Das Ministerium des äußersten Glücks von Arundhati Roy

 
In Delhi sucht eine Gruppe von ganz unterschiedlichen Menschen nach Glück.
Dabei kreuzen sich ihre Wege und durch politische Wirren und persönliches Unglück versuchen sie alle ihren ganz eigenen Weg zu gehen…
 

Ab und zu versuche ich meine normalen Lesepfade zu verlassen und ein Buch auszusuchen, das mich zwar unterhält, aber mich auch irgendwie fordert. Und als mir ‚Das Ministerium des äußersten Glücks‘ berufsbedingt in die Finger kam, habe ich zugegriffen.
Denn zum Einen lese ich kaum Bücher, die in Indien und/oder Pakistan spielen, zum anderen klang eine Geschichte auf der Suche nach Glück nach genau dem richtigen Buch, um der an die Tür klopfenden Winter-Depriphase eine lange Nase zu drehen, versprach aber mit der Booker-Price-Gewinnerin Roy als Autorin doch einigen Anspruch.
Bekommen habe ich leider nicht genau das, was ich erwartet hatte.
Arundhati Roys Schreibstil war beim Lesen für mich eine echte Herausforderung.
Sie springt ziemlich wild zwischen den Perspektiven von einzelnen Personen, Zeitebenen und Orten hin und her, was mich stellenweise ziemlich verwirrt hat.
Mit abnehmender Konzentration zu lesen, war also nicht möglich, also hatte ich ungewohnte Lesepausen, die es mir dann wiederum schwer machten beim Weiterlesen wieder in die Geschichte einzusteigen.
Und jedes Mal wenn ich das Gefühl hatte, dass ich nun entgültig Zugang zu den Personen beziehungsweise ganz allgemein der Handlung gefunden hatte, änderte die Autorin die Richtung und ich las erneut verwirrt weiter.
Das wurde zugegebenermassen nach zwei Dritteln des Buches besser, aber es verschwand nie ganz und hat mich unglaublich angestrengt.
Die Glückshormone haben beim Lesen übrigens auch nicht unbedingt Samba getanzt, denn viele Geschichten der auftauchenden Figuren sind eher tragisch und nicht alle finden am Ende ihr Glück.
Und wenn es gefunden wurde, ist es eher ein leises Glück und kein lautes, buntes, überschäumendes.
Gut gefallen haben mir die lebhaften Bilder, die mir die Autorin von ihrem Indien beschert hat und die Tatsache, dass ich viel Neues beim Lesen erfahren habe.
Insgesamt war dieser Roman eine ganz andere Leseerfahrung – ganz allgemein und als erwartet – die ich am Ende durchaus zu schätzen weiß, die mich aber nicht unbedingt nach mehr Büchern der Autorin Ausschau halten läßt.

Arundhati Roy bei den S. Fischer Verlagen
Arundhati Roy bei RandomHouse
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2 Antworten zu Das Ministerium des äußersten Glücks von Arundhati Roy

  1. Servetus schreibt:

    I didn’t like her earlier work („The God of Small Things“), although it was a literary darling, so I didn’t even try this one. (Also spared myself the long queue at the library, lol.) There is a lot of really great writing from the Indian subcontinent that has a more traditional narrative style. I’d recommend in particularly Rohinton Mistry, A Fine Balance.

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  2. Herba schreibt:

    @Servetus: Smart choice!
    Thanks for the recommendation, it sounds interesting and I put it on my library wish list.

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