Vice – Der zweite Mann (Originalversion)

Richard „Dick“ Cheney (Christian Bale) kann auf eine lange, politische Karriere zurückblicken.
‚Vice‘ erzählt diese Geschichte von 1963, als Cheney sein Yale-Stipendium verliert, bis zu seiner Herztransplantation 2012.
Dabei bekommt der Zuschauer nicht nur Einblick in die ein oder andere US-Präsidentschaftswahl, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen des Weißen Haus am 11. September 2001 und in Cheneys Familienleben…

Puh, einen Beitrag zu diesem Film zu schreiben fällt mir ungeahnt schwer.
Einerseits fand ich die Schauspieler großartig bis gut – Bale, Amy Adams, Sam Rockwell, Steve Carell und wie sie allen heißen, spielen alle mit Wiedererkennungswert und Können ihre Rollen und auch wenn man vielleicht nicht in jedem Fall gleich den Namen der Person parat hat, weiß man doch, dass man ihn oder sie schon einmal auf der politischen Bühne gesehen hat.
Und auch die Geschichte des Machers aus dem Hintergrund, der das Amt des Vizepräsidenten so stark verändert hat (ob zum Guten oder Schlechten lasse ich nun mal dahingestellt) ist interessant und für mich wert erzählt zu werden.
Auch mit der Form der Satire habe ich kein Problem, denn das was sich da stellenweise im Weißen Haus abgespielt hat, hat einfach satirische Züge, ob man das nun gut findet oder nicht.
Da wird den handelnden Personen gnadenlos ein Spiegel vor die machtgierigen, egoistischen Fratzen gehalten.
Andererseits konnte mich der Film nicht recht packen und ich glaube, dass lag an der Art der Inszenierung und daran wie die Geschichte erzählt wird.
Dabei hat mich weniger gestört, dass die Zeitebene immer wieder verlassen und hin und her gesprungen wird.
Aber diese kurzen Szenen, die keinen rechten Erzählfluss aufkommen lassen, liegen mir überhaupt nicht. Und auch das in laufende Gespräche hinein und wieder heraus geblendet wird, finde ich eher suboptimal, auch wenn das natürlich Absicht und ein bewußt gewähltes Stilmittel des Regisseurs ist.
Ich kann durchaus anerkennen, dass es ‚Vice‘ sehr gut gelingt, politisches Geschehen aufzuarbeiten, das noch nicht allzu lange zurückliegt und nicht ganz unschuldig an der aktuellen Situation in den USA sein dürfte.
Regisseur McKay und allen beteiligten ist wirklich ein intelligenter Film gelungen, der mich persönlich aus den oben genannten Gründen aber trotzdem nicht gänzlich fesseln und überzeugen konnte.

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Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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5 Antworten zu Vice – Der zweite Mann (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    I really don’t like Christian Bale personally, but I thought he probably deserved Best Actor for this performance (although I have mixed feelings about rewarding performances that are essentially just mimickry, this was done at a very high level).

    I think as far as the film goes, it wasn’t that different in style than „The Big Short“. There are some things I enjoy about that and some that leave me bemused. I *love* the idea of inserting fake Shakespearean dialogues in a political drama, for instance — I would watch the film just for that. On the other hand, a lot of what is discussed in this film remains on the level of surmise. It’s probably that Cheney created advantages from Halliburton, for instance, but not definitely proven. That kind of thing bothers me, because it does have a political impact in the US sphere.

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  2. Herba schreibt:

    @Servetus: I only saw him and Mortensen, so it’s hard for me to say….but yes, he did a great job!
    How do you think those presumptions influence the political sphere?

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  3. Servetus schreibt:

    i think there are a lot of ideas circulating in the US about politics and recent history that are pseudo-true, i.e., not fake news — I think the question of the Cheney – Halliburton – Iraq connection has a better evidential basis than most. But the problem is that as people begin to circulate these theories, they start to delegitimate actual knowledge even as they become a catechism of political identity. The film seems simultaneously to claim that it’s all true but concede that it can’t be proven (the introduction), plus it then inserts a defensive disclaimer at the end (the interjection about whether this isn’t all „libtard“ conspiracy thinking, and the denial of that possibility). So in the end we’re just left asking ourselves about our political sympathies in terms of whether we believe something — not facts. A Democrat is someone who believes Cheney feathered his pockets out of the Iraq War, just as a Republican is someone who believes (e.g.) that Hilary Clinton was involved in some malfeasance around Benghazi. This kind of discussion creates an atmosphere in which no one is able to sort out actual facts and knowledge from conspiracy-ish theories — with the result that all knowledge ends up legitimated and all we have is our political sympathies, which are becoming increasingly polarized.

    In that sense I think the film is very much „of its day“ — it reflects exactly the political atmosphere of the moment, in which we can’t know anything is true and are repeatedly expected to accept things on blind faith.

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  4. Herba schreibt:

    @Servetus: Ah, I see.
    With this problematic I ask myself frequently: When did this happen? When did we start to use assumptions as facts? At some level it might be normal but at this frequency….

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  5. Servetus schreibt:

    Huge question: I think with the Cheney / Halliburton relationship, it’s the general perception that we can / will never knows the truth. The people who could investigated it haven’t because they have no interest in the truth; and when the people who want to know the truth come into power, they will be accused of partisanship.

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