Tom Clancy’s Jack Ryan, Staffel 1

Der studierte Ökonom und ehemalige Marine Jack Ryan (John Krasinski), der mittlerweile als kleiner Analyst bei der CIA arbeitet, stolpert über ungewöhnliche, Finanz-Transaktionen, die alle bei einem jemenitischen Terrorist namens Suleiman (Ali Suliman) zusammenlaufen, der einen massiven Anschlag zu planen scheint.
Um ihm das Handwerk zu legen, muss Ryan die Sicherheit seines Schreibtischjobs verlassen und eine Hetzjagd durch Europa und den nahen Osten beginnt, um Suleiman zu schnappen…

Spionage-Serien sind ja genau wie Krimis genau mein Ding.
Aber da man nicht immer alles anschauen kann, hätte ich ‚Jack Ryan‘ sicher nicht so schnell angeschaut, wenn ich nicht neugierig auf John Krasinski als Hauptfigur gewesen wäre, denn seien wir mal ehrlich: Krasinski ist jetzt nicht unbedingt der Schauspieler, der einem als erstes beim Schlagwort ‚Superspion‘ einfällt.
Erstaunlicherweise funktioniert Krasinski aber für mich sehr gut als Ryan. Vielleicht auch deshalb, weil die Serie an einem Punkt beginnt, an dem die Figur nur noch am Schreibtisch arbeitet und eher zufällig wieder an die vorderste Front gerät.
Für die Unsicherheiten, die sich daraus ergeben, ist Krasinski genau der Richtige, weil er eben manchmal von Haus aus etwas unbeholfen wirkt.
Andererseits habe ich ihm dann aber auch die Actionszenen abgenommen, von daher herrscht hier eine gute Mischung und die Figur des Jack Ryan wird als sympathischer Patriot eingeführt, der sich wirklich für das, was er tut engagiert.
Gut gefallen hat mir auch, dass Ryan zwar als Hauptfigur zu erkennen ist, aber auch nicht die komplette Handlung mit seiner Präsenz erstickt. Hier haben die Macher für mich eine gute Balance zwischen Präsenz, die einer Hauptfigur würdig ist und Raum für andere Figuren gefunden.

Mit Ali Suliman, der den Terrorist Suleiman spielt, wurde ein guter Fang gemacht, denn er wirkt glaubhaft und die Figur ist interessant und vielschichtig genug, um neben Ryan nicht eindimensional zu wirken.
Für mich stiehlt allerdings Dina Shihabi als Suleimans Frau Hanin beiden etwas die Show.
Zum einen, weil Shihabi sehr gut spielt, zum anderen weil Dina vielleicht von allen am meisten durchmachen muss und ich sehr mit ihr mitgelitten und mitgefiebert habe, mehr noch als mit Jack Ryan.
Für den restlichen Cast wurde eine bunte Mischung aus bekannten Gesichtern wie Abbie Cornish, Wendell Pierce und Timothy Hutton und lokalen Schauspielern wie Marie-Josée Croze, Haaz Sleiman und Goran Kostic zusammengestellt, die ich im großen und Ganzen als sehr gelungen empfunden habe.

Und diese Mischung aus spannendem Plot, guten Schauspielern und unterschiedlichen Schauplätzen macht diese für mich gelungene erste Staffel von ‚Jack Ryan‘ aus.
Natürlich gibt es das ein oder andere kleine Logikloch und ganz ohne Patriotismus kommt vermutlich keine amerikanische Serie, bei der Agenten und oder Soldaten involviert sind, aus, aber zum Glück ist mir nichts davon wirklich negativ aufgefallen.
Bei der Einführung einer Nebenhandlung in Folge Drei hatte ich mal kurzzeitig Sorge, dass da nun irgendwelche Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden, die sich am Ende als vollkommen unwichtig herausstellen.
Die Macher von ‚Jack Ryan‘ wissen allerdings scheinbar, wie man so etwas anstellt und am Ende machte auch die Nebenhandlung Sinn (während mein inneres Fangirl bei der Auflösung laut und euphorisch ‚Siehst Du BS, so wird das gemacht!‘ sang).

