Kindeswohl (Originalversion)

Fiona Maye (Emma Thompson) ist Familienrichterin am High Court of Justice und muss dort über schwierige Fälle, wie die operative Trennung von siamesischen Zwillingen, die den Tod eines Kindes bedeuten würde, entscheiden.
Fiona lebt für ihren Beruf und vernachlässigt ihren Ehemann, den Universitätsprofessor Jack (Stanley Tucci).
Als Jack Fiona mitteilt, dass er sie immer lieben wird, aber unglücklich mit der Situation ist und gerne eine Affäre hätte, bricht Fionas Welt zusammen und der Schmerz über ihren unerfüllten Kinderwunsch kommt hoch.
Und dann muss die Richterin auch noch über den Fall des fast achtzehnjährigen Adam (Fionn Whitehead) entscheiden, der an Leukämie erkrankt ist und aufgrund seines Glaubens eine nötige Bluttransfusion verweigert…

Ein Film mit Emma Thompson ist für mich mittlerweile quasi ein Muss, daher war ich schon vor einiger Zeit im Kino und habe mir ‚Kindeswohl‘ angesehen und der Film hat mich sehr berührt.
Auch wenn ich nach wie vor nicht ganz sicher bin, was mir Ian McEwan, der Autor der Romanvorlage, nun genau mit seiner Geschichte sagen will.
Umso höher bewerte ich die Emotionalität, die die Schauspieler bei mir mit ihrer Darstellung wecken konnten.
Thompson schafft es, Fiona Maye trotz ihrer strengen Arbeitsmentalität, die kaum Raum für ein Privatleben läßt, menschlich wirken zu lassen und es schmerzte mich als Zuschauer sehr, dieser Frau dabei zuzusehen, wie sie versucht nicht zusammenzubrechen, obwohl sie sowohl beruflich als auch privat vollkommen überfordert ist und einfach fast mechanisch ihrer Pflicht nachkommt Recht zu sprechen.
Auch Tucci’s Jack habe ich dank seines guten Spiels nicht als selbstsüchtiges Arschloch einordnen können, sondern hatte Mitleid mit einem Ehemann, der glaubhaft versichert, dass er seine Frau noch immer liebt und zu drastischen Mitteln greift, um sie wachzurütteln und ihre Ehe zu retten.
Der junge Newcomer Fionn Whitehead muss sich aber nicht hinter diesen beiden verstecken, denn auch er weiß als verwirrter, junger Erwachsener zu überzeugen, der erst fest im Glauben sterben will, dann mit den veränderten Umständen nicht umzugehen weiß und so herzzerreißend um Hilfe bittet.
Alle Drei tragen zusammen die Geschichte, wenn auch Emma Thompson die beiden Männer überstrahlt und so für mich zum erwarteten Highlight des Films wird.
Ihr Dilemma, die Frage, ob sie richtig oder falsch entschieden hat, muss jeder Zuschauer für sich selbst beantworten und ich habe festgestellt, dass ich es nicht kann und bin sehr froh, dass ich solche Entscheidungen auch nicht treffen muss.
Andere Mitglieder des Casts wie Anthony Calf, Rosie Cavaliero, Ben Chaplin, Nikki Amuka-Bird und Jason Watkins sind arivierte Darsteller, bekommen aber wenig Möglichkeiten, sich in den jeweiligen Rollen zu profilieren.
Die Musik hat mich genauso überzeugt wie der Look des Films, der nicht zu dunkel und trist daherkommt, echte Menschen und keine perfekten Automaten zeigt und ganz nebenbei einen kleinen Teil von London wunderschön ins Bild setzt (siehe Trailer), den ich vor kurzem erst selbst besucht habe.
Insgesamt ist ‚Kindeswohl‘ für mich daher ein sehenswerter Film, der zum nachdenken anregt und vor allem durch großartige schauspielerische Leistunge besticht!

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Ein englischer Trailer

Ein deutscher Trailer

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5 Antworten zu Kindeswohl (Originalversion)

  1. Esther schreibt:

    Yep, den Film will ich mir auch noch unbedingt ansehen! Habe schon Trailer und Interviews gesehen. Ich liebe Emma Thompson und mag auch Stanley Tucci sehr gerne. 🙂

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  2. suzy schreibt:

    Mir geht es genauso, Emma Thompson ist eine sooo tolle Schauspielerin, ich schaue mir von ihr alles gerne an, bin gespannt auf den Film.

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  3. Herba schreibt:

    @Esther: Die Zwei harmonieren sehr gut zusammen, da hat die Castingabteilung einen wirklich guten Job gemacht!

    Gefällt 1 Person

  4. Herba schreibt:

    @Suzy: Für mich lohnt sich der Film wirklich, also absolute Kuckempfehlung!

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  5. Pingback: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #116 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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