Wenn der Postmann zweimal klingelt

Kalifornien während der Depression:
Der Windhund Frank Chambers (Jack Nicholson) vagabundiert durch die Gegend und landet schließlich in der Raststätte von Nick Papadakis (John Colicos), den er gleich mal um ein Frühstück betrügt.
Angezogen von Cora (Jessica Lange), der jungen, bildschönen Frau von Nick, läßt er sich als Tankwart einstellen und beginnt eine Affäre mit ihr.
Die Affäre scheint aussichtslos und so beschließt das Paar schließlich Nick umzubringen…

Da mir für unser aktuelles #Machwas-Blogrojekt die Inspiration für eine Geschichte zum Thema ‚Post‘ fehlte und die Zeit für das, was mir ursprünglich durch den Kopf geisterte, urplötzlich viel zu knapp wurde, gibt es dieses Mal einfach einen Film zum Thema.

Das amerikanische Drama ‚Wenn der Postmann zweimal klingelt‘ stammt aus dem Jahr 1981, wurde in Kalifornien gedreht, entstand nach der 1934 veröffentlichten Romanvorlage von James M. Cain und ich habe keine Ahnung, wie die DVD in meinen DVD-Schrank gekommen ist.
Gesehen habe ich den Film jedenfalls bewußt noch nie und ich wüßte nicht, wieso ich ihn gekauft haben sollte…

Die größte Stärke des Films liegt für mich dfinitiv in den beiden Hautdarstellern und deren Chemie.
Sobald sich die Blicke von Nicholson und Lange zum ersten Mal begegnen, ist das Knistern spürbar, das im Lauf des Films zu einer verhängnisvollen Affäre führen wird.
Dabei wirkt Lange’s Cora am Anfang relativ unschuldig und die Energie zum Ehebruch scheint erst einmal ganz allein von Nicholsons Frank auszugehen.
Im Verlauf der Geschichte habe ich meine Meinung dazu geändert, denn der Vorschlag den Ehemann umzubringen, kommt von Cora, was das Bild von ihr definitiv verändert.
Die Beziehung der Beiden wird sehr leidenschaftlich und zum Teil fast ein wenig gewalttätig inszeniert, was mich ziemlich lange an ‚echter‘ Liebe zweifeln ließ.
Abseits der Beziehung erfährt man sehr wenig über die Figuren des Films, was sie hier und da vielleicht etwas flach erscheinen läßt, aber letztendlich für die Handlung nicht wichtig ist.
Es hat mich nur überracht, dass man am meisten über den Hintergrund von Nick erfährt, der ja eigentlich nur der stöhrende Dritte im Bund ist.
Die Sexszenen sind erstaunlich freizügig und würden so im heutigen Hollywood vermutlich nicht mehr gedreht werden, ohne einen riesigen Skandal zu verursachen (oder schätze ich das prüde Amerika da gerade ganz falsch ein?).
Aufregung verursachten sie allerdings auch schon 1981.
Lana Turner, die in der ersten US-Filmversion von 1946 die Cora spielte, regte sich zum Beisiel furchtbar darüber auf, dass die Geschichte zu pornograhischem Müll degradiert worden sei.
Mich hat ja eher das viele Gekreische gestört, als die explizite Darstellung von Sex, aber das ist alles Geschmackssache.
Und wenigstens kann ich nun besser verstehen, wieso Jack Nicholson irgendwann mal als Sexsymbol galt, auch wenn ich persönlich nach wie vor wenig auf der Sympathieebene mit ihm anfangen kann.
Dass er ein großartiger Schauspieler ist und sich Jessica Lange hier auch nicht hinter ihm zu verstecken braucht, ist aber unberufen.
Die Auflösung des Prozesses und das Ende des Films fand ich etwas dick aufgetragen und nicht wirklich realistisch, aber insgesamt habe ich zwei recht kurzweilige Stunden mit dem alten Schinken verbracht.

Und was hat das nun alles mit Post oder dem Postmann aus dem Filmtitel zu tun???
DAS habe ich mich am Ende dann auch gefragt und die Antwort ist:
Rein gar nichts!
Der Titel ist eine Metapher dafür, dass es immer eine zweite Chance gibt und wurde vom Autor gewählt, weil er von mehr als 10 Verlagen abgelehnt worden wahr, bis er seinen Roman schließlich doch noch veröffentlichen durfte.

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7 Antworten zu Wenn der Postmann zweimal klingelt

  1. Servetus schreibt:

    When we got our very first VCR, my mom rented some of Nicholson’s early stuff (Five Easy Pieces and Easy Rider stick out) and even though he also leaves me feeling unsettled, I got what the appeal was — he has an odd energy. I thought he was excellent in Terms of Endearment. But that’s the last one — after that, he switched from unsettling to offputting or revolting and by the 90s I felt like he was playing a parody of himself. (I’m in the camp of people who are disgusted by As Good as it Gets).

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  2. Pingback: Gemeinschaftsblogprojekt ‘Mach was!’ – Ergebnis #45 und neues Thema | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  3. Michele Marsh schreibt:

    Herba, I think you buried the lead- that the film title is about rejection and maybe resolution that it may take 10 rejections but there is a second chance out there, just have to be patient. I remember this movie. I think it was too steamy for our family nights on Saturday. I think my dad has seen it at least once. Jessica Lange had a huge run of it after this movie she did Frances which was fantastic then Tootsie the same year and Crimes of the Heart in 1985… Nicholson I agree with Servetus was at his peak in Terms of Endearment although his turn in A Few Good Men was very good in my opinion.

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  4. Herba schreibt:

    @Servetus: He sure has this odd energy and when he was young I can see the sexappeal of his but he was never my cup of tea because when I watched him first (Batman or A few good men) he had this crazy vibe about him and I never was able to forget about it.
    I made my peace with As good as it gets not but when I first watched it I couldn’t understand why so many people liked it.

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  5. Herba schreibt:

    @Michele: Well, because I found that out in the last third of the movie, that conclusion an be found in the last third of my post too 😉
    It sure is steamy!
    Not a big fan of Jessica Lange, but she was sexy back in the day!

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  6. Michele Marsh schreibt:

    Herba, I liked Jessica Lange b/c she never flaunted herself. She always played down her talents and her beauty. I think that is one reason she and Sam Shephard lasted a long time. She and Mikhail B had a daughter in 1981 (I think I may be off on the year) and her daughter was the child in Tootsie (again I think that is what I read) I haven’t seen her in much except Grey Gardens with Drew Barrymore on HBO in 2009. She was great in that miniseries,

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  7. Herba schreibt:

    @Michele: I know nothing about Jessica Lange besides she is an actress who has done know a bit too much plastic surgery for my likeing. And I can’t say I saw really much of her work

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