Deep State, Staffel 1 (Originalversion)

Der Brite Max Easton (Mark Strong) lebt seit 10 Jahren mit seiner Frau Anna (Lyne Renee) und den beiden jungen Töchtern (Cara Bossom, Indica Watson) in Frankreich.
Was seine Familie nicht weiß: Max ist kein Bänker im Ruhestand, sondern ein ehemaliger MI6-Agent, der sein altes Leben in England zurückgelassen hat.
Als nun sein erwachsener Sohn Harry (Joe Dempsie) aus erster Ehe, der ebenfalls für den MI6 arbeitet, bei einem Einsatz ums Leben kommt, muss Max unfreiwillig auf Geheis seines alten Vorgesetzten George White (Alistair Petrie) zurückkehren. Dabei ist nichts wie es scheint…

Spione-Serien (und Filme) sind ja ganz mein Ding und wenn dann auch noch Mark Strong die Hauptrolle in einer solchen Produktion spielt, dann ist Anschauen quasi Pflicht.
Allerdings bin ich ehrlich gesagt mittlerweile auch immer erstmal skeptisch, was Spionage-Produktionen angeht, da wirken leider die enttäuschten Erwartungen zu ‚Berlin Station‚ nach wie vor nach.
Aber ich schweife ab.
‚Deep State‘ wirkt was Bild, Sound und Ausstattung angeht, relativ hochwertig und konzentriert sich zum Glück wie versprochen sehr stark auf Max, auch wenn andere Figuren durchaus auch genug Raum bekommen, um einen Eindruck beim Zuschauer zu hinterlassen.
Strong arbeitet meiner Meinung nach die verschiedenen Facetten seiner Figur wunderbar heraus und springt zwischen liebevollem Papa, der seinen Töchtern vorliest und ihnen Frühstück macht und nervenstarkem Agent, der in der Lage ist zu töten, hin und her.
Dabei wird aber auch seine Zerrissenheit und sein schlechtes Gewissen deutlich und der Versuch es im zweiten Anlauf unbedingt besser machen zu wollen.
Außerdem hat er viel Screentime, was mir als Fangirl natürlich sehr zusagt.
Durch drei verschiedene Erzählebenen lernt man aber auch Harry Easton näher kennen und ich muss sagen, dass mir Joe Dempsie in dieser Rolle gut gefallen hat.
Manchmal hitzköpfig, aber doch professionell gibt er den jungen Agenten, der von seinem Vater als Jugendlicher verlassen wurde und immer noch tief verletzt deswegen ist.
Vom Aussehen her ist er vielleicht eine etwas merkwürdige Wahl, weil viel kleiner als Strong, aber schauspielerisch ist das Zusammenspiel absolut gelungen.
Gut gefallen haben mir auch die meisten Frauenrollen der Serie.
Karima McAdams ist als Agentin Leyla Toumi unabhängig, professionell und kompetent. Sie behauptet sich in einer Männerwelt und geht selbstverständlich die selben Risiken wie ihre Kollegen ein.
Lyne Renee fand ich als Anna anstrengend, aber ich glaube das liegt daran, dass sie die Ehefrau und Mutter, deren Welt in Scherben liegt, relativ authentisch und mit viel Verzweiflung und Angst spielt
Sehr gefreut habe ich mich über das Auftauchen von Amelia Bullmore, die eine investigative Journalistin und die Exfrau von Max spielt.
Allerdings fand ich ihre Figur zum Ende hin nicht ganz stringent entwickelt, aber das muss man unter den kleinen Schwächen einer Serie verbuchen.
Zu diesen kleinen Schwächen gehören für mich auch die Figuren George White und Amanda Jones, die auch mich sehr klischeehaft und dadurch eindimensional wirkten.
Daran konnten dann auch die beiden Darsteller Alistair Petrie und Anastasia Griffith nichts ändern, die mit dem, was ihnen das Drehbuch vorgab, das Bestmögliche abliefern.
Der restliche Cast ist international und wirkt auf mich sehr authentisch.
Gut gefallen hat mir der Vorspann, die moralischen Fragen die aufgeworfen werden, ohne den Zeigefinger zu erheben und die Tatsache, dass andere Sprachen (französisch, arabisch, etc.) untertitelt und nicht synchronisiert wurden.
Genervt hat mich in den ersten Folgen die Musik, die ich einfach zu wuchtig und zu laut fand, das wurde zum Glück aber schnell besser.
Zu den Schwächen der Serie gehört meiner Meinung nach dann auch, dass die eher gemächliche Erzählweise der Serie sich am Ende quasi überschlägt und auf mich etwas zu überhastet wirkte.
Überrascht hat mich die Auflösung des Ganzen im übrigen nur in Teilen, was aber dem Unterhaltungswert keinen Abbruch tat.
Und so würde ich die erste Staffel von ‚Deep State‘ als gelungene, wenn auch wenig innovative Unterhaltung mit kleinen Schwächen verbuchen, die stark von ihrem Hauptdarsteller und seinem Können lebt und die für die zweite Staffel, die es geben wird, qualitativ noch Luft nach oben läßt.

‚Deep State‘ bei Sky Deutschland (mit deutschem Trailer)
‚Deep State‘ bei FOX UK
Die Serie im deutschen Fernsehen – Termine

Ein englischer Trailer

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7 Antworten zu Deep State, Staffel 1 (Originalversion)

  1. Hariclea schreibt:

    Mir hat die Serie auch sehr gut gefallen, Mark vor allem und Leyla fand ich total toll! die Intrige etwas konvetionell und nicht sehr originell, aber wegen den Schauspielern hat das Zusehen trotzdem Spass gemacht :-)Ich wurde sie auch weiter empfehlen 🙂

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  2. Herba schreibt:

    @Hariclea: „…aber wegen den Schauspielern hat das Zusehen trotzdem Spass gemacht…“ das beschreibt es ziemlich gut!
    Hoffentlich ist Mark in der zweiten Staffel auch wieder dabei!

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  3. Hariclea schreibt:

    ich denke mal ja, habe noch eine Promo gesehen von ner Serie wo er dabei ist glaube noch immer bei Fox muss aber forschen, habe es vergessen

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  4. Herba schreibt:

    @Hariclea: Mmmmh, IMDB sagt dazu nichts. Vielleicht was Altes von ihm? ‚Low Winter Sun‘ vielleicht?

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  5. Hariclea schreibt:

    ah, das kann gut sein, die zeigen ja auch altere Sachen! :-))) kannte ich aber noch nicht

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  6. Herba schreibt:

    @Hariclea: Ich hab das vor Uhrzeiten gesehen und kann mich nicht mehr wirklich erinnern, aber Mark Strong spielt mit, dann kann man sich das sicher gut ankucken :mrgreen:

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  7. Pingback: Serienmittwoch 152: Lieblingsschauspieler/ innen 2018? | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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