Sleepwalker (Originalversion)

Mein Screencap über Sky Go

Nach dem Selbstmord ihres Ehemanns beschließt Sarah Foster (Ahna O’Reilly) an die Uni zurückzukehren und ihren Doktor zu machen.
Weil sie von Alpträumen heimgesucht wird und beginnt zu schlafwandeln, begibt sie sich ins Schlaflabor der Uni, um sich dort untersuchen und von den Ärzten Dr. Koslov (Kevin Zegers) und Dr. White (Richard Armitage) helfen zu lassen.
Doch nach der ersten Nacht im Labor scheint sich Sarahs Welt auf unerklärliche Weise verändert zu haben…

Für Sleepwalker oder auf deutsch mal ganz unverkünstelt ‚Schlafwandler‘ läßt sich der alte Spuch anwenden: ‚Was lange währt, wird endlich gut!‘, denn der Film wurde schon 2014 gedreht und 2017 in den USA veröffentlicht.
Da gibt man als deutsches Fangirl zwischendurch schon mal die Hoffnung auf, das gute Stück überhaupt irgendwann zu Gesicht zu bekommen.
Aber nun ist es doch endlich mal so weit und mit knapp 90 Minuten Laufzeit kann man eine Sichtung des Film auch ganz gut einplanen.
Der Plot ist jetzt nicht unbedingt so aufgebaut, dass ich mir ‚Sleepwalker‘ ohne das Mitwirken von Richard Armitage angesehen hätte, auch wenn ich dem Regisseur Elliott Lester nach seinem mehrfach ausgezeichneten Film ‚Nightingale‚, der mir gut gefallen hat, durchaus etwas Gutes zutraue.

Die schauspielerischen Leistungen des Casts (der mit einigen bekannten Gesichtern ausgestattet ist) sind meiner Meinung nach durchweg solide, wobei man beachten muss, dass nur Ahna O’Reilly eine richtig große Rolle hat und verschiedene Facetten zeigen darf.
Der Rest hat im vergleich dazu eher kleine Rollen, von der jede einen ganz bestimmten Zweck erfüllt und wenig Spielraum für Variationen oder vielfälltiges Spiel zuläßt.

Als Fan von Armitage hat man alles, was er als Dr. White zeigen darf schon mal so oder so ähnlich von ihm gesehen und kann zu dem Schluss kommen, dass das Spielen keine große Anstrengung bedeutete, sondern eher unter Fingerübung verbucht werden kann.
Die Chemie zwischen ihm und O’Reilly stimmt zum Glück auch (DAS hat man als Fan definitiv schon anders gesehen – Sarah Caulfield anyone?) und so gibt es die ein oder andere nette Szene, die mir durchaus gut gefallen hat.
Ich persönlich konnte erneut feststellen, dass ich seinen Gesichtspelz immer noch leid bin und es mehr als diesen Film braucht, um die RA-Flamme wieder zum Lodern zu bringen, auch wenn der ein oder andere Funke kurz mal aufgeleuchtet hat.

Optisch ist das Ganze ansprechend, sowohl was die Farbgebung als auch die relativ reduzierte Kulissengestaltung angeht.
Aber wer hat die Garderobe für Sarah Foster ausgesucht??? Die Klamotten der Dame haben mich nämlich bis zum Gehtnichtmehr irritiert.
Ich bilde mir nun wirklich nicht ein viel Ahnung von Mode zu haben oder immer ganz genau zu wissen, was gerade hipp ist, aber ich arbeite seit über 18 Jahren auf einem Universitätscampus, wo nicht nur Wirtschaftswissenschaften, Jura und Naturwissenschaften gelehrt werden, was zur Folge hat, dass einem auch schonmal ausgefallene Styles begegnen.
Aber im Spitzenkleidchen mit Satingürtel und Spitzensöckchen ist mir nun wirklich noch niemand begegnet.
Und wieso jemand, der schlafwandelt und schon mehrfach ausserhalb seiner Wohnung aufgewacht ist, weiterhin ein weißes, halb durchsichtiges Flatternachthemdchen tragen sollte, ist mir ebenfalls schleierhaft, auch wenn ich natürlich nachvollziehen kann, dass sich das in der künstlerischen Inszenierung eines Films besser macht, als Jogginghose und T-Shirt.
Mich hat das Teil allerdings kurzzeitig enorm abgelenkt, weil ich mich gedanklich mit der Frage beschäftigen musste, ob der Film in den USA erst ab 18 angesehen werden darf, weil man immer mal wieder ihre Brustwarzen durch das Weiß des enorm praktischen Nachtgewandes blitzen sieht.

