Red Sparrow

Dominika Egorova (Jennifer Lawrence) ist Primaballerina beim russischen Bolschoi-Ballett und hat eine glänznde Karriere vor sich. Doch bei einem Bühnenunfall bricht sie sich das Bein und ihre Karriere ist vorbei.
Da sie allein für ihre kranke Mutter (Joely Richardson) sorgen muss, plagen sie Zukunftsängste, als ihr Onkel Ivan Egorov (Matthias Schoenarts), der für den russischen Geheimdienst arbeitet, ihr die Gelegenheit bietet ihm zu helfen und sich damit seine Unterstützung zu sichern.
Dominikas Auftrag besteht darin das Vertrauen des Oligarchen Dimitri Ustinov (Kristof Konrad) zu gewinnen und an Informationen zu kommen.
Als der Oligarch die junge Frau vergewaltigt, wird er von einem Auftragsmörder von Egorov getötet und Dominika hat die Wahl: entweder sie läßt sich im Sparrow-Programm zur Honigfalle für den Geheimdienst ausbilden oder sie wird als Zeuge des Mordes hingerichtet…

Es ist nun schon einige Tage her, dass ich mir ‚Red Sparrow‘ angeschaut habe und ehrlich gesagt weiß ich immer noch nicht so ganz genau, was ich von dem Film halten soll.
Denn einerseits sorgt hier das Zusammenspiel aus schauspielerische Leistung aller Beteiligten, visueller Eindruck und Spannungsbogen, um einen sehenswerten Thriller zu kreieren.
Andererseits wirkt das Konzept von Spion gegen Spion ohne großen technischen Schnickschnack und mit vielen Psychospielchen irgendwie ein wenig altmodisch und klischeehaft auf mich.
Also liste ich einfach mal gute und schlechte Punkte auf.
Beeindruckend fand ich, dass wirklich alle Schauspieler in der Originalversion ihren russischen Akzent durchhalten und dann auch noch relativ überzeugend klingen.
Lawrence trägt den Film mit ihrer Performance über weite Strecken fast allein, was auf jeden Fall für ihre schauspielerische Qualität spricht.
Schoenarts spielt den gruseligen Onkel sehr gekonnt und sorgte bei mir für das ein oder andere angeekelte Schütteln – wer solch einen Onkel hat, braucht keine Feinde!
Joel Edgerton macht seine Sache ordentlich, allerdings fehlte mir bei seinem CIA-Agent Nate ein wenig Hintergrundinfo darüber, was ihn antreibt, um ihn besser verstehen zu können.
Joely Richardson, Ciarán Hinds, Mary-Louise Parker und Jeremy Irons sind chronisch unterbeschäftigt und nur Charlotte Rampling darf als russische Agenten-Ausbilderin in der ein oder anderen Szene glänzen, wobei die Macher hier ganz tief in die Klischeekiste für unbarmherzige Lehrer greifen.
Manche Szenen sind werden unvermittelt ziemlich blutig (nicht GoT-haft, aber durchaus erwähnenswert) und wer mit Gewalt Probleme hat, sollte diesen Film eventuell besser auslassen.
Der Spannungsbogen hielt für mich überraschenderweise bis ganz zum Schluss des Films, auch wenn ich zwischendurch mal dachte, dass ich nun herausbekommen hätte, wer zu den Guten und zu den Bösen gehört.
Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse war mir dann wieder ein wenig zu plakativ, auch wenn ich schon zugeben muss, dass der Film den Russen ganz allein die kreativen Folterknechte zugteilt und damit diese klare Abgrenzung auch ziemlich gut zuläßt.
Mit seinen 141 Minuten ist ‚Red Sparrow‘ relativ lang, abe rich habe mich trotzdem zu jeder Zeit unterhalten und nicht gelangweilt gefühlt und das Ende schreit eigentlich nach einer Fortsetzung.
Ob eine solche geplant ist, weiß ich nicht und ob ich diese Tatsache gut finde, weiß ich auch nicht, aber vermutlich würde ich letztendlich doch noch einmal einen Blick auf Nate und Dominika riskieren. Und sei es nur aus dem Bedürfnis heraus, Geschichten immer zu Ende zu bringen und nicht dumm zu sterben.

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Ein englischer Trailer

Ein deutscher Trailer

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2 Antworten zu Red Sparrow

  1. Servetus schreibt:

    I didn’t see it — something about the trailer made it seem really violent and kind of sexist.

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Servetus: Violent it is. Sexist too but I was a bit reconciled with it because Lawrence role is a tough cookie, maybe the toughest one in the movie.

    Gefällt 1 Person

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