Fangirl-Geblubber

Zur Zeit fallen mir mal wieder reine Blubberposts leichter, als irgendwelche Film-, Serien- oder Buchposts, daher gibt es heute mal ein wenig relativ ungefiltertes Gedankengeschwurbel, das mit Videos und Bildern, die vermutlich unterschwellig der eigentliche Grund für diesen Post sind, aufgelockert werden.

Kinofilme abseits des Mainstream haben es immer noch schwer, gerade in Zeiten wo die Besucherzahlen in Kinos immer weiter zurückgehen.
Kinotickets sind oft teuer und in Zeiten von diversen Streaminganbietern und der Möglichkeit sich per Beamer und anderem Gedöns quasi ein kinoreifes Erlebnis ins heimische Wohnzimmer zu zaubern, läßt vermutlich einfach auch die Bereitschaft nach für einen einfachen Kinofilm teures Geld in einem der Kinopaläste zu lassen.
Das wirkt sich gefühlt auch auf Filmpremieren aus. Große Blockbuster werden bunt und laut mit rotem Teppich in die Welt entlassen, alle andere finden in der Wahrnehmung des gemeinen Zuschauers und Illustrierten-Leser meiner Meinung nach eher nicht statt.

Umso überraschter war ich, als vorgestern die Filmbiografie des jungen Rudolf Nurejew ‚The White Crow‚ Premiere feierte – zumal das gefühlt die fünfte oder sechste Veranstaltung dieser Art war, weil der Film seit Ende August 2018 bei diversen Filmfestivals (u.a. Telluride, London, Belgrad, Dublin) gastierte, wo dann jedes Mal wieder eine Premiere beworben wurde.

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Und dieses Mal wurde richtig viel Wind veranstaltet.
Ob das daran lag, dass der Film ab nächster Woche in Großbritannien’s Kinos zu sehen sein wird oder eher daran, dass der Regisseur Ralph Fiennes sein gesamtes Starpotential entfaltete und durch diverse Talkshows tingeln, Interviews absolvieren und die Fans schon im Vorfeld mit teilweise wunderbaren, professionel geknipsten Fotostrecken verwöhnen durfte, kann ich nicht beurteilen.
Aber das Ausmass an Aufmerksamkeit erstaunte mich dann doch etwas.
Allerdings kann ich nun auch besser nachvollziehen, wieso ein am Film beteiligter Produzent Fiennes, der bei diesem Film eigentlich nur Regie führen wollte, dazu überredete, selbst eine kleine Rolle zu übernehmen – der Name zieht.

Und Fiennes, der Publicity eher als notwendiges Übels ansieht, machte das alles brav und halbwegs gut gelaunt mit, auch wenn er vorgestern hörbar vor sich hin schnuffelnd, die Fragen der Interviewer am schwarzen Teppich beantwortete und auch ein wenig müde aussah.

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Im Vorfeld gab es, wie schon erwähnt, einige Zeitschriftenartikel (und Cover), vorgestern gab es den Premierentrubel und gestern saß er dann bei der schottischen Dampfplauderin Lorraine im ITV-Studie, gab zwei Radiointerviews und absolvierte einen Webchat für den Guardian, obwohl er eigentlich Social Media aus diversen Gründen ablehnt.

Der Unterschied zu Richard Armitage ist für mich als Fangirl dabei extrem offentsichtlich.
Während Armitage meist ruhig und konzentriert wirkt und sich auch für den zehnten Interviewer, der die gleiche frage wie die Neun vor ihm stellt, noch eine variierte Antwort ausdenkt, kann ich bei Fiennes nach dem Promo-Marathon nun viele Antworten mitsprechen und auch als Kurzzeitfan meine ich die Zeichen lesen zu können, die bestätigen, dass er sich auch nach 30 Jahren im Geschäft immer noch nicht ganz wohl fühlt, wenn er über sich selbst sprechen und seine Arbeit sprechen soll.
Bei Armitage sind diese Zeichen auch da, allerdings wesentlich subtiler und ohne den Fragesteller irgendwie nervös zu machen – was Fiennes dem Vernehmen nach wohl wiederum ziemlich gut beherrscht.
Armitage ist daher definitiv der Zugänglichere, gerade wenn es um Videointerviews geht. Das Interviewgebaren von Fiennes hingegen muss man definitiv mögen!

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Der Vergleich zwischen den beiden Herren drängte sich mir dieser Tage aber vor allem im Hinblick auf Armitages Ankündigung eine eigene Produktionsfirma gründen zu wollen, auf.
Auch wenn Fiennes ‚The White Crow‘ nicht mitproduziert hat, so weit ich weiß, hat er doch sicher eng mit der Produzentin Gabrielle Tana zusammengearbeitet, sehr viel Zeit investiert und eben mit seinem Namen dafür gesorgt, dass der Film letztendlich auch gedreht werden konnte und nun relativ breit vermarktet wird.
Was bei einem Film, in dem mehr als die Hälfte der Zeit Russisch gesprochen wird, gar nicht so einfach sein dürfte.
Diese Art der Power hat Armitage einfach nicht, auch wenn ich mir sicher bin, dass er auf ein relativ breites Netzwerk (zumindest in Großbritannien) zurückgreifen kann.
Leider merkt man das bei seinen bisherigen Rollen eher selten *hust*
Es wird aber auf jeden Fall spannend sein, zu sehen wann er mit der eigenen Firma an den Start geht, wer mit ihm Boot sein wird, was er sich als ersten Stoff aussucht und wen er dafür gewinnen kann.