Inhaltlich bietet ‚Sleepwalker‘ durchaus Spannung und auch den ein oder anderen Schockmoment (Achtung, evtl. Triggergefahr für jemanden, der nicht gut mit der Darstellung von Gewalt gegen Frauen umgehen kann) und ich war sehr gespannt darauf, wie das nun alles ausgehen würde.
Leider ging der Film genau so zu Ende, wie es sich ungefähr ab der Mitte abzeichnete, was auf mich einerseits ziemlich antiklimaktisch wirkte.
Andererseits bin ich nach längerem Nachdenken dann auch wieder froh, dass sich die Macher nicht noch etwas Verquereres ausgedacht haben.

Alles in allem ist ‚Sleepwalker‘ ein Film an der unteren Gruselskala, den man sich anschauen kann, aber auch keine schlaflosen Nächte haben braucht, wenn man ihn nicht kennt und der für den gemeinen Armitage-Fan durchaus seine Berechtigung haben dürfte.

Eine DVD gibt es noch nicht. In Deutschland kann man den Film zur Zeit bei Sky anschauen und zwar entweder im Rahmen eines Abos oder per Sky Ticket.

Einen englischen Trailer ohne Spoiler findet man hier bei Vimeo.

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10 Antworten zu Sleepwalker (Originalversion)

  1. Guylty schreibt:

    Jou, du bringst es genau auf den Punkt, inklusive „Gesichtspelz“ *meh*. Fingerübung trifft es ganz gut, was die schauspielerischen Anforderungen dieser Rolle angeht.
    Das mit der seltsamen Garderobe der Hauptdarstellerin ist mir auch aufgefallen. Ich fand es grottig-daneben. Allerdings gebe ich hinsichtlich der sexy Nachtflatterhemden folgendes zu bedenken (Achtung, SPOILER für alle Leser, die den Film noch nicht gesehen haben!!!): Wie sich letztlich herausstellt, spielt sich ja die gesamte Handlung mehr oder weniger im Hirn/Traum der Hauptperson ab. Insofern passen diese romantischen Negligés dann irgendwie ja doch in solche vorurteils- und sinnfreien Fantasien. (Dennoch bleibe ich ebenfalls dabei, dass die Kostümierung ansonsten bizarr war.)
    Für mich bleibt das Beste an diesem Film die eine Szene, in der man mal wieder voll und ganz den Headcanon von DIY!Armitage ausleben kann. Ein Heißa auf die jeans-verpackten Peaches!

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  2. Guylty schreibt:

    arrrgh – das Beste an diesem *FILM

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  3. Servetus schreibt:

    I think the relative flatness of the role has something to do with the status of the character, i.e., he’s a figment of her imagination. It was one of the most interesting aspects of the film for me — and I wonder if he drew at all on his own awareness of what fans fantasize about him. I do know that when I’m under a lot of stress and fantasizing about Armitage, at least initially the fantasies take on a particular form in which he automatically predicts and meets my needs.

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  4. Herba schreibt:

    @Guylty: Schlimm oder? Ich habe es dann letztendlich auf die kulturellen Unterschiede zwischen Europa und den USA geschoben 😉
    Du meinst, so nach dem Motto ‚Allzeit bereit für Dr. White‘ im weißen Flatterhemdchen? Die Theorie hat sicher was für sich!
    Jo, DIY ist imemr gut und das mit dem Sex an der Wand wird auch langsam zu nem thing bei ihm, oder? :mrgreen:

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  5. Herba schreibt:

    @Guylty: Ich weiß gar nicht, was Du meinst 😉

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  6. Herba schreibt:

    @Servetus: Yes, but for me the other roles were not better described or carved out.
    But he was really good at fullfilling her needs, that’s for sure 🙂

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  7. Guylty schreibt:

    Och, mit Allzeit bereit hat das gar nichts zu tun. Sondern eher mit den Konventionen billiger Groschenromane, in denen die Heroine immer in Romantikfetzchen rumläuft, wenn es um eine Alptraumszene geht… Insofern passte das zwar ins Traumszenario, war aber irgendwie auch etwas dick aufgetragen.
    Und der Wall-Sex hat sich mittlerweile zu einem Markenzeichen ausgebildet. Entweder er macht das so am liebsten, oder die Regisseure haben das bei ihm irgendwo mal gesehen und wollen das für ihren Film auch unbedingt… Naja, es gibt Schlimmeres…

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  8. Herba schreibt:

    @Guylty: Ach so, ja das stimmt natürlich!
    Definitiv, aber es ist echt auffällig mittlerweile…hat natürlich den Vorteil, dass man meist nicht so viel nackte Haut zeigen muss 🙂

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  9. Pingback: Fangirl-Geknotter | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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