, The Shape of water are only a few examples)….but yes, no real A-listers.

    Ah, you’re very welcome. It’s real fun, isn’t it?!!

    Gefällt 1 Person

  3. Michele Marsh schreibt:

    Herba, clearly I don’t watch much American tv either b/c the only one I’ve seen that you listed was THe Post and there were so many actors in that movie, he must have got lost in the shuffle!
    I adore Death in Paradise. I like the dialogue, the cleverness of the murders each week, how he has his AHA! moment and the guests who pop up. There were a few Spooks alumni in there as well!! A thousand thank yous to you for your recommendation.

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  4. Herba schreibt:

    @Michele: To be honest Stuhlbarg is one of these guys that you might know when you see him but neither can’t remember his name nor where you have seen him in 😉

    Yes, they have a lot of great guest stars in every season on board, might be artly because of the great location 🙂

    Gefällt 1 Person

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