Aber nun bin ich lieber still, bevor ich wieder mal die Well-Wisher-Brigade mit meiner komplett subjektiven Einschätzung verärgere und die Fanpolizei auf den Plan rufe…

Ein Interview in der Mayfair Times

Ralph Fiennes’ travel tales in ‚Country and Townhouse‘

Ein Interview im Times Magazine und die Bilder dazu

Der Webchat für den Guardian vom 13.3.2019 zum Nachlesen

Bei Twitter: Fiennes auf dem Weg ins Fernsehstudio in London

Ralph Fiennes wird auf dem schwarzen Teppich interviewt

Und noch ein Interview auf dem schwarzen Teppich

Ralph Fiennes bei Lorraine – ER wirkt erstaunlich entspannt und SIE hätte zwischendurch gerne öfter mal Luft holen und ihren Gast ausreden lassen dürfen. Aber so kennt man die Gute!

Ralph Fiennes mit Scriptwriter David Hare bei Scala Radio (13.3.2019)

Ralph Fiennes mit Prouzentin Gabrielle Tana bei BBC Radio (13.3.2019)

Interviewtidbit mit Ralph Fiennes und Oleg Ivenko bei Twitter

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23 Antworten zu Fangirl-Geblubber

  1. Michele Marsh schreibt:

    Herba, would you then say Fiennes has the upper hand in star power aka get more produced having been more recognized in his acting repertoire than Richard but Richard is a better interviewee and more adept at answering questions innovatively or interestingly than Fiennes?
    Fiennes does not have production company of his own though right?

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  2. Herba schreibt:

    @Michele: Fiennes sure has more star power than Armitage at the moment.
    Not sure if it’s a question of ‚better or worse‘ in interviews for me. I would simply describe it as two different styles and personalities. I listen to both of them with pleasure most of the time but have to admit that I find Fiennes bluntness somewhat refreshing at the moment.
    No, Fiennes doesn’t have his own production company, Gabrielle Tana is the producer of trust when it comes to movies he want to direct. They seem to be really good friends and work productive together.

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  3. Michele Marsh schreibt:

    Herba, I have to say I liked his demeanor in that Irish radio interview you posted last week. I found him charming and down to earth esp discussing his mother and love of Shakespeare (always a high for me) The Armitage from all that I perused last year getting to know him (still we are in honeymoon phase now 14 months in) is very sincere and earnest in his comments and responses to questions. That NZ radio one that Guylty posted last week about the 10 questions getting to know him he seemed to go with the flow rather nicely and was funny IMO. I love when you compare the two and your comments are sweet and funny and spot on!!

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  4. Herba schreibt:

    Michele: Oh yes, when he feels comfortable during interviews and likes the interviewer Fiennes is really relaxed and sweet and also laughs heartily.

    Not sure if I heard the NZ radio interview but I know what you mean. You can tell when Armitage is at ease in interviews and he is way more giggly and funny in those – like Fiennes:)

    Well, the comparison isn’t really fair because the two guys are really really different in many ways (background, career path, personal life, etc.) but as a fan I can’t help myself at the moment

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  5. Guylty schreibt:

    Just watched the Lorraine interview – wow, she really put him at ease though, didn’t she? He came across as relaxed and happy. Whereas I usually sense some unease in most interviews he is in. In any case, I would love to watch that film. I have to look out for it.

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  6. Michele Marsh schreibt:

    Herba the radio interview is on Guylty’s King Con blog post. I actually missed it the first read thru but it is sweet and the two radio interviewers I think were a bit taken with him.
    I like the comparisons b/c they are your perception so to me it doesn’t matter if they are fair. Fiennes doesn’t have any children (that are known of) although he’s been married his run of women hasn’t been all that successful either as the Armitage. I think they both are workaholics and professionally are very loyal and respectful to their fellow actors. They are both loyal and speak highly of their families esp their mums. Fiennes just seemed to parlay more opportunities perhaps than Richie has. Thank you for these tidbits too.

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  7. Herba schreibt:

    @Guylty: Yes, surprisingly she managed that.
    When I read the announcement for this I thought ‚Wow, it will be exciting to see if he grunts the whole time of if she gets frightend of him!‘ 😉
    He seemed relaxed in most of the interviews from yesterday and the day before even if he seemed a bit sick.
    Sadly I caught the screening during the Dublin Film Festival way to late, otherwise I would have visited you and we could have watched it together *sigh*
    The release date for irish cinemas is 22.3. I’ll have to wait till end of september till it will hit german cinemas when my info is right 😦

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  8. Herba schreibt:

    @Michele: I am sure I listen to it at the time it aired…
    Yes, there are some similarities but very few I can think of. For me both men are very, very different in many ways. That’s maybe the reason for my infatuation with Fiennes 😉

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  9. Michele Marsh schreibt:

    Herba, quite right and good for you. I think it is lovely..