Nicht verheimlichen will ich auch die Kritik, die es nach Veröffentlichung wohl vor allem von französischem Publikum an der Darstellung des Landes und seiner Sicherheitskräfte gab.
Generell kann ich gut verstehen, wenn man sich wegen so etwas auf den Schlips getreten fühlt. Ich kann allerdings in diesem speziellen Fall nicht sagen, ob die Kritik berechtigt oder unberechtigt ist, da ich mich zu wenig mit dem Land und dessen Behörden auskenne und als Aussenstehender ist mir einfach nichts in dieser Richtung aufgefallen, was total daneben war.
Allerdings wird die zweite Staffel, die schon bestätigt ist, wohl einen ‚deutschen‘ Hintergrund haben, mal schauen, wie mir das dann so gefällt…

Insgesamt hat mir das Anschauen von ‚Jack Ryan‘ Spaß gemacht, ich habe mich gut unterhalten gefühlt und einige kurzweilige Stunden mit der Serie verbracht.
Daher freue ich mich auch wirklich auf Staffel Zwei, bei der wohl unter anderem Tom Wlaschiha mitspielen wird.
Die Romanvorlage von Tom Clancy kenne ich übrigens überhaupt nicht, daher gibt es hierzu auch keine Anmerkungen in meinem Post.

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Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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11 Antworten zu Tom Clancy’s Jack Ryan, Staffel 1

  1. Michele Marsh schreibt:

    Herba I will watch Jack Ryan now b/c we seem to be on the same wavelength about spy shows .
    Have you seen Krasinski’s Quiet Place yet?
    P.S.
    Do you know if Deep State has been renewed for S2 by EPIX?

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  2. Herba schreibt:

    @Michele: No I haven’t and I don’t plan to to be honest. Not my cup of tea…
    Mmmmh, let me check what I wrote about Deep State……yes, there should be a second season.

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  3. Uinonah72 schreibt:

    Hab Jack Ryan auch kurz nach Erscheinen angeschaut und mir hat die Serie sehr gut gefallen. Vor allem, dass auch die Gegenspieler vielschichtig dargestellt werden und das Ganze keine Schwarz Weiss Malerei ist. Dass Tom Clancy bei der Serie nicht involviert war, hat der Geschichte sehr gut getan, da die Originale (vor allem Bücher) nur so vor Patriotismus getrieft haben. Ich freue mich auf Staffel 2.

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  4. Uinonah72 schreibt:

    P.S. Hast Du The Little Drummer Girl gesehen? Oder hat Dein gespaltenes Verhältnis zu LeCarré Dich abgehalten?;-) Der 70er Jahre Look ist nicht so meins, aber die psychologischen Spielchen sind faszinierend und manchmal fragt man sich, wer eigentlich die guten oder die bösen sind.
    Ich hatte vor ca.25 Jahren mal das Buch gelesen, aber da war ich definitiv noch zu jung um LeCarrés Geschichten zu vrestehen. Und mit Kopfkino á lá Ewiger Gärtner oder Night Manager lese ich die Bücher jetzt einfach nochmal neu 🙂

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  5. Herba schreibt:

    @Uinonah: Die fehlende Schwarz- Weiß-Malerei ist mir auch wirklich positiv aufgefallen 👍
    Wenn ich das mit dem Patriotismus lese, bin ich froh, dass ich die Bücher nicht gelesen habe!

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  6. Herba schreibt:

    @Uinonah: Ich habe es aufgenommen, aber bisher nicht geschaut und wegen le Carre steht es auch nicht unbedingt ganz oben auf der To-watch-Liste 😉
    Kopfkino a la ewiger Gärtner und Night Manager klingt allerdings schon verlocken 😁

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  7. Pingback: Serienmittwoch 152: Lieblingsschauspieler/ innen 2018? | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  8. suzy schreibt:

    Danke für den Tip! Habe mich dieses Wochenende durch die Staffel gearbeitet und fand sie wirklich gut! Spannend, gut umgesetzt und ich glaube recht realitätsnah wenn es um die allgemeine Situation dort geht. Ich bekomme ja immer einen Kloß in den Hals wenn ich die Bilder der Flüchtlinge in den Türkischen Lagern und Syrien sehe denn ich denke es ist alles noch sehr schön gefärbt im Vergleich zur Wirklichkeit. Und dass sich viele Frauen prostituieren um sich und die kInder in der Türkei durchzubringen ist auch kein Geheimnis. Aber ich freue mich auf die Fortsetzung 🙂

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  9. Herba schreibt:

    @Suzy: Oh, freut mich, dass es Dir gefallen hat.
    Ja, ich fand die Darstellung auch recht gelungen und vor allem der Fokus auf die Frau des Baddies hat mir gefallen. So darf es gerne in Staffel 2 (mit deutscher Schauspielbeteiligung) gern weitergehen!

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  10. suzy schreibt:

    Eine zweite Staffel finde ich gut! Ich habe mich wirklich keine Minute gelangweilt 🙂

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  11. Herba schreibt:

    @Suzy: Hoffentlich können sie auch die Qualität halten!

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