Bonfire – Sie gehörte nie dazu von Krysten Ritter

Die erfolgreiche Rechtsanwältin Abby Williams kehrt nach 10 Jahren Abwesenheit in ihre alte Heimatstadt, eine Kleinstadt in Indiana, zurück, um dort Recherchen zu einem möglichen Umweltskandal durchzuführen.
Nun muss sie sich den Geistern der Vergangenheit stellen, denn die Mädchenclique, die sie als Schülerin mobbte, lebt immer noch in der Stadt.
Wird es Abby gelingen herauszufinden, ob der größte Arbeitgeber der Stadt wirklich das Land verseucht und gleichzeitig mit der Vergangenheit abzuschließen?

Der Kauf von ‚Bonfire – sie gehörte nie dazu‘ war mehr oder weniger ein kompletter Blindkauf, nachdem ich mitbekommen hatte, dass dieser Thriller das Erstlingswerk von Krysten Ritter ist, die ich spätestens seit ihrer Hauptrolle in der Marvel-Serie ‚Jessica Jones‚ sehr schätze.
Die fast schon euphorischen Zitate von Gillian Flynn und aus der Times unter dem Klappentext taten dann ihr übriges das Buch zu kaufen.
Krysten Ritters Schreibstil ist ordentlich und läßt sich gut lesen und so machte mir hier auch die Ich-Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, wenig aus, obwohl ich zwischendurch zugegebenermassen die Gefühlswelt der Hauptfigur Abby etwas ermüdend fand.
Sie wiederholt bei jeder Person, die sie wiedertrifft und von der sie früher gemobbt wurde, wie sie sich damals fühlte, wie es ihr nun mit diesem Treffen geht und was das mit ihr macht.
Da sie gleich von einer ganzen Gruppe gemobbt wurde, wiederholen sich viele Gefühle und Gedankengänge, was mir irgendwann doch eher ein klein wenig negativ auffiel.
Außerdem konnte ich nicht ganz nachvollziehen, wieso Abby nicht ein einziges Mal einen ihrer alten Peiniger mit der Vergangenheit konfrontiert, wegen denen sie 10 Jahre lang nicht zu Hause zu Besuch war.
Ihren Vater, der nach dem Tod seiner Frau mit der Tochter überfordert war, hätte es meienr Meinung nach dann nicht auch noch unbedingt gebraucht, aber diesen Handlungsstrang fand ich zumindest logischer auserzählt, als die Mobbing-Story.
Der Plot rund um den Umweltskandal war vielversprechend, allerdings hat die Autorin einfach nicht genug daraus gemacht, was exemplarisch für viele Erzählstränge dieses Buches ist.
Einiges blieb für mich wenig greifbar und wird am Ende quasi mit einem Fingerschnipsen aufgelöst, was zum Einen nicht imemr ganz befriedigend ist und zum anderen eben dann auch nicht das Trauma erklärt, das Abby davongetragen haben soll.
Auch was Zeitabläufe und Spannungsbogen angeht, hätte man meiner Meinung nach einiges besser machen können.
Zehn Jahre nach der Highschool sind viele der geschilderten Personen schon Partner in Anwaltskanzleien, Schuldirektoren und leitende Angestellte in einem großen Konzern, was mir ein wenig überzogen vorkam.
Außerdem haben die Männer Bierbäuche und die Frauen sind fett geworden und das mit Ende 20 oder Anfang 30!?
Der Spannungsbogen dümpelt eher vor sich hin und rechtfertigt in meinen Augen die Einordnung als Thriller überhaupt nicht, auch wenn ich alles in allem kurzweilige Lesestunden mit dem Buch hatte.
Aber insgesamt würde ich ‚Bonfire – Sie gehörte nie dazu‘ eher als mittelmäßigen Erstling mit vielen Ambitionen, aber nicht ganz ausgegorener Ausführung einordnen, der sich vielleicht ein bißchen zu sehr an Drehbüchern und zu wenig an Belletristik orientiert.
Trotzdem bin ich gespannt, ob und wenn ja wie Krysten Ritter weiterhin als Roman-Autorin in Erscheinung treten wird.

Krysten Ritter bei RandomHouse
Krysten Ritter bei Penguin RandomHouse (englisch, unter anderem mit Videointerviews)
‚Bonfire – Sie gehörte nie dazu‘ bei Amazon.de (Affiliate-Link)

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