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  10. Guylty schreibt:

    Och Mensch, mir fällt plötzlich auf, dass ich hier Englisch geschrieben habe. Im Moment bringe ich aber auch alles durcheinander, so ein Quatsch…
    Und oha, wie schade, ich hab natürlich überhaupt nicht mitgekriegt, was hier im DIFF lief. Das wäre ja wirklich ein toller Anlass gewesen, uns zu treffen und da gemeinsam hinzugehen.
    Ich glaube, ich werde den Film mal meiner Kinofreundin als nächste Nummer vorschlagen. Sie hat eine Schwäche für Ralphie.

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  11. Herba schreibt:

    @Guylty: Das macht nichts 🙂
    Ja, das dachte ich auch, echt doof! Es muss wohl ein wirklich nettes Event gewesen sein und ein Q&A gabs auch.
    Deine Kinofreundin ist mir symathisch :mrgreen:

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  12. Guylty schreibt:

    Hehe, mit meiner Kinofreundin war ich anno dunnemals in „The Faith Healer“ im Gate Theatre. Wir saßen in der ersten Reihe. Mit dabei noch ein Fiennes Fan. Rate mal, wer als einzige die ganzen drei Stunden wach blieb, während alles andere um mich herum langsam wegnickte… Und sowas nennt sich „Fan“…

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  13. Herba schreibt:

    @Guylty: Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas? Also nee, da gehört sofort der Fanpass eingezogen!!!! *Roflmao*
    Aber mal Spaß beiseite: War das Stück so langweilig/schlecht?

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  14. Guylty schreibt:

    Das Stück ist nicht ganz easy. Brian Friel. Drei Akteure – vier Monologe. Das sagt eigentlich schon alles. Ziemlich schwerer Tobak. Aber natürlich eine fantastische Herausforderung für einen Schauspieler. Nur dass ich leider irgendwie nie darüber hinweg kam, dass da nun Ralph Fiennes – RALPH fuckin FIENNES!!! – auf der Bühne vor mir stand…

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  15. Herba schreibt:

    @Guylty: Siehst du, da hatte ich noch ‚Glück‘ bei Antony & Cleopatra, weil nicht so viel Bühnenzeit, das war für mein kleines Fanherz grade noch verkraftbar. Aber am ersten Abend hatte ich auch in Dauerschleife ‚OMG! OMG! OMG!‘ im Kopf. RALPH fuckin FIENNES!!! hätte aber auch gut gepaßt :mrgreen:
    Beim zweiten Abend aus Reihe Fünf habe ich dann einfach nur debil vor mich hin gegrinst und war froh, dass Theaterinnenräume dunkel sind und mich Grinsekatze keiner sieht 😉
    Für Man & Superman, dass ich ja ’nur‘ via NTlive gesehen habe, hätte ich live vermutlich eine Papiertüte zum Reinatmen gebraucht *kicher*
    Wobei, The Crucible hab ich ja auch live überlebt ohne Herzs- oder Atemstillstand 😎

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  16. Guylty schreibt:

    Ein Stück mit mehr Action wäre wahrscheinlich aus Fan-Sicht besser für den Kreislauf gewesen. Ich mein, wenn ich da so an The Crucible zurückdenke… Selbst in Reihe 1 hatte ich da keine Schnappatmung, weil ich eben voll vom Stoff absorbiert war. (So eine Papiertüte zum Reinatmen wäre da auch ganz schlecht gekommen, aber grundsätzlich kann ich deine Idee nur befürworten. Vorsichtshalber mal eine Einpacken, wenn ich in vier Wochen Hiddles live auf der Bühne sehe…)

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  17. Herba schreibt:

    @Guylty: Hiddles? Cool! Mach das. Sicher ist sicher 😉

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  18. Michele Marsh schreibt:

    Guylty, what are you seeing Hiddles in?

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  19. Herba schreibt:

    @Michele: Not sure if Guylty will see this comment (a disadvantage of my comment settings for the blog, sorry).
    Hiddles is on stage with a Pinter play right now, so I guess it’s this

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  20. Michele Marsh schreibt:

    Herba
    Ah thank you!!

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  21. Esther schreibt:

    „schottischen Dampfplauderin Lorraine“ – ROFL!
    Ja, ich bin auch gespannt was Armitage so machen kann, er ist glaube ich auch unbekannter als Fiennes.

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  22. Herba schreibt:

    @Esther: na, ist doch wahr! Die Frau quaselt wirklich ohne Punkt und Komma 😉
    Ja, der Bekanntheitsgrad bei Armitage ist definitiv geringer als bei Fiennes. Wird spannend, was dabei herauskommt!

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  23. Pingback: Fangirl-Geblubber oder ‚Wer besetzt eigentlich wie Filme?‘ | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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